Schulen und Corona: Viren-Gefahr im Klassenzimmer und überfüllte Busse

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Wie läuft der Schulbetrieb in Coronazeiten? Das wollten die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses der Gemeinde Ascheberg wissen. Doch nicht alle Antworten, die sie bekamen, waren beruhigend.

Ascheberg, Herbern

, 30.08.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Würden die Ascheberger Politiker den Schulen der Gemeinde ein Zeugnis mit Noten für ihr bisheriges Krisenmanagement in Zeiten der Pandemie ausstellen, dann wäre wohl keine der drei Schulen „versetzungsgefährdet“. Und auch Nachsitzen wäre nicht nötig. Denn die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses der Gemeinde hatten im Vorfeld der jüngsten Sitzung am Donnerstag (27. August) scheinbar ausschließlich Gutes über die Bildungseinrichtungen gehört.

Statt Kritik und mahnenden Zeigefingern gab es durch die Bank Lob - teils bereits, bevor die Schulleiter auf Anfrage überhaupt Einblicke in den aktuellen Unterrichtsalltag gaben. Doch manches, was die Ausschussmitglieder dann zu hören bekamen, brachte sie durchaus zum Grübeln. Denn so gut die beiden Grundschulen und die Profilschule in Sachen Hygienekonzept aufgestellt und so vorbildlich sich die Kinder und Jugendlichen auf dem Schulgelände verhalten - die Situation bleibt aus Sicht der Schulleitungen eine Herausforderung. Mit mehr oder weniger großen Baustellen.

Schüler nutzen zusätzliche Busse aus Sorge nicht

Eine davon betrifft den Transport der Schüler. Die Bilder von überfüllten Schul- und Linienbussen, in denen Kinder und Jugendliche sich bisweilen unmaskiert aneinander vorbei drängeln, gibt es nämlich auch in Ascheberg zu sehen. Dabei ist die Situation hier fast schon komfortabel. Es würden bereits zusätzliche Busse eingesetzt, sagte Profilschulleiter Jens Dunkel. Allerdings stiegen viele Schüler nach wie vor in den ersten Bus - aus Sorge, der zweite würde womöglich nicht kommen.

Helmut Sunderhaus, Fachbereichsleiter Allgemeine Verwaltung, Finanzen und Wirtschaftsförderung der Gemeinde, erklärte, man habe bei den bisherigen Kontrollen festgestellt, dass Schüler zudem häufig ohne Maske in den Bus steigen: „Da bitten wir die Eltern nochmals darum, ihre Kinder zu sensibilisieren.“

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Dass die Gemeinde noch weitere Busse zur Verfügung gestellt bekommt, hält Sunderhaus für unrealistisch - und das, obwohl die NRW-Landesregierung für die Kommunen bereits 1000 zusätzliche Schulbusse organisiert hatte. Laut einer Recherche des WDR nutzen die Städte und Gemeinden dieses Angebot allerdings kaum. 80 Prozent des Kontingents seien noch nicht abgerufen worden, hieß es zuletzt.

Ganz so einfach ist die Sache laut Sunderhaus jedoch nicht. Man habe seitens der Gemeinde bereits beim Regionalverkehr Münsterland (RVM) nachgefragt, doch gebe es dort eben nicht die nötigen Kapazitäten. Und selbst wenn, dann „müssten wir ein aufwendiges Konzept mit den Schulen entwickeln. Das können wir gerade einfach nicht leisten.“ Der Schuh drückt jedoch nicht nur hier, sondern auch an anderer Stelle. Etwa wenn es um die Situation in den Klassenräumen geht.

Im Kampf gegen Aerosole bleibt nur verstärktes Lüften

Das Problem: Zwar helfen Masken durchaus, das Infektionsrisiko zu verringern - doch gilt das nur für die direkte Übertragung, etwa beim Sprechen oder Singen. Gegen die Aerosol-Konzentration in geschlossenen Räumen ist aber auch der beste Mund-Nasen-Schutz machtlos. Die winzig kleinen Tröpfchen gelten als Gefahrenquelle für die Ansteckung mit dem Coronavirus, da sie über mehrere Stunden in der Luft hängen bleiben können. Abhilfe schaffen könnten spezielle Luftreiniger. Doch die gibt es an den Ascheberger Schulen nicht.

Die einzige Option, die bleibt, ist verstärktes Lüften. Dazu sei man angehalten worden, betonte Dunkel. Derzeit funktioniere die Sache mit dem mehrmaligen Stoßlüften im Laufe des Tages auch, „aber wir werden schauen müssen, wie es aussieht, wenn es kälter wird.“

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