Nach Kritik: Sondersitzung zur neuen Kita in Herbern

Diskussion um Trägerschaft

Die Diskussion um die Trägervergabe für die neue Kita in Herbern ist noch nicht abgeschlossen. Nachdem die evangelische Kirche die jüngste Entscheidung des Jugend- und Sozialausschusses am Mittwoch kritisiert hatte, soll eine endgültige Entscheidung nun der Gemeinderat fällen.

HERBERN

, 07.04.2017, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach Kritik: Sondersitzung zur neuen Kita in Herbern

Der neue Kita-Standort: die Wiese bei "Auf den Äckern".

Update - so hat sich das Thema weiterentwickelt:

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Unser ursprünglicher Artikel:

Wie berichtet, hatten die Politiker im Jugend- und Sozialausschuss in der vergangenen Woche eine mehrheitliche Entscheidung getroffen: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sollte die Trägerschaft für die neue Kindertageseinrichtung übernehmen, die noch in diesem Jahr auf der Wiese „Auf den Äckern“ entstehen soll.

Eigentlich war die Sache durch – bis sich die evangelische Kirchengemeinde am Mittwoch in einem Pressegespräch zu Wort meldete. „Wir sind traurig und enttäuscht über diese Entscheidung“, hatte etwa Pfarrer Thomas Hein gesagt. Denn neben dem DRK hatte sich auch der Evangelische Kirchenkreis Hamm um die Trägerschaft beworben.

Mit einer Kita im Ort hätte man „fundamentale Gemeindearbeit“ leisten können, sagte Hein. Die Entscheidung der Politik sei nicht nachvollziehbar, weil es in Ascheberg bisher keinen einzigen evangelischen Kindergarten gibt.

SPD will erneute Abstimmung

SPD-Ortsvereinsvorsitzender Johannes Waldmann sagte am Freitag auf unsere Anfrage, dass er diese Kritik verstehe. „Unsere Fraktion hat es irritiert, dass die Entscheidung im Ausschuss so gefallen ist, wie sie gefallen ist“, sagte Waldmann und wies darauf hin, dass die SPD nicht für das DRK gestimmt habe.

Waldmann: „Weil wir die Entscheidung der Trägervergabe für so wichtig halten“, werde auf Antrag der Sozialdemokraten nun eine Ratssondersitzung anberaumt, in der noch einmal über die Trägerschaft abgestimmt wird. Das bestätigte auch CDU-Fraktionsvorsitzender Ludger Wobbe. Bürgermeister Dr. Bert Risthaus war für eine Stellungnahme am Freitag nicht zu erreichen.

Obwohl das Thema nun noch einmal aufgerollt wird, haben sich die Wogen zwischen Kirche und Verwaltung mittlerweile wieder geglättet. Hatten Pfarrer Hein und Presbyter Alexander Schober am Mittwoch noch angekündigt, rechtliche Schritte im Presbyterium diskutieren zu wollen, ließ der Kirchenkreis Hamm in der jüngsten Ratssitzung am Donnerstag durch Bürgermeister Bert Risthaus verlauten, dass man rechtliche Schritte zu keinem Zeitpunkt erwogen habe.

"Akzeptieren die Entscheidung"

„Das war eine demokratische Entscheidung und die akzeptieren wir auch“, sagte Pfarrer Dr. Tilman Walther-Sollich vom Kirchenkreis am Freitag auf unsere Anfrage und zitierte aus einer gemeinsamen Stellungnahme von Kirchenverbund und -gemeinde.

Über die Kita-Trägerschaft in Herbern wird nun trotzdem neu abgestimmt.

 

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