Mosterei Schenk in Herbern beginnt schon bald mit Apfel- und Birnen-Mosten

rnMosterei in Herbern

Die Mosterei Schenk in Herbern beginnt schon in wenigen Wochen mit dem Mostereibetrieb an der Merschstraße. Was Kunden generell und unter Coronabedingungen beachten müssen, lesen Sie hier.

Herbern, Ascheberg

, 06.08.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eigentlich wollte Bernardin Schenk mit dem Mosten von Äpfeln und Birnen in seinem Betrieb an der Merschstraße in Herbern in diesem Jahr am 29. August loslegen. Als er aber am Sonntag (2. August) noch einmal seine eigenen Apfelbäume in Augenschein genommen und dabei festgestellt hat, wie reif die schon sind, fiel die Entscheidung, die Mosterei eine Woche früher zu eröffnen - am 22. August.

Äpfel und Birnen können die Kunden dann montags bis samstags in der Zeit von 8 bis 13 und von 14 bis 18 Uhr auf den Hof stellen - und später auch Quitten. Wichtig beim Abstellen der Kisten: die Reihen einhalten und die Kisten getrennt von denen anderer Stellen. Sonst gebe es keine Chance, die Äpfel auseinanderzuhalten, sagt Schenk.

Diese Dinge sollten Kunden vor der Anlieferung beachten

Kunden sollte einige Dinge beachten: zunächst den Apfel an sich. Äpfel mit Druckstellen sollten innerhalb der nächsten ein bis zwei Tage verarbeitet werden. Die Äpfel sollten aber nicht faul oder komplett matschig sein. Ein Apfel sollte außerdem nicht zu viele Wurmlöcher haben, denn zu viele Würmer schmecke man dann auch zwangsweise im Saft, sagt Schenk. Gelagert werden sollten die Äpfel außerdem nicht in luftdichten Behältern oder Säcken, ebenso wenig wie in zu großen Behältern wie Tonnen, da die Äpfel sich dann durch ihr Eigengewicht zwangsweise selbst zerquetschen. Am besten seien etwa haushaltsübliche Wäschekörbe, so Schenk.

Auch in der Mosterei läuft in diesem Jahr alles unter Coronabedingungen ab.

Auch in der Mosterei läuft in diesem Jahr alles unter Coronabedingungen ab. © Eva-Maria Spiller

Auch Blätter und Äste dürfen nicht mehr am Apfel sein. Ebenso wie zu viel Erde. Werden die Äpfel dann angeliefert, sind unter der Coronaschutzverordnung in der Mosterei folgende Regeln zu beachten: Die Mosterei darf immer nur von zwei Kunden gleichzeitig betreten werden. Darüber hinaus gilt die Abstandsregel von 1,5 Metern und das Tragen von Masken.

Das spontane Reinschauen in die Produktion sei deshalb nicht möglich. Aber dafür gebe es ja auch die großen Fenster, durch die man von außen beim Mosten zuschauen könne, so Schenk. Wer dabei sein will, wenn die eigenen Äpfel gepresst werden, der sollte sich spätestens fünf Tage vorher telefonisch in der Mosterei anmelden (0171-9877569) und einen Termin vereinbaren, sagt Schenk. Termine wochenlang im Voraus zu vergeben, mache keinen Sinn, sagt Schenk, weil man dann gar nicht wisse, ob die Äpfel dann auch zum Pressen bereit seien.

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Für 50 Kilogramm Äpfel braucht Schenk etwa eine halbe Stunde zum Pressen - das entspricht etwa 30 Litern Saft. Bei 150 Kilogramm kann es auch schon mal eine Stunde an Zeit sein, die Terminkunden mitbringen sollten. Kunden, die nicht beim Pressen dabei sein wollen, können ihre Kisten einfach während der Öffnungszeiten auf den Hof stellen: „Die Kisten können einfach vorbeigebracht werden. Dann sage ich, wann der Saft fertig ist“, sagt Schenk.

In der Produktion werden die Äpfel dann zunächst gewaschen, bevor sie auf ein Förderbahn gekippt werden, wo sie noch einmal abgespritzt und verlesen werden. Über ein Höhenförderband werden die Äpfel dann in einen Trichter befördert, wo sie zerkleinert werden. Danach landen sie in der Presse, wo sie immer wieder umgewalzt werden. Von hier aus landet der Saft in Auffangbehältern, bevor er bei 78 Grad in einer separaten Anlage erhitzt und am Ende in luftdichten Plastikbeuteln versiegelt wird.

35 Apfelbäume hat Bernardin Schenk auf seinem Grundstück stehen. Allein auf der Wiese hinter seinem Haus stehen neun verschiedene Sorten.

35 Apfelbäume hat Bernardin Schenk auf seinem Grundstück stehen. Allein auf der Wiese hinter seinem Haus stehen neun verschiedene Sorten. © Eva-Maria Spiller

Bis zu zwei Jahre hält sich der Saft dann ungeöffnet. Einmal angebrochen, sollte ein Kanister innerhalb von vier bis sechs Wochen aufgebraucht werden. Die Kosten liegen pro 5-Liter-Kanister bei 4,80 Euro, bei 3 Litern bei 4,30 Euro ( jeweils 40 Cent günstiger ab der 11. Box). Darin eingerechnet sind jeweils 50 Cent pro Pappkiste, in die die Plastiksäcke verstaut werden. Wer seine eigenen Kisten aus dem Vorjahr wieder mitbringt, zahlt entsprechend weniger. Quittensaft kostet 40 Cent mehr pro Liter, Traubensaft 20 Cent extra. Bernardin Schenk rechnet damit, dass die Saison bis Ende Oktober oder Mitte November andauert.

Kunden kommen aus vielen Städten des Umlandes nach Herbern

Bernardin Schenk selbst mostet seine Äpfel schon seit den 90er Jahren. Zunächst hatte er seine Äpfel zu umliegenden Mostereien in Lüdinghausen und Drensteinfurt gebracht. Doch mit der Zeit schlossen diese. 2013 kaufte der Herberner eine eigene kleine Presse, mit der er in der heimischen Garage Saft für seine engeren Bekannten und die Familie presste. Danach sei der Kundenzulauf der Mosterei stetig gewachsen. Mit dem Start der Internetseite der Mosterei sei der Zulauf dann noch einmal sprunghaft angestiegen, so Schenk.

Nach einer 16-monatigen Baugenehmigungszeit und 7 Monaten Bauarbeiten entstand dann 2016 die neue Mosterei direkt neben dem Wohnhaus der Schenks. Heute kommen die Kunden - teils Privatleute, teils Bauern, die den gewonnenen Saft weiterverkaufen - aus Hamm, Lünen, Werne, Ascheberg, Drensteinfurt, Ahlen, Beckum und Lüdinghausen nach Herbern.

Angefangen hatte Bernardin Schenk zunächst mit fünf Apfelbäume, die am Wohnhaus der Familie an der Merschstraße stehen. Als sich dann im Laufe der Jahre die Möglichkeit ergab, ein naheliegendes Stück Wiese zu übernehmen, kamen weitere Bäume hinzu. Heute stehen allein 35 Apfelbäume aus neun verschiedenen Sorten auf der Wiese - darunter die Dülmener Rose und der Gravensteiner Apfel. Bernardin Schenks Lieblingsapfelsorten sind allerdings der Boskoop und der Berlepsch. Beide haben ein schönes Spiel aus Süße und Säure, so Schenk. „Manche Äpfel sind nur süß oder sauer.“ www.schenk-natursaft.de

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