Neue Flüchtlingsunterkunft wird größer und teurer

In Ascheberg

Auch wenn seit Februar erst zwei neue Flüchtlinge zugewiesen wurden: Die Gemeinde Ascheberg rechnet nicht damit, dass sich die Situation dauerhaft entspannt. Deshalb hat der Haupt- und Finanzausschuss nun auch zusätzliche 300.000 Euro für den Ausbau einer Flüchtlingsunterkunft freigegeben.

ASCHEBERG

, 20.04.2016, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neue Flüchtlingsunterkunft wird größer und teurer

Die Gemeinde hat die Halle von Blumenhagen Hochbau GmbH gekauft und baut diese zu einer Flüchtlingsunterkunft um.

Der Rat hatte das Geld mit einem Sperrvermerk versehen. Denn ursprünglich sollte der Umbau der alten Halle des Bauunternehmens Blumenhagen in Ascheberg 1,1 Millionen Euro kosten, wurde dann aber teurer.

„Die detaillierten Berechnungen haben nun bestätigt, dass eine zweigeschossige Bauweise 1,4 Millionen Euro kosten wird“, bestätigte Bauamtsleiter Klaus van Roje am Dienstagabend im Ausschuss.

"Werden mehr Platz brauchen"

Hatte die Politik noch die Hoffnung, dass ein eingeschossiger Umbau ausreichen würde, machte Bürgermeister Dr. Bert Risthaus nun klar: „Wir werden mehr Platz brauchen.“

Denn 84 Flüchtlinge sind derzeit in Gebäuden untergebracht, die von der Gemeinde nur temporär angemietet sind – und für die ihre Investoren andere Pläne haben. „Außerdem gibt es eine neue Situation“, so Risthaus.

Familie wäre obdachlos

Erstmals kommt es in Ascheberg zu einem Familiennachzug, obwohl die Wohnsituation des betroffenen Flüchtlings nicht geklärt ist. „Der Mann aus Syrien wohnt noch in einem unserer Übergangsheime“, erläuterte der Bürgermeister.

Normalerweise dürfe in solchen Fällen ein Antrag auf Nachzug der Familie nicht genehmigt werden – doch genau das ist passiert. „Die Frau und drei Kinder kommen nach Ascheberg und sind dann obdachlos“, so Risthaus. „Damit fallen sie unter unsere Fürsorgepflicht.“

Man müsse abwarten, ob das ein Einzelfall sei. „Falls nicht, stehen wir vor ganz neuen Problemen“, warnte Risthaus angesichts der 320 Flüchtlinge, die Ascheberg laut Zuweisungsschlüssel im Jahr 2016 durch das Land NRW zugewiesen werden.

Sperrverwerk aufheben

Neben den 70 Plätzen, die Ende April in Davensberg zur Verfügung stehen, sollen in der ehemaligen Blumenhagen-Hall nun 172 Unterbringungsplätze auf zwei Etagen entstehen. Einstimmig fiel der Beschluss, den Sperrvermerk aufzuheben. „Es wäre absolut falsch, darauf zu hoffen, dass sich die Situation entspannt“, sagte SPD-Fraktionschef Christian Ley. 

Woher das Geld für den Umbau kommt:

  • Rund 400.000 Euro erhält die Gemeinde Ascheberg an Fördergeldern vom Land NRW zum Bau von Flüchtlingsunterkünften.
  • 226.800 Euro fließen in das Projekt „Haus Berger“ in der Herberner Südstraße.
  • 176.400 Euro kommen dem Umbau der Blumenhagen-Halle im Breil 5 in Ascheberg zugute.

Tag der offenen Tür
Die Gemeinde Ascheberg lädt für Dienstag, 10. Mai, um 16.30 Uhr zum Tag der offenen Tür in der Flüchtlingsunterkunft Davensberg, Amelsbürener Straße, ein.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt