Neue Notdienstordnung stößt auf Widerstand

Neustrukturierung

HERBERN Empört zeigt sich Dr. Bernhard Lohmann über die Äußerungen des Bürgermeisters und seines Beigeordneten zur Neustrukturierung des Notdienstes ab Mitte des kommenden Jahres:

von Von Wolfgang Gumprich

, 12.10.2009, 16:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im Rahmen der Neustrukturierung dürfen Ascheberger Patienten demnächst auch die Notfallsprechstunde im Lüdinghausener Marienhospital aufsuchen.

Im Rahmen der Neustrukturierung dürfen Ascheberger Patienten demnächst auch die Notfallsprechstunde im Lüdinghausener Marienhospital aufsuchen.

"Mehr als zynisch" nennt es der Herberner Arzt' wenn die Verwaltung von positiven Chancen und Verbesserungen des ärztlichen Notdienstes spreche. Die Gemeinde Ascheberg, aber auch Werne, fänden sich ab 2010 in einem Bezirk wieder, der sich von Münster nach Bönen, von Oelde über Beckum bis Capelle erstrecke. Die Funktionäre bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe in Dortmund, so schimpft der Medinziner, hätten die Notdienstreform am grünen Tisch geplant. Lohmann erläutert: "Die zentrale Notdienstpraxis wird am Evangelischen Krankenhaus in Hamm angegliedert sein, am Wochenende wird noch eine Notdienstdependance am Franziskus-Krankenhaus in Ahlen geöffnet sein."Besuchsanforderung kann lange dauern

Anspruch auf den Hausbesuchsfahrdienst hätten nur die Patienten, die im zuständigen Bezirk - also demnächst Hamm - wohnen. Lohmann kommentiert dies sarkastisch: "Wie lange eine Besuchsanforderung durch alte nicht mehr gehfähige Patienten z. B. in Werne oder Herbern dauert, wenn der Fahrdienst in Beckum im Einsatz ist, bleibt abzuwarten!"

Die geplante Notdienstpraxis in Lüdinghausen dürfe zwar auch von Patienten aus Ascheberg und Drensteinfurt angefahren werden, doch befürchtet Lohmann, dass man besonders bei Überlastung (Grippewelle) den Patienten schnell verdeutlichen werde, in welchen Bezirk sie eigentlich gehörten. Neben Lüdinghausen kämpfe auch Dülmen um den Standort der Notdienstpraxis für den südlichen Teil des Kreises Coesfeld.

Lohmann hofft, dass die Politiker der betroffenen Kommunen und das Sozialministerium in Düsseldorf bei der Kassenärztlichen Vereinigung intervenieren, um eine "halbwegs akzeptable Lösung" für die ärztliche Versorgung auf dem Land zu gewährleisten. Den Krankenkassen, so resümiert Lohmann, scheine das Schicksal ihrer Versicherten egal zu sein.