Kolpingspielschar brachte Publikum mit plattdeutscher Komödie zum Lachen

ASCHEBERG Die Lamberti-Klinik, ein Krankenhaus wie kein anderes. Denn hier haben die Besucher viel zu lachen. Schade nur, dass die Klinik nicht mehr lange erhalten bleibt.

von Von Tina Nitsche

, 13.01.2009, 14:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Oh, wo bin ich denn hier gelandet? fragt sich Landstreicher Emil Schröpke, als er in der Klinik aufwacht.

Oh, wo bin ich denn hier gelandet? fragt sich Landstreicher Emil Schröpke, als er in der Klinik aufwacht.

Einer, der freiwillig ins Krankenhaus geht, das ist schon recht ungewöhnlich oder? Wenn dort aber auch noch die Oberärztin ihre Dienstpläne nach dem privaten Terminkalender hin und herschiebt, die Stationsschwester während der Dienstzeit den Friseur beehrt und der Chefarzt Schwierigkeiten mit dem Namensgedächtnis hat, dann würde ein jeder vermuten er sei im falschen Film aber nicht in der Klinik, denn wo herrschen schon solche Zustände?Schwächeanfall beschert warmen Schlafplatz

Die Antwort ist einfach: In der Lamberti-Klinik, die nun für einige Wochen auf der Bühne des Pfarrheims St. Lambertus ihre Pforten geöffnet hat. Keine Daily Soap im Fernsehen, dafür aber ein mehr als unterhaltsames plattdeutsches Theater, dass die Gäste auf höchst amüsante Weise unterhält und gleich reihenweise zum Lachen bringt.

Dass Faulfieber eigentlich keine wirkliche Krankheit ist, das weiß in der plattdeutschen Komödie "Hiärtklabastern", mit dem die Kolpingspielschar am Samstag Premiere feierte, Landstreicher Emil Schröpke hervorragend gespielt von Martin Höring, wohl am besten. Ein vorgetäuschter Schwächeanfall im Garten von Pensionär Krüstmann (Karl Mangels) beschert ihm allerdings ein warmes Schlafplätzchen und seinem Zimmergenossen Landwirt Alfred Brockmöller (Ludger Heubrock) eine helfende Hand. Tochter verteilt Besitz des herzkranken Vaters Denn der alte Mann soll am nächsten Tag einen Herzschrittmacher bekommen, was seine raffgierige Tochter Paula Grambsch, super dargestellt von Elly Mangels, und ihren Ehemann Wilfried hervorragend gespielt von Christoph Möllers, nicht davon abhält, schon mal im Vorfeld das Hab und Gut des kranken Vaters aufzuteilen.

Doch da haben die beiden die Rechnung ohne den vermeintlich medizinisch und juristisch bestens bewanderten Schröpke gemacht. Der bringt Oberärztin Dr. Dümmel (Waltraud Pällmann), Professor Holstein alias Hendrik Steinhorst und Stationsschwester Walburga (Mechthild Mehring) nicht nur mächtig ins Routieren, sondern auch ganz schön ins Schwitzen.Verwirrspiel sorgt für beste Unterhaltung

Ganz nebenher verbessert er dabei auch noch seine finanzielle Situation. Faul ja, aber überhaupt nicht dumm, sondern im Gegenteil höchst raffiniert, sorgt Landstreicher Schröpke in einem herrlich komischen Verwirrspiel für ein Höchstmaß an bester Unterhaltung und dafür, dass auch Pfleger Gerhard (Alex Rehr) und Schwester Inka (Damaris Fallenberg) so ganz nebenbei noch etwas lernen können und dem herzkranken Landwirt geholfen wird. Beim Publikum löst das muntere Treiben und die raffinierte Vorgehensweise des Landstreichers allerdings einen höchst amüsanten Angriff auf die Lachmuskeln aus. Das kommt eben davon, wenn in einer Klinik keine normalen Zustände herrschen.