Neue Lüdinghauser Straße - Details, Zeitplan und Maßnahmen stehen fest

rnVerkehr in Ascheberg

Die Lüdinghauser Straße wird erneuert, und zwar schon in wenigen Wochen. Christian Scheipers vom Tiefbauamt hat mit uns über Details zu Zeitplan, Maßnahmen und Bauabschnitten gesprochen.

Ascheberg, Herbern

, 23.10.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nicht nur der Eschenplatz, auch die Lüdinghauser Straße von Eschenbach- bis zur Sandstraße wird erneuert. Nun stehen auch die genauen Details zu der Gesamtmaßnahme fest. „Der Gemeinderat hat vor 14 Tagen den Auftrag für den Straßen- und Tiefbau erteilt“, sagt Christian Scheipers, Fachgruppenleiter beim Tiefbauamt der Gemeinde Ascheberg. Und zwar an die Firma Dieckmann aus Osnabrück, mit der die Gemeinde in der Vergangenheit schon andere Maßnahmen wie Kanalschächte realisiert hat. Für die Lüdinghauser Straße fand am Dienstag (20. Oktober) das Auftaktgespräch mit der Baufirma statt.

Drei Besonderheiten werden die Lüdinghauser Straße nach Fertigstellung ausmachen: ein Zebrastreifen zwischen Hit und Aldi, neue Fuß- und Radwege und eine Verkehrsinsel direkt an der Einmündung zur Sandstraße. Für die neuen Fuß- und Radwege zwischen Eschenbach- und Sandstraße wird die Lüdinghauser Straße an jeder Seite um 50 Zentimeter verbreitert. „Wir brauchen eine 7 Meter breite Fahrbahn, um beidseitig Radschutzstreifen von je 1,25 Metern zu bauen“, so Scheipers.

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Für den Autoverkehr bleiben dann noch insgesamt 4,5 Meter Fahrbahn. Die Schutzstreifen werden an einer Fläche rot markiert: Der Radverkehr hat hier Vorrang. Gleichzeitig wird der Bereich mit einer weiß gestrichelten Linie vom Autoverkehr abgetrennt. Wenn also kein Radfahrer auf dem Radweg ist, können die Autofahrer die Linie zum Radweg überfahren und diesen mitnutzen. Die neuen Fußwege auf beiden Seiten werden hinter der bestehenden Lindenallee verlaufen.

Der künftige Zebrastreifen zwischen Hit und Aldi wird weiß/anthrazit gepflastert, um diesen optisch hervorzuheben. Für sehbehinderte Menschen werden dort sogenannte taktile Elemente verbaut, für Rollstuhlfahrer wird der Bereich ebenerdig gestaltet. „Auch die Beleuchtung wird in Gänze angepackt“, sagt Scheipers. „Wir werden die Beleuchtung im gesamten Bauabschnitt auf LED umstellen. Die vorhandenen Lampen bleiben und man tauscht nur den Lampenkopf aus. Am Fußgängerüberweg wird die Beleuchtung verstärkt. Da kommen wahrscheinlich nochmal zwei Leuchten hin, sodass der Überweg für den Autofahrer sichtbarer ist.“ Das spezielle Ausleuchten sei eine Vorgabe beim Bau von Zebrastreifen, so Scheipers.

An der Einmündung zur Sandstraße entsteht auf Wunsch insbesondere des Seniorenbeirates eine Mittelinsel.

An der Einmündung zur Sandstraße entsteht auf Wunsch insbesondere des Seniorenbeirates eine Mittelinsel. © Gemeinde Ascheberg

Außerdem neu: eine Mittelinsel an der Einmündung zur Sandstraße. „Der Kreuzungsbereich ist sehr groß und lang, besonders Ältere kommen da nicht schnell drüber. Da gab es auch eine Begehung mit dem Seniorenbeirat“, erklärt Scheipers. Testweise habe man die Mittelinsel bereits aufgemalt. Nun soll sie auch umgesetzt werden. In der Mitte soll ein dreieckiges, gepflastertes Plateau entstehen, der Überweg dazu soll ebenfalls gepflastert werden. „Da werden wir auch mit einer Farbnuance zum Asphalt arbeiten“, so Scheipers. „Die Mittelinsel ist allerdings nicht separiert von der Fahrbahn, sondern ebenerdig, sonst schaffen die Busse, die da rein- und rausfahren, den Radius nicht“, erklärt Scheipers.

