Profilschüler müssen in der Pause auf dem Schulhof bleiben: Genehmigter „Freigang“ ist beendet

rnProfilschule Herbern

Viele ältere Schüler der Profilschule nutzten die große Mittagspause, um zum Bäcker oder Imbiss zu gehen. Doch wegen einer neuen Richtlinie ist das Verlassen des Schulhofes jetzt nicht mehr erlaubt.

Herbern, Ascheberg

, 12.02.2020, 15:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Montags, mittwochs und donnerstags findet der Nachmittagsunterricht an der Profilschule statt. Davor gibt es von 13.10 bis 14.10 Uhr eine große Mittagspause. Bislang haben viele Schüler die Zeit genutzt, um sich in den umliegenden Bäckereien und Imbissbuden zu versorgen. Doch damit ist nun Schluss.

Denn aufgrund einer neuen Richtlinie des Ministeriums für Schule und Bildung NRW dürfen auch die älteren Schüler das Schulgelände nicht mehr verlassen. Sie werden verpflichtet, während der Pause an der Schule zu bleiben. Das geht aus der neuen Richtlinie für den gebundenen Ganztag hervor, die seit diesem Jahr gilt.

Neue Angebote an der Profilschule

Darauf mussten auch die Verantwortlichen der Profilschule reagieren. Die Änderung betrifft nur den Standort Herbern, an dem die Schüler der neunten und zehnten Klasse unterrichtet werden. In Ascheberg durften die Schüler der fünften bis achten Klassen das Schulgelände sowieso nicht verlassen.

„Wir haben gemeinsam mit Schülern, Eltern und Lehrern überlegt, welche Angebote auf dem Schulhof möglich sind“, erzählt Schulleiter Jens Dunkel. Und das sind einige.

Schwimmen in der Mittagspause

Neben Sport- und Musikangeboten können die Profilschüler auch das Hallenbad in der Mittagspause nutzen. Wer zwischen dem Vormittags- und Nachmittagsunterricht unter Aufsicht eines Lehrers keine Bahnen ziehen will, kann das Jugendzentrum in der Südstraße besuchen.

Dort gibt es in Kooperation mit der Jugendhilfe Werne montags und mittwochs Angebote für die Schüler. Schon viele Schüler hätten in der Vergangenheit bereits das Jugendzentrum in der Mittagspause besucht. Hier können sie Dart oder am Kicker spielen. „Viele wollen aber einfach nur chillen“, sagt Dunkel. Egal ob im Jugendzentrum oder auf dem Schulgelände.

Mehr Schüler mittags in der Mensa

Eine höhere Nachfrage gibt es bereits in der schuleigenen Mensa, erzählt Dunkel. Die Zahl der Schüler, die hier ihr Mittagessen bestellen, habe sich mindestens verdoppelt, erzählt der Schulleiter. Nun seien es etwa 50 Schüler, die hier ihr Mittagessen bekommen.

Jetzt lesen

Wer nicht in die Mensa geht, kann sich auf dem Schulgelände versorgen. Wie in Ascheberg gibt es nun auch am Standort in Herbern einen Kiosk, den Schüler selbst betreiben. Immer in der Frühstückspause von 9.30 Uhr bis 9.50 Uhr können sich Schüler hier mit Brötchen und anderen Snacks versorgen. Die belegten Brötchen werden von der Bäckerei Röwekamp angeliefert, um den Verkauf und die Abwicklung kümmert sich eine Gruppe von zehn bis zwölf Schülern in Eigenregie.

Stimmung ist laut Schulleiter Jens Dunkel friedlich

Ebenso auf Eigeninitiative haben Schüler das Musikangebot, bei dem sie gemeinsam musizieren können, für die Mittagspause organisiert. Neben den Schülern habe man auch Eltern und Lehrer mit involviert, als es darum ging, ein neues Pausen-Angebot an der Profilschule Herbern zu schaffen, so Dunkel.

Die meisten Schüler reagieren positiv auf den fehlenden „Freigang“ an der Profilschule. „Die Stimmung ist friedlich. Klar gibt es einige Schüler, die gerne mal Pommes oder Döner gegessen haben. Andere wiederum freuen sich, gemeinsam die Zeit nutzen zu können - zum Beispiel um Musik zu machen“, sagt der Schulleiter.

Keine Probleme mit der neuen Regelung

Bislang hätten sich alle Schüler an die neue Regel gehalten. Wer dennoch das Schulgebäude in der großen Mittagspause verlässt, begeht ein Regelverstoß. Und der wird laut Jens Dunkel entsprechend geahndet: mit einem Gespräch, einer Ermahnung bis hin zu einem Elterngespräch oder Elternbrief. Bislang habe es aber keine Probleme mit der neuen Richtlinie gegeben.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Ruhr Nachrichten Bürgermeister Ascheberg
„Vieles hat mich stolz gemacht“: Bürgermeister Risthaus zeigt die Höhepunkte seiner Amtszeit