Seltener Fund: Werner Hessel, Hobby-Botaniker und Gärtnermeister, hat erneut eine seltene Entdeckung gemacht: Er hat seltene Tabakpflanzen gefunden - und zwar auf der Brachfläche von Surmann's Hof in Ascheberg. © Werner Hessel
Kurioser Fund

Nach Hanf findet Experte Tabakpflanzen – auf Brachfläche von Surmann‘s Hof in Ascheberg

Erst Hanf, jetzt Tabak: Ein Hobby-Botaniker hat einen neuen, seltenen Fund einer Drogenpflanze gemacht. Werner Hessel entdeckte Tabakpflanzen - auf der Brachfläche von Surmann‘s Hof in Ascheberg.

Neuer, kurioser Fund: Als er mit dem Fahrrad durch das Münsterland tourte, machte Werner Hessel einen seltenen Fund. Der Gärtnermeister und Hobby-Botaniker aus Bergkamen-Rünthe entdeckte gleich mehrere Tabakpflanzen – und zwar auf der Brachfläche der einstigen Kneipe Surmann‘s Hof in Ascheberg. „Rund 40 auffallend große Pflanzen in voller Blüte“ hat er gesehen, berichtet der 62-Jährige gegenüber dieser Redaktion. In mehreren Bildern hat er seinen Fund wie so viele andere Entdeckungen zuvor dokumentiert.

Der Experte erklärt: „Dabei handelt es sich um den Virginischen Tabak. Bei dem Tabak handelt es sich um den echten Tabak und nicht um einem Ziertabak, den man im Gartencenter für seinen Garten kaufen kann. Dieser wird auch nicht so hoch. Der Virginische Tabak kann bis zu drei Meter hoch werden.“

An den Blüten hat der Hobby-Botaniker die Tabakpflanze erkannt.
An den Blüten hat der Hobby-Botaniker die Tabakpflanze erkannt. © Werner Hessel © Werner Hessel

Die Pflanzen an der Herberner Straße seien bis über zwei Meter hoch und waren zum Zeitpunkt des Fundes Ende Oktober noch in voller Blüte. Und das auf einer Brachfläche. Dort, wo bis April noch die Gaststätte Surmann’s Hof stand, liegt jetzt nur noch Bauschutt. Dazwischen haben sich die Pflanzen ihren Weg gebahnt. „In der kurzen Zeit ist das schon außergewöhnlich. Da ist ja sonst nur Schutt zu sehen“, erzählt Werner Hessel, der die Pflanzen an ihren rosa-farbenen Blüten erkannt hat.

Experte erkennt Tabakpflanzen in Ascheberg an ihrer Blüte

Auch wenn das einstige Gelände der Kneipe nach dem Abriss durch einen Bauzaun abgesperrt ist, konnte er die etwa 40 Pflanzen plus weitere Jungpflanzen gut erkennen und sicher bestimmen, erklärt der Hobby-Botaniker. Zum ersten Mal, so der 62-Jährige weiter, habe er Tabak „im Freien“ gesehen. Der Virginische Tabak gehört laut Hessel zu der meist angebauten Tabak-Art weltweit und ist für die Tabakwirtschaft die wichtigste kultivierte Art. Wieso die Pflanzen in Ascheberg wachsen, gibt auch dem Experten Rätsel auf.

Werner Hessel hat die seltene Pflanze gefunden. Auf einem Foto wollte er sich selbst nicht sehen. „Fotografieren Sie lieber die Pflanze“, sagte er.
Werner Hessel hat die seltene Pflanze gefunden. Auf einem Foto wollte er sich selbst nicht sehen. „Fotografieren Sie lieber die Pflanze“, sagte er. © Andrea Wellerdiek © Andrea Wellerdiek

Erst vor zwei Monaten hatte er eine äußerst seltene Pflanze an einem ebenso kuriosen Ort gefunden: eine einzelne Cannabispflanze am Rande der Saline in Werne. Hessel hatte diesen Fund dem Bochumer Botanik Verein mitgeteilt. Die Experten stuften ihn als Fund von landesweiter Bedeutung in NRW ein.

Das gilt auch für den nun von Werner Hessel entdeckten Virginischen Tabak mit dem wissenschaftlichen Namen „Nicotiana tabacum“. Der Verein unterscheidet zwischen bemerkenswerten Funden im östlichen Ruhrgebiet oder eben in ganz NRW. Zum ersten Mal überhaupt hat der Verein einen Fund dieser Tabakpflanze kartiert.

„Der einjährige Virginische Tabak ist ebenfalls, wie der Hanf, eine Drogenpflanze und kommt verwildert sehr, sehr selten vor“, freut sich Werner Hessel über seinen neuen, kuriosen Fund in der Region. Der wird an dieser Stelle aber nicht von langer Dauer sein. Dort, wo Surmann‘s Hof stand, entstehen neue Eigentumswohnungen.

40 Pflanzen von stattlicher Größe und etwa noch einmal genauso viele Jungpflanzen hat Werner Hessel in Ascheberg gefunden.
40 Pflanzen von stattlicher Größe und etwa noch einmal genauso viele Jungpflanzen hat Werner Hessel in Ascheberg gefunden. © Werner Hessel © Werner Hessel
Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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