Profilschule Ascheberg: Versuch ist gescheitert

Partnerschaft mit Nordkirchen geplant

Nun ist offiziell, was viele schon vermutet hatten: Die Verwaltung schlägt ein Ende der Profilschule in Ascheberg vor. Die Gemeinde plant, eine Schulpartnerschaft mit dem benachbarten Nordkirchen einzugehen. Wir stellen die Eckpunkte des Plans vor.

ASCHEBERG/NORDKIRCHEN

, 15.11.2016 / Lesedauer: 3 min
Profilschule Ascheberg: Versuch ist gescheitert

Einen Überblick über die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt der Profilschule gab es im Schulausschuss.

In ihrer Sitzungsvorlage für den anstehenden Schulausschuss am 24. November schlägt die Verwaltung den Ausschussmitgliedern das Ende der Profilschule vor - und erläutert die Eckpunkte der geplanten Schulpartnerschaft zwischen den Nachbarkommunen. Demnach soll:

  • die Profilschule Ascheberg ab dem Schuljahr 2017/18 nach und nach auslaufen;
  • die Gesamtschule Nordkirchen um einen Teilstandort in Ascheberg erweitert werden - der alte Standort Herbern spielt keine Rolle mehr;
  • es an beiden Standorten der zukünftigen Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule Nordkirchen-Ascheberg jeweils dreizügige Jahrgangsstufen in der Sekundarstufe I geben;
  • die vierzügige Oberstufe an der Schule in Nordkirchen angesiedelt sein.

Aufgestellt hat diesen Schulentwicklungsplan das Planungsbüro Biregio aus Bonn, das den eingeschlagenen Weg damit begründet, dass so eine "regionale Bildungslandschaft" entstehe, von der beide Gemeinden profitieren könnten.

Enttäuscht über gescheiterten Versuch

"Trotzdem ist uns die Entscheidung nicht leicht gefallen", sagte Bürgermeister Dr. Bert Risthaus am Dienstag unserer Redaktion. Der Verwaltung sei bewusst gewesen, dass das Konzept der Profilschule von vornherein als Versuch angelegt war. "Aber natürlich sind wir optimistisch an die Sache rangegangen - und jetzt umso enttäuschter, dass die Profilschule nicht die Akzeptanz erfahren hat, die wir uns gewünscht hätten."

Ähnlich wie in der Verwaltungsvorlage geschrieben, begründete Risthaus das geplante Aus für die Profilschule in erster Linie mit dem Wunsch vieler Eltern, dass ihre Kinder bis zum Abitur auf einer Schule bleiben können. Das war bei der Profilschule nicht gegeben - dort gibt es keine Oberstufe, nach der zehnten Klasse ist Schluss. Der nun vorgestellte Schulentwicklungsplan sieht zwar keinen Schul-, dafür aber einen Standortwechsel nach der Sekundarstufe I vor.

Von einer Fusion der beiden Schulen wollte Risthaus am Dienstag bewusst nicht sprechen: "Wer jetzt Profilschüler ist, bleibt bis zu seinem Abschluss Profilschüler." Heißt: Die Profilschule bleibt solange weiter bestehen, bis der letzte Schüler seinen Abschluss hat; Neuanmeldungen sind ab dem kommenden Schuljahr jedoch nur noch für die Gesamtschule Nordkirchen-Ascheberg möglich.

Noch zwei Hürden sind zu nehmen

Zwei Hürden muss der Schulentwicklungsplan jetzt noch nehmen. Erstens: Schulausschüsse und Räte beider Gemeinden müssen den Umbruch billigen. Zweitens: Die Anmeldezahlen müssen stimmen. Sollten Eltern ihre Kinder nicht in der erforderlichen Zahl an der Gesamtschule anmelden (für sechs Züge benötigt die Gesamtschule im Schuljahr 2017/18 mindestens 150 Anmeldungen), wird es den geplanten Teilstandort in Ascheberg nicht geben.

"Das ist der worst case, aber damit rechne ich nun gar nicht", sagte Risthaus abschließend. "Die Gesamtschule in Nordkirchen hat die hohe Nachfrage." Dietmar Bergmann, Bürgermeister der Gemeinde Nordkirchen, sieht die Gesamtschule mit diesem Plan für die nächsten Jahre "gestärkt und gesichert".

Ausschüsse entscheiden:
In parallel angesetzten Sitzungen entscheiden die Schulausschüsse und Räte beider Gemeinden über den Schulentwicklungsplan: Schulausschuss am Donnerstag, 24. November, 18 Uhr; Ratssitzung am Donnerstag, 8. Dezember, 18 Uhr; in Ascheberg jeweils im Bürgerforum des Rathauses, Dieningstraße 7.

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