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Sicherheitsdienst kann Messerattacke beim Schützenfest Davensberg nicht verhindern

rnSchützenfest Davensberg

Ein 20-Jähriger sticht beim Schützenfest in Davensberg mit einem Messer zu und versteckt sich seitdem vor der Polizei. Vor zwei Jahren stellte der Schützenverein einen Sicherheitsdienst ein.

Davensberg, Ascheberg, Werne

, 24.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein schwer verletztes Opfer und ein Tatverdächtiger, der sich erfolgreich versteckt: Was da auf dem Schützenfest in Davensberg passiert ist, ist nicht die Regel, aber eben doch ein unschöner Vorfall an diesem sonst so friedlichen Festwochenende.

Der 20-jährige Tatverdächtige aus Ostwestfalen soll in der Nacht von Freitag auf Samstag (21./22. Juni) einen ebenfalls 20-jährigen Mann aus Werne mit einem Messer verletzt haben. Die Polizei spricht von zwei Messerstichen, das Opfer musste ins Krankenhaus.

Hinweise auf möglichen Aufenthaltsort

„Nein, der Täter ist noch nicht gefasst“, sagte am Montag (24. Juni) Bjoern Korte aus der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Coesfeld. Man sei mehreren Hinweisen auf den möglichen Aufenthaltsort des jungen Mannes nachgegangen, auch ein Hubschrauber sei im Einsatz gewesen. Gefunden habe man ihn nicht.

Wie die Polizei bereits kurz nach der Tat mitteilte, hält er sich regelmäßig bei Bekannten im Raum Ascheberg auf. Im Raum Ascheberg sei er auch schon auffällig geworden, der für das Schützenfest gebuchte Sicherheitsdienst habe den Mann ebenfalls sofort erkannt.

Hunderte Besucher im und am Festzelt

Passiert ist die Tat gegen 1.15 Uhr am Festzelt. Da waren Andreas, der dritte Kaiser in der Vereinsgeschichte, und Petra Eickholt aus Olfen bereits als neue Regenten des Bürgerschützenvereins proklamiert worden.

Einige der insgesamt zwischen 700 und 800 Besucher waren an diesem Abend schon zu Hause, auch Vereinsvorsitzender Thomas Bitter. „Ich habe gar nichts mitbekommen, weil ich um 24 Uhr gegangen bin“, sagte Bitter am Montag auf Anfrage. Die Musik spielt stets bis zwei Uhr, danach neigt sich das Fest dem Ende.

Sicherheitsdienst eingestellt

Seit 2012 ist Thomas Bitter erster Vorsitzender der Davensberger Bürgerschützen – „und so lange ich das bin, ist so etwas noch nicht passiert“. Gleichwohl, sagt Bitter, habe man seit zwei Jahren einen Sicherheitsdienst. „Wir haben das früher selber gestemmt“, sagt er. Den Überblick könne man bei jährlich Hunderten von Leuten aber kaum behalten.

Einen Vorfall, nach dem man die Security für notwendig erachtet hatte, habe es damals nicht gegeben. Der Zwischenfall vom Wochenende aber zeigt: Gefeit ist man vor Chaoten nicht.

Wollten die Gruppen das Fest bewusst aufmischen?

Nach Angaben der Polizei hat der Tatverdächtige in der Nacht von Freitag auf Samstag „aus einer Gruppe von sieben Leuten heraus gehandelt“. Das Ganze sei aus einem Streit heraus passiert, den das spätere Opfer schlichten wollte. Mit einem zweiten Messer soll der Bekannte des Opfers – ein 27-jähriger Ascheberger – bedroht worden sein.

Dazu, ob der Täter und auch der zweite Mann mit Messer das Fest bewusst aufmischen wollten, liegen der Polizei derzeit keine Erkenntnisse vor. Ebenso wenig zu der Frage, wie groß die zweite Gruppe war, die in den Streit verwickelt war.

Eine Zeugin, die vor Ort befragt wurde, soll sich nun noch einmal bei der Polizei gemeldet haben. Die Ermittlungen zu dem Fall laufen. Und der Täter, so hofft die Polizei, wird sich nicht mehr lange verstecken können.

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