Kirche St. Benedikt: Renovierung und neue Bäume kommen nicht mehr in diesem Jahr

rnSt. Benedikt

Weil sie Risse in der Kirche verursacht hatten, mussten 14 Linden um den Kirchplatz von St. Benedikt im Feburar weichen. Sowohl neue Bäume als auch die Sanierung lassen weiter auf sich warten.

Herbern

, 19.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

So langsam dürften sich die Herberner an diesen Anblick gewöhnt haben: Seit Februar 2019 ist es um die St.-Benedikt-Kirche deutlich kahler geworden. 14 der 22 Linden rund um das Gotteshaus mussten weichen, weil ihre Wurzeln im Boden unterhalb der Kirche für Bewegung und dadurch für eine starke Rissbildung in dem denkmalgeschützten Gebäude gesorgt hatten.

Darauf folgte die klare Ansage eines Gutachters: entweder die Kirche oder die Bäume. Die vermeintliche Wahl fiel gegen die Bäume aus. Eine Chance auf Rettung der Linden gab es nicht. Und ins Blickfeld rückten nun noch stärker die Risse im Gotteshaus. Techniker beobachteten anschließend mithilfe von Rissmonitoren ganz genau, ob sich an den beschädigten Stellen etwas ändert.

Entwarnung in Sachen Rissbildung

Und inzwischen können die Verantwortlichen der Katholischen Kirchengemeinde Entwarnung geben. Es habe keine weiteren Bewegungen im Boden und auch keine weiteren Rissbildungen gegeben, erklärte Pfarrer Stefan Schürmeyer auf Anfrage unserer Redaktion. Die Kirche sei auch nicht gefährdet.

Nach dem Winter wolle man nun das Thema Renovierungsmaßnahmen in Angriff nehmen. Wie umfangreich die ausfallen und wann es losgehen soll, konnte Schürmeyer noch nicht sagen. Es sei noch lange nichts spruchreif, so der Pfarrer.

Neue Bäume nicht vor Ende 2020

Auch auf die Nachfolger der Linden, die schon jahrzehntelang an der Kirche standen, müssen die Herberner noch etwas länger warten als ursprünglich gedacht. Erst in der nächsten Pflanzzeit könne man sich ans Werk machen, erklärte Schürmeyer. Das heißt: voraussichtlich erst in gut einem Jahr. Welche Baumarten genau den Kirchplatz dann säumen sollen, sei noch unklar. „Wir wissen noch nicht, was dort hinkommt. Das werden wir erst im Sommer besprechen“, so Schürmeyer.

Neue Linden werden es allerdings nicht sein, sondern Tiefwurzler - also Bäume, die ihre Wurzeln lang und gerade in den Boden treiben.

Sommerfrost als Ursache
  • Die hohen Temperaturen im Vorjahr hatten den Pflanzen, deren Wurzeln bis unter die Kirche reichten, Wasser entzogen.
  • Dadurch veränderte der Boden seine Dichte und es kam zum sogenannten Sommerfrost.
  • Im Winter floss das Wasser dann durch den Mergelboden in die Hohlräume zurück, sodass es zu einer regelmäßigen Bewegung unter dem Gebäude kam.
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