In Nordick wird es keine Gasförderung geben

Nach Probebohrungen

Kein neuer Bohrturm: Die Hamm-Gas GmbH hat offiziell erklärt, auf eine Förderung von Flözgas in der Bauerschaft Nordick bei Herbern (Gemeinde Aschenberg) zu verzichten. Die umstrittene Probebohrung an der Nordick-Schliekstraße wertet das Unternehmen dennoch als Erfolg.

HERBERN

, 09.08.2017 / Lesedauer: 2 min
In Nordick wird es keine Gasförderung geben

Am 10. und 11. Mai 2016 richtete die Firma Daldrup im Auftrag von Hamm-Gas auf der Fläche an der Nordick Schliekstraße in Herbern-Nordick den Bohrturm für die bevorstehende Probebohrung nach Flözgas auf.

„Nach Auswertung aller Daten der Aufsuchungsbohrung Herbern 58 ist klar, dass die Hamm-Gas die gesetzten geologischen Explorationsziele erreicht hat“, heißt es in einer Pressemitteilung von Geschäftsführer Stefan Decker. Auf Nachfrage unserer Redaktion führte er aus: „Das, was geologisch vorhergesagt worden ist, war zutreffend. Wir haben also die entsprechenden Schichten und auch Flöze gefunden.“

Allerdings könne man nicht von einem „Hotspot“ für Erdgas sprechen – womit das Projekt auf dem Gebiet der Gemeinde Ascheberg offiziell beendet ist: „Eine Förderung von Gas ist an diesem Standort nicht vorgesehen.“

Langer Kampf geht nun zu Ende

Damit muss Hamm-Gas den Bohrplatz auf dem Gelände des ehemaligen Schachts Radbod 7 nun verfüllen. Dies wird auch unter Beteiligung der Stadtwerke Hamm geschehen, die mittlerweile aus dem Hamm-Gas-Konsortium ausgestiegen sind, allerdings frühzeitig signalisiert haben, ihrer Verantwortung in Sachen Nordick nachzukommen. Stefan Decker erklärte, dass die Verfüllung und Herrichtung des Bohrplatzes bis spätestens Ende des Jahres abgeschlossen sein wird. Derzeit warte man noch auf die Genehmigung durch die Bezirksregierung Arnsberg.

Für die Gegner des Gasbohrens in Herbern geht damit ein langer Kampf zu Ende. Bereits 2011 hatte sich mit der „Bürgerinitiative für sauberes Trinkwasser“ erster Widerstand gegen damals noch diskutierte Fracking-Pläne gebildet, später kam die Initiative „Rote Hand“ aus Nordick hinzu. Die Probebohrung durch Hamm-Gas konnte zwar nicht verhindert werden. Spätestens mit dem eigenmächtigen Ausstieg der Stadtwerke Hamm war jedoch klar, dass es wohl keine permanente Gasförderung in Herbern geben wird.

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