Klar ist schon, in welcher Reihenfolge die Bauabschnitte angegangen werden: und zwar aus Richtung Gewerbegebiet kommend in Richtung Sandstraße. Der erste Bauabschnitt ist der zwischen Eschenbachstraße und Adamsgasse, dann folgt der Abschnitt Adamsgasse bis zur ersten Zuwegung zum Aldi, an dritter Stelle folgt der Abschnitt von der ersten Zuwegung bis zur alten Feuerwache, an vierter und letzter Stelle wird dann der Abschnitt von der Feuerwehr bis zur Einmündung Sandstraße fertig gestellt.

Die Baufirma erstellt derzeit ein Verkehrs- und Sperrungskonzept, das immer die Erreichbarkeit der Geschäfte gewährleiste und den Umstand berücksichtige, dass nicht alle Anliegerstraßen eine zweite Ausfahrtsmöglichkeit haben. „Das müssen wir dann noch mit der Unteren Straßenverkehrsbehörde besprechen“, sagt Scheipers. Auch mit den Rettungsdiensten und anderen kritischen Stellen werde man Rücksprache halten.

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Wie lange die einzelnen Bauabschnitte dauern werden, ist allerdings noch unklar: „Das ist schwierig zu sagen“, sagt Scheipers. „Wir müssen die gesamte Planungsphase eng mit Hit abstimmen.“ Denn man könne nicht damit anfangen, die Lüdinghauser Straße aufzumachen, wenn Hit gerade mit dem Bau des Marktes fertig ist. Deshalb will die Gemeinde Anfang Januar mit dem Umbau der Straße beginnen - einen Monat später soll Hit mit dem Bau beginnen. Die Übergänge zu Hit werde man schützen, so Scheipers.

750.000 Euro soll die Baumaßnahme insgesamt kosten

Dass es an der Lüdinghauser Straße in diesem Jahr nicht mehr losgeht, sei zum Teil auch coronabedingt, sagt Scheipers: „Wir sind so schnell nicht an das Material gekommen.“ Zum anderen sei die Lüdinghauser Straße eine sehr anspruchsvolle Maßnahme mit vielen Akteuren. „Wir brauchen da ganz viele Zulieferer“, so Scheipers. Auch um die Bäume entlang der Straße zu schützen, werden etwa spezielle Baumschutzplatten verlegt und der Wurzelbereich mit einem speziellen Granulat verfüllt.

Alles in enger Absprache mit einem externen Baumpfleger, der die Maßnahme begleitet. Insgesamt sei die Lindenallee dort geschützt. „2 oder 3 müssen gefällt werden, dann werden 6 bis 8 nachgepflanzt“, so Scheipers. Eine derartige Baumschutzmaßnahme habe es in Ascheberg noch nicht gegeben. Außerdem müssen Versorgungsleitungen wie Gas, Wasser, Strom und Glasfaser umgelegt werden.

Ende des Jahres aber will die beauftrage Baufirma aus Osnabrück die Baustelle bereits einrichten. Sperrungen und Verkehrsbehinderungen durch die Baustelle habe man aber kurz vor Weihnachten, wenn es dann theoretisch hätte losgehen könne, vermeiden wollen, so Scheipers. „Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn wir zwei Wochen vor Weihnachten alles aufmachen. Dann lieber ab Januar mit Vollgas. Der Wunsch ist es, noch in der ersten Jahreshälfte 2021 fertig zu werden.“ 750.000 Euro plant die Gemeinde für den gesamten Bauabschnitt ein.

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