Missbrauchs-Prozess um Ascheberger: Staatsanwaltschaft fordert 6 Jahre Haft

Missbrauchsprozess in Münster

Nach den Plädoyers im Missbrauchsprozess gegen einen Familienvater aus Ascheberg liegen vor dem Landgericht Münster die Karten auf dem Tisch. Für den Angeklagten geht es um Haft oder Freiheit.

Ascheberg, Herbern

, 17.10.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vor dem Landgericht Münster ist ein Ascheberger wegen sexuellen Missbrauchs seiner Tochter angeklagt.

Vor dem Landgericht Münster ist ein Ascheberger wegen sexuellen Missbrauchs seiner Tochter angeklagt. © picture alliance / dpa

Die Staatsanwaltschaft ist nach dem Ende der Beweisaufnahme davon überzeugt, dass der 58-jährige Mann aus Ascheberg seine heute 20 Jahre alte Stieftochter rund 60 Mal sexuell missbraucht hat. Alle Taten sollen sich zwischen 2007 und Sommer 2015 ereignet haben.

Die Zeugin hatte den Richtern von sexuellen Kontakten im Schlafzimmer, im Keller und auch bei einem gemeinsamen Ausflug ins Sauerland berichtet. Auch, als der Vater beim Auszug aus der Familienwohnung in Ascheberg umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt habe, habe er sie missbraucht.

Ascheberger bestreitet

Obwohl der Angeklagte alles abstreitet, hält ihn die Staatsanwaltschaft für überführt. Die Aussage der Zeugin sei so glaubhaft gewesen, dass man nicht annehmen könne, dass die Frau die Vorwürfe nur erfunden habe, um ihrem Vater zu schaden. Der Antrag im Plädoyer fiel entsprechend hart aus: sechs Jahre Haft.

Aus Sicht der Verteidigung sieht der Fall jedoch ganz anders aus. Die Beweisaufnahme habe es nicht geschafft, die Schuld des 58-Jährigen zweifelsfrei zu beweisen. Und wenn eben solche Zweifel blieben, denn könne das Urteil am Ende nur Freispruch lauten. Im Zweifel für den Angeklagten eben.

Bevor die Richter am kommenden Dienstag ihr Urteil verkünden, wird der Ascheberger sein letztes Wort sprechen.

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