"Kleeblatt" scheitert mit Fördermittel-Bewerbung

EU-Programm Leader

Das "Kleeblatt" wird keine Leader-Region: Die Kommunen Ascheberg, Lüdinghausen, Nordkirchen und Senden sind mit ihrer Bewerbung beim EU-Förderprogramm gescheitert. Das NRW-Umweltministerium hat die 28 Gewinner des Wettbewerbs bekannt gegeben – das Kleeblatt war nicht darunter.

ASCHEBERG

, 21.05.2015, 18:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Kleeblatt" scheitert mit Fördermittel-Bewerbung

Die Kleeblattregion: Senden, Lüdinghausen, Ascheberg und Nordkirchen wollen beim Leader-Wettbewerb erfolgreich sein.

„Leader“ steht für „Liaison entre actions de développement de l'économie rurale“ und bezeichnet ein Förderprogramm der Europäischen Union (EU). Wörtlich übersetzt heißt es „Verbindungen zwischen Maßnahmen zur Entwicklung zur ländlichen Wirtschaft“. 

 

Die EU will mit diesem Projekt ländliche Kommunen über deren Grenzen hinaus fördern. Mehrere Kommunen müssen sich deshalb zu einer Leader-Region zusammenschließen, um an die Fördergelder zu kommen – wie im Fall von Ascheberg, Lüdinghausen, Nordkirchen und Senden, die sich zur „Region Kleeblatt“ formiert hatten. Bei einem Erfolg hätte das Programm den vier Kommunen zwischen 2015 und 2020 rund 2,3 Millionen Euro für Projekte zur Verfügung gestellt.

28 Bewerber-Regionen haben Glück

Entsprechend engagiert waren die vier ans Werk gegangen und hatten mit Hilfe des Münsteraner Büros Planinvent eine 120 Seiten starke „Lokale Entwicklungsstrategie“ (LES) ausgearbeitet. Am Ende vergebens: „Die Bewerbungsphase ist abgeschlossen. Die 28 genannten Regionen erhalten die Förderung, die übrigen gehen leider leer aus“, stellte Wilhelm Deitermann, Pressesprecher des NRW-Umweltministeriums, auf Anfrage unserer Redaktion klar.

Ganz so negativ sieht man es beim Büro Planinvent nicht. „Es ist wie es ist“, räumte dort Dominik Olbrich ein. Von einem Scheitern will er dennoch nicht sprechen. „Wir waren beim Wettbewerb nicht erfolgreich, ja. Aber die Arbeit war definitiv nicht für die Tonne.“

Regionen, die bei früheren Förderperioden ebenfalls nicht berücksichtigt worden waren, hätten allein durch die Bewerbungsphase neue Strukturen geschaffen, die sie nun weiter nutzen. „Der Kreis Minden-Lübbecke ist ein Beispiel“, so Olbrich. „Er wurde zwar keine Leader-Region, hat aber während der Periode wie eine solche Region gearbeitet und Projekte umgesetzt.“

6000 Euro sind verloren

Die seien natürlich abgespeckt gewesen, schließlich müssen die Kommunen auf die Förderung durch die EU verzichten. Allerdings war eine Voraussetzung bei der Leader-Bewerbung, dass sämtliche in der LES ausgearbeiteten Projekte ohnehin kofinanziert werden. Die Fördergelder der EU dürfen jeweils maximal 65 Prozent der Projektkosten decken. „So gesehen hat keine Kommune etwas verloren, aber in jedem Fall etwas gewonnen“, sagt Olbrich mit Blick auf Ideen wie die mobile Kulturbühne, den rollenden Bauernhof oder Radwandertouren.

Jedoch musste jede Kommune die Bewerbung mitfinanzieren – die jeweils 6000 Euro sind nun definitiv futsch. Wobei Olbrich auch hier die Hoffnung nicht aufgibt: „In der Vergangenheit ist es schon oft vorgekommen, dass Regionen nachgerückt sind, weil andere Bewerber am Ende doch nicht für Leader in Frage kamen.“

 

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