Neue Chance für die Profilschule Ascheberg

Verkürztes Anmeldeverfahren

Alle für die Profilschule: Eltern, Lehrer, Schüler und auch die Bezirksregierung haben sich am Mittwochabend für den Erhalt der Einrichtung in Ascheberg stark gemacht. Es hängt nun vom Anmeldeverfahren ab, das verkürzt und vorverlegt worden ist. Außerdem sind Doppelanmeldungen möglich.

ASCHEBERG

, 16.02.2017, 09:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neue Chance für die Profilschule Ascheberg

Bürgermeister Dr. Bert Risthaus musste am Mittwochabend in der Aula der Profilschule viele Rollen auf sich vereinen: Ankläger, Verteidiger und Vermittler.

Statt wie ursprünglich geplant am Montag, können Eltern ihre Kinder bereits am Samstag, 18. Februar, anmelden. Und zwar im Rahmen des Info-Vormittages, zu dem Lehrer und Schüler der Profilschule von 10 bis 12 Uhr in die Mensa an der Bahnhofsweg eingeladen haben. „Hier erwarten die Eltern keine Vorträge, sondern Kollegen und Schüler, die mit Feuereifer den Alltag an unserer Schule darstellen wollen“, warb Carsten Nas aus dem Leitungsteam am Mittwoch vor mehr als 200 Eltern um neue Anmeldungen. Seine Kollegin Susanne Wachholz ergänzte: „Schenken Sie uns bitte Ihr Vertrauen. Ich bin überzeugt, dass unsere Kollegen und wir es verdient haben.“

Statt bis zum Samstag läuft das Anmeldeverfahren nur bis Mittwoch, 22. Februar, 14 Uhr. Der Grund: „So haben alle die Chance, im Falle eines Scheiterns noch an Anmeldeverfahren anderer Schulen in der Nachbarschaft teilzunehmen“, sagte Brigitte Schulte. Sie war eine von drei Vertretern der Bezirksregierung, die diese Entscheidung kurzfristig im Laufe der Versammlung trafen, nachdem Eltern diesen Wunsch geäußert hatten.

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Nordkirchen-Plätze bleiben gesichert

Die Schulaufsicht kam den Eltern in einem weiteren Punkt entgegen: „Wenn Sie bereits eine Zusage für die Gesamtschule in Nordkirchen haben, aber trotzdem ihr Kind lieber in Ascheberg anmelden möchten, können Sie das tun“, so Brigitte Schulte. Der bereits zugesagte Platz an der Gesamtschule sei dadurch nicht gefährdet: „Es wird sich in Nordkirchen nichts tun, bevor nicht das Anmeldeverfahren in Ascheberg abgeschlossen ist“, sicherte sie den Eltern zu. Heißt: Kommt die Profilschule zustande, können die Kinder dorthin gehen; scheitert das Anmeldeverfahren, können die Kinder, die bereits eine Zusage haben, in Nordkirchen angemeldet bleiben. Die Bezirksregierung sieht durch diese Regelung für Nordkirchen keine Nachteile: „Dort gibt es eine sehr lange Nachrückerliste, die werden die Plätze auf jeden Fall vollkriegen.“

Nun sind die Ascheberger Eltern am Zug: Die Bezirksregierung stellte am Mittwochabend klar, dass definitiv zwei Züge reichen würden, um die Profilschule zu retten. 46 Anmeldungen wären dazu notwendig. Bernhard Kock von der Bezirksregierung redete den Eltern nochmal ins Gewissen: „Sie haben es selbst in der Hand. Der neue Jahrgang in der Profilschule wäre keine Übergangslösung, sondern es würde zum Schuljahr 2018/19 wieder ein Anmeldeverfahren geben, so dass die Ascheberger alle Chancen haben, den Schulstandort dauerhaft zu sichern.“

"Wir müssen nach vorne schauen"

Bürgermeister Dr. Bert Risthaus machte ebenfalls noch einmal klar, um was es nun geht: „Wir haben nur diese eine Chance, den Schulstandort Ascheberg zu sichern. Melden Sie Ihre Kinder ab Samstag an.“ Natürlich bestünde das Risiko, dass es zu wenig Anmeldungen gibt – dann wäre die Profilschule Ascheberg am Ende und würde 2022 auslaufen. „Daran sollten wir jetzt aber nicht denken. Sondern wir müssen nach vorne schauen und überzeugt von unserer Schule sein“, so Risthaus.

Zumindest der Applaus in der Mensa machte Hoffnung, dass es mit der Profilschule doch nicht vorbei sein könnte.

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