"Nein darf sein"

HERBERN 25 Prozent aller Frauen und zehn Prozent aller Männer haben in ihrer Kindheit und Jugend Missbrauchserfahrungen gemacht.

von Von Bettina Nitsche

, 06.09.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sozialarbeiterin Walburga Holsten (r.) demonstrierte wie man sich von Sorgen befreien kann. Symbolisch wurden Steine aus der Jacke genommen.

Sozialarbeiterin Walburga Holsten (r.) demonstrierte wie man sich von Sorgen befreien kann. Symbolisch wurden Steine aus der Jacke genommen.

Nur jeder 15. bis 20. Übergriff kommt zur Anzeige. Erschreckende Fakten, die Uta Kerckhoff und Dirk Hermann von der Offenen Jugendarbeit Ascheberg (OJA) am Donnerstag den Lehrern der Mariengrundschule Herbern aufzeigten. Dort fand nämlich in der Aula die Präsentation des Projektes "Nein darf sein" - gegen sexuellen Missbrauch von Kindern statt. Die Herberner Grundschule war seinerzeit mit der Bitte Präventionsarbeit auf diesem Gebiet zu leisten, an die OJA herangetreten.

Präventiv arbeiten

Am 22. Oktober startet die Präventionsarbeit in den zweiten Klassen der Grundschule und zwar in unterschiedlichen Projekten. Die OJA-Mitarbeiter stellten nun das Konzept vor, wie sie Kinder stark machen wollen. Ein Hauptgrund für die Arbeit in der Schule liegt darin, vor allem Jungen und Mädchen in einem Alter zwischen vier und zwölf Jahren missbraucht werden. Einen Großteil dieser Altersklasse wird somit an der Grundschule abgedeckt. Das Ziel dieser Maßnahme ist es, das Selbstwertgefühl aber auch die Konfliktfähigkeit der Kinder zu fördern. Ihnen deutlich zu machen, dass sie ein Recht haben "Nein" zu sagen.

Rollenspiele

Dieses wird sowohl in theoretischer als auch in praktischer Form - nämlich anhand von Rollenspielen - stattfinden. Zudem sollen den Kindern Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Dabei vermittelt diese Schulung Wissen in einer Sprache, die jedes Kind verstehen kann und die es ermutigt, eigene Worte zu finden und sich mitzuteilen. Da die Kinder einen Großteil ihrer Zeit in der Schule verbringen, gelten Lehrer als Vertrauenspersonen. Sexueller Missbrauch, so belegen Untersuchungen, finde häufig im Bekanntenkreis und der Familie, weniger durch Fremde statt. Durch einen sensiblen Umgang mit diesem Thema, finden Kinder leichter den Mut, sich zu öffnen.