OGS-Betreuung in Ascheberg: Gleich vier Träger buhlen um den Auftrag

Grundschulen in Ascheberg

Gleich vier potentielle OGS-Träger für die Grundschulen der Gemeinde Ascheberg haben sich am Donnerstag der Politik vorgestellt. Schon bald solle eine Entscheidung fallen, wer den Auftrag bekommt.

Herbern, Ascheberg

, 06.03.2021, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für die Trägerschaft der Offenen Ganztagsschule in Ascheberg interessieren sich gleich vier Institutionen.

Für die Trägerschaft der Offenen Ganztagsschule in Ascheberg interessieren sich gleich vier Institutionen. © Symbolbild Pixabay

Wenn es um die Einrichtung einer Offenen Ganztagsschule an den Grundschulen ab dem kommenden Schuljahr geht, scheint sich die Gemeinde Ascheberg keine allzu großen Sorgen machen zu müssen. Zumindest mit Blick auf das Interesse der potentiellen Träger.

Denn gleich vier davon stellten den Mitgliedern des Bildungs- und Kulturausschusses am Donnerstag (4. März) ihre allgemeinen Grundkonzepte vor - in einer fast zweistündigen Präsentationsveranstaltung. Neben dem AWO Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen und dem Caritasverband für den Kreis Coesfeld werfen auch das Mütterzentrum Soziales Netzwerk aus Beckum und die St.-Christophorus-Jugendhilfe Werne ihren Hut in den Ring.

Hintergrund ist der ab dem Jahr 2025 geltende Rechtsanspruch auf einen Platz in der Offenen Ganztagsschule. Bislang liegt die Trägerschaft des Betreuungsangebots nach Unterrichtsschluss an den Ascheberger Grundschulen noch bei den beiden ehrenamtlich geführten Vereinen zur Übermittagsbetreuung (ÜBI) - und das schon seit gut 30 Jahren. Ein Engagement, für das sich Bürgermeister Thomas Stohldreier in der Ausschusssitzung ausdrücklich bedankte.

Zur Realität gehört aber auch: Ein „weiter so“ ist nicht möglich. Die Pandemie habe dazu geführt, dass ehrenamtliche Arbeit schwieriger geworden sei, so Stohldreier. Auch der Organisationsaufwand für ein entsprechendes Betreuungsgebot nehme stetig zu - genauso wie der Bedarf an Betreuungsplätzen in Ascheberg.

Die ÜBI-Vereine hatten das freilich selbst erkannt und waren daher auf die Gemeindeverwaltung zugegangen. Man habe darüber gesprochen, wie man „in einem geordneten Prozess zur Offenen Ganztagsgrundschule übergehen kann“. Das Ergebnis der Beratung in Zusammenarbeit mit den Grundschulleitungen: Ein externer Träger soll die Aufgabe in Zukunft stemmen.

Bürgermeister Stohldreier sieht klare Vorteile der OGS

Mit den vier Kandidaten habe man nun „sehr gute und in der Umgebung bekannte Träger“ gefunden, betonte Aschebergs Bürgermeister. Die Vorteile der OGS lägen auf der Hand: mehr finanzielle Zuwendungen vom Land, mehr Stellen für Lehrkräfte, mehr Flexibilität in der Betreuung. „Es ist wichtig, dass wir die Eltern bei diesem Umstellungsprozess mitnehmen, dass es einen guten Dialog zwischen Eltern, Schulen und Trägern gibt. Wir wollen kein Konzept von irgendwo anders abkupfern. Wir wollen unsere eigene OGS gestalten“, so Stohldreier.

Wie die ab dem kommenden Schuljahr aussehen soll, lässt sich Stand jetzt kaum beurteilen. Vielmehr betonten die Träger, dass sie zwar ihre eigenen Konzepte einbringen, aber auch an die bereits vorhandenen Strukturen anknüpfen und sich natürlich an den individuellen Gestaltungsmöglichkeiten und Bedarfen vor Ort orientieren wollen.

Die Beratung der Ausschussmitglieder, die in einer Empfehlung an den Rat mündete, erfolgte im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung. Die Ergebnisse wollen Politik und Verwaltung bis zur Ratssitzungen am 16. März nicht öffentlich kommunizieren.

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Festlegung der Elternbeiträge

  • Die Verwaltung hatte in ihrer Ausschreibung festgehalten, dass das Personal, das aktuell die ÜBI leitet, vom neuen Träger übernommen wird.
  • Die Beiträge für die Offene Ganztagsschule erfolgen anhand einer noch zu beschließenden einkommensabhängigen Elternbeitragstabelle. Die entsprechende Satzung wird im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss am 9. März beraten.
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