Herberner Landwirte lehnen eine weitere Verschärfung der Düngeverordnung strikt ab

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Die EU-Kommission verlangt weitere Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers. Im Raum steht eine Verschärfung der Düngeverordnung. Die Herberner Landwirte lehnen dies ab. Die Hintergründe.

Herbern

, 03.04.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist noch nicht lange her, da hat die Bundesregierung die Düngeverordnung verschärft. Das war 2017. Doch das reicht der Europäischen Union (EU) nicht aus. Die EU-Kommission verlangt weiter Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers, die im Mai 2020 in Kraft treten sollen. Für das EU-Verfahren ist Bundesumweltministerin Svenja Schulze zuständig, für das Düngerecht Bundesagrarministerin Julia Klöckner.

Um mit den Landwirten in den Dialog zu treten, wird Julia Klöckner, ebenso wie NRW-Agrarministerin Ursula Heinen-Esser, an der Kundgebung am Donnerstag. 4. April, in Münster auf dem Domplatz teilnehmen. Das Motto der Veranstaltung lautet: Bauern brauchen Zukunft und Zukunft braucht Bauern. Zu der Veranstaltung werden 4000 bis 5000 Teilnehmer erwartet. Auch aus Herbern werden etwa 30 Landwirte an der Kundgebung teilnehmen.

Selbstgestaltete Banner und Plakate im Gepäck

„Wir fahren gemeinsam mit dem Zug vom Drensteinfurter Bahnhof nach Münster“, sagt Gerhard Reimann, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsvereins. Im Gepäck seien dabei auch selbstgestaltete Banner und Plakate. „Vielleicht kommt der ein oder andere Landwirt auch mit dem Trecker auf den Domplatz“, so Gerhard Reimann, „die Innenstadt werden wir aber ganz sicher nicht lahmlegen.“

„Vielleicht kommt der ein oder andere Landwirt auch mit dem Trecker auf den Domplatz.“
Gerhard Reimann

Den Landwirten ginge es nicht um Randale, sondern um den Dialog. „Der Austausch mit der Politik ist wichtig, um das drohende Dilemma abzuwenden.“ Dilemma aus Sicht der Herberner Landwirte deshalb, weil die Belastung des örtlichen Grundwassers ohnehin weit unterhalb der vorgeschriebenen Grenze von 50 Milligramm Nitrat liege. „Das beweisen die Zahlen an den sechs Messstellen in Herbern“, sagt Gerhard Reimann.

„Bitter“– im doppelten Sinne

Komme es nun, so der Vorsitzende, zu einer weiteren Verschärfung der Düngeverordnung, werde die Sache „bitter“– im doppelten Sinne. „Wir liegen doch schon unter dem Grenzwert, sind offen für Optimierungen und sollen nun weiter sanktioniert werden? Das ist nicht fair“, stellt Gerhard Reimann klar. Wenn man Ackerflächen mit Potenzial nicht voll nutzen könne, sei das bedenklich und wenig wirtschaftlich.

„Das ist nicht fair.“
Gerhard Reimann

„Die Idee dabei ist ja, dass wir Landwirte nicht mehr auf Ertrag düngen sollen, denn darunter soll ja das Grundwasser leiden.“ Doch weniger Dünger bedeute auch weniger Ertrag. „Es gibt viele Stellschrauben, an denen man drehen kann, um das Wasser zu schonen, aber nicht nur bei uns Landwirten“, sagt Gerhard Reimann.

Veranstaltung mit großer Bedeutung

Darum messe er der Veranstaltung am Donnerstag in Münster auch große Bedeutung bei. „Wir wollen unsere Sorgen und Bedenken der Politik mitteilen und hoffen, dass die Düngeverordnung nicht noch weiter verschärft wird.“ Die sei auch der Grund, warum der Dialog anstatt eines bloßen Protestes im Mittelpunkt stehen soll. „Da sind wir uns hier einig. Ohnehin können wir nur zusammen etwas erreichen.“

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