Profilschule Ascheberg zieht nach fünf Jahren Bilanz

Turbulente Zeiten

Das fünfte Jahr der Profilschule Ascheberg ist am Freitag zu Ende gegangen – und damit ein sehr turbulentes. Auf das nächste Jahr blicken die Lehrer aber zuversichtlich: Sie setzen auf Werbung und ständige Weiterentwicklung. Und auch ein bisschen: auf den neuen Schulleiter. Eine Bilanz.

ASCHEBERG

, 14.07.2017, 17:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was Schüler, Eltern und Lehrer in diesem fünften Jahr durchmachen mussten, ist filmreif: Gestartet als Schule ohne Zukunft, dann degradiert zum Juniorpartner in einer Ehe, die schon vor der Hochzeit scheiterte. Die Kurve gekriegt, alle Kräfte mobilisiert – und schließlich ein Happy End gefeiert.

Und was für eins: Gleich 40 Schüler des ersten Entlassjahrganges schafften einen besseren Abschluss, als es die Grundschule vor fünf Jahren empfohlen hatte. „Wir sind sehr stolz auf dieses Ergebnis und sehen das als Bestätigung für unser Konzept an“, kommentierte Christiane Wieging vom Schulleitungsteam am Freitag die Leistung der Absolventen.

"Mindestens 69 Eltern überzeugen"

Auch Carsten Nas, ab August offiziell stellvertretender Schulleiter, unterstrich die Bedeutung dieser Zahlen: „Die Relation ist wichtig. Es geht nicht darum, wie viele den höchsten Abschluss schaffen, sondern darum, dass sich die Schüler in der Profilschule Ascheberg hervorragend entwickelt haben.“ Ein Aspekt, den auch Dr. Bert Risthaus herausstellte. Der Bürgermeister der Gemeinde Ascheberg hob im Gespräch mit unserer Redaktion noch einmal die Leistung der Schüler hervor: "Sie standen von Anfang an im Blick der Öffentlichkeit und haben sich bewährt", so Risthaus.

Entsprechend zuversichtlich blickt das Kollegium, das von 68 auf voraussichtlich 63 Kräfte schrumpfen wird, auf das nächste Jahr. „Das Ziel ist klar: Wir wollen mindestens 69 Eltern überzeugen, dass sie ihr Kind an unserer Schule anmelden“, so Nas. Da die kommenden Jahrgänge nicht mehr fünf-, sondern nur noch vierzügig sind, sei die Schule gut aufgestellt: „Die Bezirksregierung hat uns bestätigt, dass wir exakt das ausfüllen, was wir brauchen.“

Trotz des Erfolges soll es für Carsten Nas kein „Weiter so“ geben. Denn: „Ich fände es schade, wenn eine Schule stagniert und alles in Stein gemeißelt ist.“ Man befinde sich in einem ständigen Evaluationsprozess, weshalb auch der Zukunftswerkstatt, die vor einigen Wochen unter Beteiligung der Elternschaft stattgefunden hat, eine besondere Bedeutung zukommt: „Wir haben dort Arbeitsfelder benannt und auch signalisiert, wo wir uns die Mitwirkung der Eltern wünschen.“

Öffentlichkeitsarbeit besonders wichtig

Eine große Rolle nimmt dabei die Öffentlichkeitsarbeit ein. Denn die Profilschule braucht Werbung, um ihre Anmeldezahlen zu erreichen. Hier sind die Eltern gefragt: „Eltern haben weniger Hemmungen, andere Eltern anzusprechen, als wenn sie auf das Kollegium oder die Schulleitung zugehen“, glaubt Nas. Außerdem schlüpfen die frischen Absolventen in die Botschafterrolle: „Wir tauschen uns mit unseren Kooperationspartnern aus und verfolgen den Weg unserer Schüler weiter“, erklärt Christiane Wieging. „Natürlich werden wir auch in engem Kontakt mit einigen Schülern bleiben.“

Ebenfalls wichtig wird die Rolle des neuen Schulleiters sein, der laut Bezirksregierung Münster spätestens nach den Sommerferien benannt werden soll. „Ich denke, dass die neue Leitung erst mal eine beobachtende Funktion einnimmt und sich mit der gesamten Situation vertraut macht“, so Christiane Wieging. Dass der neue Leiter von außerhalb kommt, sieht sie als Vorteil an: „Dann hat man noch mal einen anderen Blick auf das System und erkennt vielleicht Dinge, die noch zu verbessern sind.“

Die Bilanz in Zahlen
– 110 Zehntklässler haben die Profilschule zum Ende des Schuljahres verlassen.
– 46 erhielten die Qualifikation fürs Gymnasium.
– 41 schafften den Realschulabschluss.
– 15 erhielten den Hauptschulabschluss nach Klasse 10, 7 den Abschluss nach Klasse 9.
– Ein Schüler erhielt einen Förderschulabschluss.
– 63 Absolventen haben den Abschluss erhalten, für den sie von der Grundschule empfohlen worden waren.
– 40 Jugendliche verließen die Profilschule mit einem besseren Abschluss gegenüber der Grundschulempfehlung.
– 33 Profilschüler haben einen Ausbildungsplatz. 

Lesen Sie jetzt
Ruhr Nachrichten Bürgermeister-Kandidatur

Kandidatur fürs Bürgermeister-Amt: CDU nennt Namen, SPD und UWG sind noch in der Findungsphase

Ruhr Nachrichten Bürgermeister-Kandidatur

„Thomas Stohldreier ist der Richtige“: So überzeugte der Ochtruper als Bürgermeister-Kandidat