Prozess: Ex-Freundin sagt gegen Ascheberger aus

Arbeitsagentur-Betrug

Im Betrugsprozess gegen einen 67-jährigen Ascheberger könnte in der kommenden Woche ein erster Showdown bevorstehen. Die Richter am Dortmunder Landgericht erwarten eine Ex-Freundin des Angeklagten als Zeugin. Bereits am Dienstag behauptete der Ascheberger, die Wahrheit sei genau andersherum als sie aussage.

ASCHEBERG/DORTMUND

27.09.2016, 18:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zur Vorbereitung der Zeugenaussage gingen die Richter zusammen mit dem 67-Jährigen eine frühere schriftliche Vernehmung der Frau Schritt für Schritt durch. Das Ergebnis lässt sich schnell und einfach zusammenfassen: Nach Ansicht des Aschebergers ist so gut wie kein Wort aus dem Mund seiner Ex-Freundin wahr.

Fest steht wohl nur: Der Angeklagte hatte die Frau schon in den 1980er-Jahren kennengelernt. Sie erzählte ihm davon, dass sie größere Summen im Ausland geparkt habe, wo sie scheinbar sicher vor dem Zugriff der deutschen Finanzbehörden seien.

Vollkommen gegensätzliche Aussagen

Und irgendwann floss dieses Geld dann nach und nach in die Firmen des Aschebergers. Doch wer da die treibende Kraft war und wer nur Anweisungen befolgte, ist völlig unklar: Während die Zeugin auch in der kommenden Woche wieder schwere Vorwürfe gegen den Angeklagten erheben dürfte, ist dieser sich keiner Schuld bewusst. Er habe sich das Geld unter den Nagel gerissen? Er habe ihr sogar die EC-Karten zu ihren Konten abgenommen? Er habe ihr Angst vor der Steuerverwaltung gemacht? „Das ist doch alles Unsinn“, sagte der Ascheberger am Dienstag. „Das stimmt hinten und vorne nicht. In Wirklichkeit war es genau anders herum.“

Die Staatsanwaltschaft hat den 67-Jährigen angeklagt, weil sie fest davon überzeugt ist, dass er in den vergangenen Jahren fast eine halbe Million Euro an Zuschussleistungen zu Unrecht von der Arbeitsagentur erhalten haben soll. Zu diesem Zweck sollen unechte Arbeitsverträge aufgesetzt und auch andere Dokumente gefälscht worden sein.

Der Ascheberger will davon allerdings gar nichts wissen. Er beteuert vom ersten Prozesstag an, dass alles mit rechten Dingen zugegangen sei und er sich nichts zu Schulden kommen lassen habe.  

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt