Musikschule darf doch öffnen: Einige Schüler bevorzugen aber Online-Unterricht

rnMusikschule in Ascheberg

Erst war der Unterricht in Musikschulen verboten, dann wurde die Coronaschutzverordnung angepasst. So darf die Musikschule Ascheberg öffnen. Doch einige Schüler bevorzugen den Unterricht auf Distanz.

Ascheberg, Herbern

, 07.11.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob in Restaurants, Schulen, Kitas oder Kino: Die Verantwortlichen dieser Einrichtungen müssen sich ständig auf neue Regeln rund um das Coronavirus einstellen. Seit dem 5. November gilt eine neue, strenge Coronaschutzverordnung. Zunächst war der Unterricht an Musikschulen verboten. So sah es die am 30. Oktober veröffentliche Verordnung vor. Nur fünf Tage später ruderte die Landesregierung NRW wieder zurück.

Musikschulen dürfen doch öffnen und Unterricht vor Ort anbieten, hieß es am Mittwoch (4. November). Tags darauf fanden Unterrichtseinheiten auch wieder in der Musikschule Ascheberg statt. „Wir können und müssen schnell reagieren. Das ist im Moment die größte Herausforderung“, sagt Christoph Hönig, Leiter der Musikschule.

Online-Unterricht bei Musikschülern beliebt

Er freut sich, dass die Verordnung so präzisiert wurde, dass seine Musikschule wieder öffnen darf. „Ich finde es schade, dass in der ersten Verordnung das Thema Musikschulen überhaupt nicht behandelt wurde. Man hat schnell wieder was vergessen“, so Hönig. Zwei Arbeitstage hätten ihn das Hin und Her um den angekündigten Lockdown und die damit verbundenen Regeln in der Musikschule gekostet.

Als am Mittwoch dann Klarheit herrschte, konnte er aber auf das, was schon in der Vergangenheit galt, zurückgreifen. Neben dem Präsenzunterricht vor Ort ist das wie im Lockdown im Frühjahr auch wieder der Online-Unterricht. Einige Schüler würden den auch weiter bevorzugen, obwohl sie auch in der Musikschule proben könnten.

Die meisten der insgesamt etwa 260 Instrumentalschüler würden sich aber für den persönlichen und direkten Austausch mit den Lehrern in der Musikschule entscheiden. Dann gelten strenge Regeln - vor allem für die Schüler, die Gesang oder für Blasinstrumente üben.

Strenge Regeln für Unterricht in Gesang und Blasinstrumenten

Da ist ein Abstand von zwei Metern nötig. In Ausstoßrichtung müssen es sogar sechs Meter sein. „Das ist aber kein Problem, weil wir sehr große Räume haben und in kleinen Gruppen unterrichten“, erklärt Hönig. So gibt es beispielsweise bei einem Blockflöten-Unterricht maximal drei Schüler mit einer Lehrkraft. Sie proben dann in einem Klassenraum, der regelmäßig gelüftet wird.

Manche Schüler werden auf Wunsch dann live per Online-Video hinzu geschaltet. Für den digitalen Unterricht sei die Infrastruktur in den Räumen der Musikschule gut ausgestattet, so Hönig. Wer nicht Gesang oder ein Blasinstrument übt, bei dem gilt ab der Klasse 5 Maskenpflicht im Unterricht. Für jüngere Schüler ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen.

Christoph Hönig ist Leiter der Musikschule Ascheberg. Er freut sich, dass die Coronaschutzverordnung kurzfristig angepasst wurde und nun doch Musikunterricht vor Ort möglich ist.

Christoph Hönig ist Leiter der Musikschule Ascheberg. Er freut sich, dass die Coronaschutzverordnung kurzfristig angepasst wurde und nun doch Musikunterricht vor Ort möglich ist. © Christoph Hönig

Im gesamten Gebäude gelten eine Maskenpflicht sowie ein Mindestabstand von 1,5 Metern für alle. Die Schüler werden einzeln von ihrem Lehrer zur Unterrichtszeit vor der Eingangstür abgeholt. Vor den Räumen soll es so keine Wartezone geben. Nur die Schüler dürfen die Musikschule betreten. Eltern sind angehalten, ihre Kinder nur bis vor die Eingangstür zu begleiten, heißt es weiter in den Regeln der Musikschule Ascheberg.

Unter diesen Hygieneregeln können alle JeKits-Kurse der Musikschule stattfinden. Es gibt aber auch Angebote der Musikschule Ascheberg, die nun verboten sind. So fallen Ensembleproben und der Tanzunterricht mindestens bis Ende November als Präsenzunterricht aus.

Ebenso wird die Musikalische Früherziehung nicht angeboten. Die Gruppen starten normalerweise im November. „Das ist dann recht günstig. Dann starten wir eben, wenn es wieder möglich ist“, sagt Hönig. Ebenso wird es mit dem für den 15. November geplanten Lehrerkonzert gehandhabt. Einen Nachholtermin gibt es allerdings noch nicht. „Im Moment kann niemand einen Termin voraussagen, an dem es wieder möglich sein wird“, so Hönig.

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