Nach Rücktritt von Franken: Wie geht's jetzt weiter?

Pfarrer hat Ascheberg verlassen

Der Rücktritt kam plötzlich: Am Sonntag hat Pfarrer Carsten W. Franken in Ascheberg angekündigt, sein Amt nach sechs Jahren niederzulegen. Bis ein Nachfolger gefunden ist, leitet Pater Jenkner kommissarisch die Gemeinde. Warum das auf jeden Fall nur eine Übergangslösung ist, erfahren Sie hier. Zudem ist Ihre Meinung gefragt.

ASCHEBERG

, 15.03.2016, 13:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach Rücktritt von Franken: Wie geht's jetzt weiter?

Im Pfarrhaus in Ascheberg wird eine Wohnung frei, denn Pfarrer Franken hat die Gemeinde verlassen.

„Ich habe eingewilligt, als kommissarischer Pfarrverwalter zur Verfügung zu stehen“, sagte Pater Jenkner am Montag auf Anfrage unserer Redaktion. Eine Dauerlösung sei das aber nicht. „Mit 75 gehe ich in den Ruhestand. Das steht schon lange fest.“

Relativ kurzfristig hatte sich dagegen ergeben, dass Franken Ascheberg nach sechs Jahren verlässt. Warum er am Montag in aller Frühe abfuhr, hatte er in seiner am Sonntag veröffentlichten Erklärung so beschrieben: Er habe erkannt, „dass die Vorstellung im Pfarreirat über den künftigen Weg von meinen Gedanken abweicht und unsere Wege perspektivisch auseinandergehen".

Konflikte beim Thema Seelsorgearbeit

Zum Hintergrund: Die Kirchengemeinde ist zurzeit dabei, einen Pastoralplan aufzustellen: einen Fahrplan für die Seelsorgearbeit in den nächsten fünf Jahren. In Sachen Kritikfähigkeit und Veränderungswille waren das gewählte Laiengremium und der leitende Pfarrer dem Vernehmen nach aneinander geraten.

Zu diesen Details könne er nichts sagen, so Pater Jenkner. Jetzt gelte es, nach vorne zu schauen. „Die Gemeinde muss das hinkriegen.“ Pater Jenkner zeigte sich da zuversichtlich. Nachdem er den gestrigen Arbeitstag mit einer Arbeitssitzung des Seelsorgeteams begonnen hatte, stand für den Abend ein Treffen mit dem Pfarreirat-Vorstand an.

Franken bleibt im Dienst des Bistums Münster

Pfarrer Franken weilt indes erst einmal auf Kurzurlaub, wie Anke Lucht, Sprecherin des Generalvikariats in Münster auf Anfrage sagte. Danach werde er für etwa sechs Wochen eine Pfarrverwaltung für einen erkrankten Pfarrer in einer anderen Pfarrei übernehmen. Um welche es sich handelt, teilte sie nicht mit. „Über seinen Einsatz nach dieser Vertretungsstelle laufen derzeit Gespräche.“ Fest stehe, dass Franken weiter Priester im Dienst des Bistums Münster bleibe.

Bereits am Montag hatte das Kirchliche Amtsblatt für das Bistum Münster die frei gewordene Stelle in Ascheberg ausgeschrieben. Die sogenannte Hauptabteilung Seelsorge-Personal des Bistums werde Bewerbungen sichten, sie spreche aber auch Kandidaten direkt an, so Lucht. 

Nachfolger soll möglichst bald gefunden werden

Sobald ein Kandidat feststehe, werde er der Gemeinde vorgeschlagen: „Wenn Kandidat und Pfarrgremien sich eine Zusammenarbeit gut vorstellen können, erfolgt die Ernennung durch den Bischof.“

Dass das möglichst bald erfolge, wünscht sich nicht nur Pater Jenkner. „Wir setzen auf die Zukunft“, so Reinhard Hartwig vom Pfarreirat.

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