Schnelles Internet: Pflüge der Bauern stehen bereit

Glasfaserausbau in Herbern

Warten bis die Infrastruktur für schnelles Internet vorhanden ist? Das wollte die Bauerschaft Forsthövel nicht mehr. Sie nehmen das Problem jetzt selbst in die Hand. Mit Baggern und Pflügen wollen sie bald loslegen, um die Glasfaserkabel für einen schnelleren Zugang zum Internet zu verlegen.

HERBERN

, 30.09.2016, 17:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schnelles Internet: Pflüge der Bauern stehen bereit

Die Bauernschaft in Herbern will den Glasfaserausbau selbst in die Hand nehmen.

Die Bagger und Pflüge können loslegen in der Bauerschaft Forsthövel in Herbern, um die Glasfaserkabel für einen schnelleren Zugang zum Internet zu verlegen. „Wir liegen bei knapp 100 Prozent. Jetzt geht es los“, verkündete Christoph Selhorst, Sprecher der Teilnehmergemeinschaft Glasfaserausbau in Forsthövel. Anfang September gründete sich die Initiative mit 13 Aktiven. Demnächst soll der Eintrag ins Vereinsregister des Kreises Coesfeld erfolgen.

Fast alle Haushalte machen mit

„Das ist wichtig, damit wir auch Verträge schließen können“, sagt Schriftführer Dr. Jochen Theißing beim „Kick-Off-Meeting“ auf Hof Selhorst an der Münsterstraße. Zahlreiche Anwohner aus der Bauerschaft kamen zu dem Treffen und informierten sich über das weitere Vorgehen.

49 Liegenschaften hat die Bauernschaft. 52 aktive Anschlüsse wird die durchführende Firma Muenet demnächst schalten können. „Das liegt daran, dass einige Hausbesitzer zwei Anschlüsse haben werden. Nur eine Handvoll Haushalte macht nicht mit“, so Selhorst. Bei der zweiten Versammlung stimmten die Anwohner das weitere Vorgehen ab. Die groben Pläne sind mit dem Tiefbauamt Ascheberg abgestimmt und ähneln den Plänen der Osterbauerschaft.

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Mit angemietetem Pflug Furchten ziehen

So ist die Bauerschaft Forsthövel in zwei Gebiete, so genannte Streetcabinets mit zwei Verteilerpunkten, aufgegliedert worden. Die Verteilerstandpunkte, von wo aus die Glasfaserkabel zu den einzelnen Haushalten führen sollen, liegen bei den Teilnehmern Gerd Reimann und Thomas Hülsmann. Von dort aus soll ein gemieteter Pflug – die circa 20 Kilometer Unterhub sind schon als Minuskosten verbucht – die Furchen für die einzelnen Kabelstränge zu den Haushalten ziehen. Auch die Rahmenbedingungen wurden bereits abgestimmt.

Durch die Einteilung in zwei Streetcabinets muss die B54 nicht gekreuzt werden. Auch die Verlegung der Kabel auf dem eigenen Grund und Boden der Haushalte solle genau abgestimmt werden, um andere Leitungen nicht zu beschädigen. So sei es sinnvoller, einen längeren, aber dafür sicheren Weg am Rand der Äcker und Felder zur Wohneinheit zu legen.

Rat vom Schriftführer: vorher mit Pflug üben

Auch der Weg ins Haus war ein Thema. Um alte Grundmauern nicht zu beschädigen sei auch der Weg übers Dach eine Alternative.

Bis zur nahenden dunklen Jahreszeit sollen sich auch Teams bilden, die Vorarbeit leisten. Ein Team solle aus mehreren Personen – mindestens zwei Pflugfahrer, weitere Kabeleinführer, Spaten- und Schaufel-Helfer, einem Denker und Lenker sowie einem Fotograf zur Dokumentation bestehen.

Einen guten Rat gab Schriftführer Theißen den Zuhörern, die ihre Eigenleistung in die Waagschale werfen. „Vorher solltet ihr ein paar Meter mit dem Pflug üben.“

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