Mit seinem Roman „Jung sterben ist auch keine Lösung“ ist Sky du Mont am Freitag, 13. September, zu Gast in Ascheberg. Im Interview spricht der 72-Jährige übers Älterwerden und verpasste Chancen.

Ascheberg, Herbern

, 11.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eine unbeliebte Besichtigungstour im Altenheim, die Frage nach Veränderung und Tipps, wie man im Alter fit bleibt - es sind Themen, die Sky du Mont (72) in seinem neuen Roman „Jung sterben ist auch keine Lösung“ behandelt. Der Schauspieler und Autor ist am Freitag, 13. September, ab 20 Uhr gemeinsam mit Kabarettistin Christine Schütze auf Einladung des Ascheberger Kunst- und Kulturvereins „KuKADuH“ im Ascheberger Bürgerforum zu Gast. Aber ab wann ist man überhaupt alt? Ob man diese Frage überhaupt beantworten kann und ob er selbst Angst vor dem Älterwerden hat, verrät Sky du Mont im Interview.

In Ihrem neuen Roman „Jung sterben ist auch keine Lösung“ geht es um das Älterwerden. Haben Sie selbst Angst vor dem Älterwerden?

Ich bin ja selbst schon alt (lacht). Ob man Angst vor dem Älterwerden hat oder nicht, hängt mit Sicherheit damit zusammen, ob man fit ist. Wenn man krank ist, kann ich sehr gut nachvollziehen, dass man Ängste hat. Ich habe keine Angst davor. Ich fühle mich wahnsinnig gut. Und ich habe so gute Gene wie die Queen. Meine Mutter ist 97 Jahre alt geworden.

Wenn Sie sich selbst als alt beschreiben. Ab wann ist man denn alt? Kann man diese Frage überhaupt beantworten?

Ja, das glaube ich schon. Irgendwann kommt man im Leben an einen Punkt, an dem es nicht mehr darum geht, Pläne zu machen, sondern an dem man anfängt, aufzuräumen. Ich fange zum Beispiel jetzt nicht mehr an, Tennis oder Karate zu lernen. Wenn man anfängt, aufzuräumen, geht es zum Beispiel darum, ein Testament zu schreiben oder die Vorsorge zu planen.

Wann sind Sie an diesem Punkt angekommen?

Das ist ein schleichender Prozess. Aber ich würde sagen, dass es ungefähr vor einem Jahr war. Es gibt irgendwann einen Einschnitt im Leben. Jetzt ist der Zeitpunkt noch nicht da, aber irgendwann muss ich vielleicht auch kürzertreten.

Gibt es Dinge, die Sie noch geplant haben, aber nun doch nicht mehr im Alter verfolgen werden?

Ja, ich wollte zum Beispiel immer mal mit einem Jeep durch Afrika fahren. Ich werde auch keinen Fallschrimsprung mehr machen. Es gibt einfach Dinge, die fallen jetzt weg. Dafür habe ich jetzt viel mehr Ruhe. Ich lese endlich wieder deutlich mehr. Und ich nehme mir ganz bewusst diese Zeit. Man wird selber auch ruhiger. Ich rege mich zum Beispiel nicht mehr auf beim Autofahren.

Sky du Mont über das Älterwerden: „Ich fange nicht mehr mit Karate an, sondern räume auf“

Er liest, sie singt: Sky du Mont und Christine Schütze sind am Freitag, 13. September, gemeinsam im Ascheberger Bürgerforum zu sehen. © Oliver Reetz

Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wie Sie im Alter leben möchten?

Ich war in einigen Altenheimen - auch für Lesungen. Es gibt wirklich einige schöne Altenheime, aber die sind dann auch ganz schön teuer. Richtig Gedanken dazu habe ich mir noch nicht gemacht. Aber ich möchte irgendwo wohnen, wo es schön ist und wo man in Ruhe leben kann. Vielleicht in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Mehr brauche ich nicht. Viel mehr habe ich jetzt auch nicht.

Ihre Mutter, die am 11. September 2018 gestorben ist, ist fast 100 Jahre alt geworden. Möchten Sie selbst auch so alt werden?

Nein, das wünsche ich mir nicht. Im Moment wohne ich im ersten Stock. Ich fahre nie Lift. Mit 100 kann ich das bestimmt nicht mehr.

Wie bleibt man denn jung?

Indem man aktiv am Leben teilnimmt. Man sollte etwas unternehmen: ins Theater gehen oder in die Kneipe. Wenn man die eigene Bude nicht verlässt, dann wird man glaube ich nicht alt oben in der Birne.

Geht das denn auch, wenn man alleine älter wird?

Ja, wenn man einen Freundeskreis hat. Und den habe ich. Außerdem sind meine beiden Kinder die Hälfte der Zeit bei mir. Und ich mache Sport. Ich gehe ins Fitnessstudio.

In Ihrem Roman geht es ums Älterwerden. Warum sollte ich das Buch auch als junger Mensch lesen?

Weil es sehr lustig ist. Wir persiflieren ein Altersheim. Es geht um einen alten Mann und seine noch ältere Mutter. Der Mann ist ziemlich eitel. Und die beiden tragen immer kleine Kämpfchen aus.

Was können die Zuschauer denn bei der gemeinsamen Lesung mit Kabarettistin Christine Schütze in Ascheberg erwarten?

Die Leute werden sehr viel Spaß haben. Ich schicke sie meine Pillen holen. Es werden sehr lustige Lieder gespielt. Ich swinge mit - mit Stock, Rock und Schlappen. Es gibt also viel zu lachen. Es wird nicht wirklich besinnlich. Ich mime einen sehr ungeduldigen alten Herren - also ganz anders als ich eigentlich bin.

Was schätzen Sie an Ihrer Kollegin Christine Schütze?

Vor ein paar Jahren habe ich sie auf einer privaten Feier kennengelernt. Da hat sie Klavier gespielt. Das ist richtig gutes Kabarett, das es so nur noch ganz selten gibt. Es ist sehr beeindruckend. Und wenn man 90 Minuten allein eine Lesung gibt, dann kann das - auch für die Zuschauer - sehr lang werden. Mit Christine Schütze ist dann irgendwann die Idee entstanden, etwas gemeinsam zu machen.

Sie sind zum ersten Mal in Ascheberg zu Gast. Haben Sie Zeit, sich den Ort anzuschauen?

Nein, leider nicht. Ich werde erst am Freitagnachmittag anreisen. Dann steht der Soundcheck an und dann die Lesung. Am Morgen danach mache ich mich direkt wieder auf den Weg nach Hause. Meine Kinder sind alleine. Da muss ich gucken, ob die Wohnung noch steht (lacht).

Die Lesung mit Sky du Mont und Christine Schütze findet am Freitag, 13. September, um 20 Uhr im Ascheberger Bürgerforum (Dieningstraße 7) statt. Einlass ist ab 19 Uhr. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft.
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