Mehr als 200 Mal pure Ostalgie in Ascheberg

Trabi-Treffen

245 Fahrzeuge mit dem typisch ostdeutschen Flair haben sich am Samstag in Ascheberg getroffen. Das ist ein neuer Rekord für den Trabi-Tag. Bis zu 640 Kilometer haben die Autofreunde für das Treffen zurückgelegt. Wir haben den Trabi-Vernarrten mit der Kamera einen Besuch abgestattet.

ASCHEBERG

07.08.2016, 13:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mehr als 200 Mal pure Ostalgie in Ascheberg

Der Barkas B1000 von Florian Poschen ist einer von insgesamt 12 Exemplaren, der wurde in Belgien zu einem Camper umgebaut wurde. In der Klasse der IFA-Nutzfahrzeuge heimste Poschen den ersten Platz ein.

„Ich bin immer der Langsamste“, gibt Florian Poschen fröhlich zu und streicht über die blaue Außenhaut seines Barkas B1000. Ein ganz besonderes Ossi-Fahrzeug mit dem er da am Samstag nach Ascheberg zum großen Trabi-Tag gereist ist. „Er ist einer von insgesamt 12 Fahrzeugen“, sagt Florian richtig stolz.

Denn sein Barkas, der gerade einmal 31.000 Kilometer gefahren ist und 45 PS unter der Haube hat, ist in Belgien von der Firma Pieraux  zum Camper umgebaut worden. Dieses ist nur in ganz kleiner Serie geschehen. „Und einen von diesen zwölf habe ich!“, sagt Florian mit Blick auf sein Schätzchen. Eines, das auf kleinster Fläche alles bietet. Sitzgelegenheiten, Küche und Schlafstätte unter dem Dach, das sich weiß vom Rest des Fahrzeuges abhebt. „So ein Fahrzeug findet man nicht noch einmal, vor allem, weil es das einzige seiner Art ist, das noch gefahren wird. Die anderen stehen in Museen“, erzählt Florian.  

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Ostalgie beim Trabi-Tag in Ascheberg

245 Fahrzeuge mit dem typisch ostdeutschen Flair haben sich am Samstag in Ascheberg getroffen. Das ist ein neuer Rekord für den Trabi-Tag. Bis zu 640 Kilometer haben die Autofreunde für das Treffen zurückgelegt. Wir haben den Trabi-Vernarrten mit der Kamera einen Besuch abgestattet.
07.08.2016
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Die Trabis kamen in unterschiedlichsten Aufmachungen daher.© Foto: Tina Nitsche
Am Samstag stand der Trabi auf den Wiesen vom Bauernhof St. Georg im erklärten Mittelpunkt.© Foto: Tina Nitsche
Bei der Sputnikiade war Muskelkraft gefragt, wie hier beim Benzinkanister-Stemmen.© Foto: Tina Nitsche
Damals oft verschrottet, ist dieser Chromgrill-Wartburg von Claudia Saack eine echte Rarität. In der Klasse schönste IV-PKW landete dieses Schätzchen auf Platz zwei.© Foto: Tina Nitsche
Der Barkas B1000 von Florian Poschen ist einer von insgesamt 12 Exemplaren, der wurde in Belgien zu einem Camper umgebaut wurde. In der Klasse der IFA-Nutzfahrzeuge heimste Poschen den ersten Platz ein.© Foto: Tina Nitsche
Ist mit einer echten Rarität aus dem Osten unterwegs: Florian Poschen.© Foto: Tina Nitsche
Auch Zweiräder, wie diese Schalbe fanden den Weg nach Ascheberg.© Foto: Tina Nitsche
Blick unter die Haube - einfache Technik, die begeistert.© Foto: Tina Nitsche
Zeit für Benzingespräche - das genossen die Trabifans am Samstag.© Foto: Tina Nitsche
Mit viel Liebe zum Detail kam auch dieses ehemalige Volkspolizeifahrzeug daher.© Foto: Tina Nitsche
Familie Haack war mit ossi-typischen Zwei- und Vierrädern beim Tag des Trabis vertreten.© Foto: Tina Nitsche
Kleiner Mann auf Punktejagd bei der Sputnikiade.© Foto: Tina Nitsche
Zeit zum Fachsimpeln haben sich die Autofans gerne genommen.© Foto: Tina Nitsche
Die Rennpappen aus dem Osten zogen die Blicke auf sich.© Foto: Tina Nitsche
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Aus dem Osten direkt nach Ascheberg

Er ist direkt von einer Rundreise aus Ostdeutschland nach Ascheberg gefahren. Zum zweiten Mal nimmt er am Trabi-Tag teil. „Beim ersten Mal habe ich hier noch in einem Trabi genächtigt“, gibt er schmunzelnd zu. Doch nun reist er komfortabel. „Da bin ich quasi auf der Autobahn schon im Urlaub“, sagt er. Denn auf der Überholspur ist er nie zu finden. Dafür zieht er mit seinem Barkas-Umbau, für den er übrigens beim Trabi-Tag den ersten Platz eingeheimst hat, alle Blicke auf sich.  Doch das haben in Ascheberg auch viele andere Fahrzeuge getan.

245 Ost-Fahrzeuge haben für viel Ostalgie und einen neuen Rekord auf dem Bauernhof St. Georg gesorgt. Farbenprächtige und verzierte Rennpappen, kultige Zweiräder, Armeefahrzeuge, ja selbst Raritäten wie ein Wartburg mit verchromtem Kühlergrill oder ein Lada ließen die Herzen der Fans höher schlagen. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie kommen ohne Hightech aus und bestechen durch Einfachheit.

Der Charme der einfachen Technik

Der Blick unter die Motorhaube zeigt: Einfachste Technik. „Da kann man noch bequem selbst Hand anlegen, wenn etwas repariert werden muss“, so Thomas Wentker, Vorsitzender vom Trabant-Club Sputnik, der den Trabi-Tag organisiert hat. Ein gelungenes Wochenende mit jeder Menge Fachsimpeleien, Benzingesprächen und Ostalgie.

Ohne die kam auch die Sputnikiade nicht aus, die mit Spielen wie Zündkerzenwechsel. Kanisterstemmen oder Hasenwerfen alle Generationen begeisterte. Auch Petrus war der Veranstaltung wohlgesonnen und lockte viele Besucher zum Bauernhof St. Georg. Am Sonntag haben die Rennpappen und Ostfahrzeuge Ascheberg wieder verlassen. Auch Florian Poch mit seinem blauen Barkas, der im Sommer die Heizung anwerfen muss, „damit der Motor nicht heiß läuft.“ Genüsslich peilt er nun sein nächstes Ziel an. Langsam, nicht auf der Überholspur, dafür aber mit der Gewissheit, auf ganz besondere Art zu reisen.

Die weiteste Anreise hatte Sven Höhne: Er kam aus dem 643 Kilometer entfernten Zittau.

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