„Ascheberg ist eine schwarze Gemeinde“ - Viele Wähler sehen die CDU und Stohldreier vorn

rnKommunalwahl 2020

Neues Wahllokal, Maskenpflicht und weniger Wahlkabinen: Die Ascheberger haben sich gut auf diese spezielle Kommunalwahl 2020 vorbereitet. Dabei sehen viele Wähler traditionell die CDU bei der Gemeinderatswahl vorn.

Ascheberg, Herbern

, 13.09.2020, 17:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gewerbegebiet statt Schule: Fast wäre Heike Beltrop an diesem Wahl-Sonntag ins falsche Wahllokal gefahren. „Beim Rausgehen aus der Tür habe ich gerade noch auf der Wahlbenachrichtigung gesehen, dass ich dieses Mal im Inca-Zentrum wählen kann. Eigentlich bin ich sonst immer zur Profilschule gefahren“, sagt die 70-Jährige.

Zum ersten Mal wird an diesem Sonntag das Inca-Technologiezentrum im Industriegebiet in Ascheberg zum Wahllokal. 1124 Wähler sind in diesem Wahlbezirk 3 wahlberechtigt. Nach und nach und vor allem mit gewissen Abstand kommen die Bürger in die Empfangshalle der Firma, die zum Wahlbüro umfunktioniert wurde.

Erstwählerin stimmt für Thomas Stohldreier ab

Hände desinfizieren, Maske tragen. „Das ist mittlerweile doch selbstverständlich“, sagt Lea Heinermann. Für die 17-Jährige ist die Kommunalwahl 2020 nicht nur wegen der Corona-Hygieneregeln eine ganz besondere. Für die Aschebergerin ist es die erste Wahl überhaupt.

Im Vorfeld hat sie sich mit ihrer Familie und mit Freundinnen über die Wahl ausgetauscht. Thomas Stohldreier, der parteilos ist, wünscht sie sich als neuen Bürgermeister. „Er ist mir am sympathischsten. Und als beide Kandidaten sich bei uns beim Jugendrotkreuz vorgestellt haben, hat er den besseren Eindruck gemacht“, sagt Lea Heinermann.

Auch viele andere Ascheberger, die an diesem Sonntag im Inca-Zentrum ihre Stimmen abgeben, glauben, dass der von der CDU unterstützte Kandidat das Rennen machen wird. Bei der Wahl des Gemeinderates glauben viele Wähler in diesem Wahlbüro, dass die Christdemokraten die Mehrheit im Rat behalten werden.

Ulrike Specht und Werner Ratajewski glauben, dass sich die CDU traditionell bei der Wahl zum Gemeinderat klar durchsetzen wird.

Ulrike Specht und Werner Ratajewski glauben, dass sich die CDU traditionell bei der Wahl zum Gemeinderat klar durchsetzen wird. © Andrea Wellerdiek

„Wie immer wird sich die CDU durchsetzen. Ascheberg ist eine so schwarze Gemeinde, dass die Sonne noch so strahlen kann und sie würde nichts daran ändern“, sagt Werner Ratajewski (81), der gemeinsam mit seiner Frau Ulrike Specht (62) gleich am Sonntagmorgen wählen gegangen ist.

Sie sind sich einig, wo sie ihre Kreuze machen. „Wir sind typische Linkswähler. Aus persönlichen Gründen haben wir dieses Mal aber anders entschieden“, sagt Ratajewski. Seine Frau nickt. „Ich bin nicht partei-gebunden. Ich gehe nach den Interessen und dem Wahlprogramm der Partei“, sagt Ulrike Specht.

Dass sich die CDU durchsetzen wird, davon ist auch Heike Beltrop überzeugt. „Ascheberg ist CDU. Die Wahl wird wie immer ausfallen“, so die 70-Jährige. Erst am späten Abend wissen die Ascheberger, ob sich diese Prognosen bewahrheiten werden.

Statt drei sind nur zwei Wahlkabinen geöffnet.

Statt drei sind nur zwei Wahlkabinen geöffnet. © Andrea Wellerdiek

Jürgen Warrey und Daniel Szugat sind dann wieder als Wahlhelfer dabei, um alle Stimmen auszuwerten. Dazu gehören dann auch die Stimmen, die per Briefwahl im Wahlbezirk 3, dem größten Wahlbezirk in Ascheberg, eingegangen sind. Etwa ein Drittel aller Wähler hätten bereits im Vorfeld im Wahlbezirk ihre Entscheidung getroffen.

Viele andere kommen an diesem Sonntag ins Wahllokal. Dabei halten sie sich „sehr diszipliniert“ an die corona-bedingten Hygieneregeln. „Es gibt bislang keine Maskenverweigerer“, sagt Warrey, der schon in den Vorjahren als Wahlhelfer tätig war. Auch die Sicherheitsabstände halten die Wähler ein.

Weil es statt drei nur zwei Plätze in den Wahlkabinen gibt, müssen einige Bürger warten, bevor sie ihre Stimmen abgeben können. „Aber es verteilt sich gut über den ganzen Tag, sodass es eigentlich keine langen Wartezeiten gibt“, sagt Warrey. Die Wähler hier sind sowohl über die Corona-Regeln als auch die Wahl an sich gut informiert, erzählt der 57-Jährige.

Das Inca-Technologiezentrum in Ascheberg wurde erstmals zum Wahllokal. Zunächst mussten sich die Wähler die Hände desinfizieren. Mit Abstand und im Einbahnstraßen-System ging es dann an die Wahlkabine.

Das Inca-Technologiezentrum in Ascheberg wurde erstmals zum Wahllokal. Zunächst mussten sich die Wähler die Hände desinfizieren. Mit Abstand und im Einbahnstraßen-System ging es dann an die Wahlkabine. © Andrea Wellerdiek

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