So entsteht in Davensberg Öl aus Walnüssen

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Ein reines Naturprodukt aus dem eigenen Garten - verarbeitet zu einem hochwertigen Öl. Michael und Carmen Irmen haben in ihrer Walnuss-Manufaktur in Davensberg am Samstag Öl gepresst. Viele Besucher kamen dafür von weit her und haben sich zeigen lassen, wie man Walnussöl macht.

DAVENSBERG

25.07.2016, 13:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Aus einem Pfund Walnusskernen wurden 250 Milliliter Walnussöl gewonnen. Dieses muss jetzt allerdings noch eine Woche dunkel stehen, damit es sich absetzen kann und goldklar wird.

Aus einem Pfund Walnusskernen wurden 250 Milliliter Walnussöl gewonnen. Dieses muss jetzt allerdings noch eine Woche dunkel stehen, damit es sich absetzen kann und goldklar wird.

Langsam bahnt sich die helle Flüssigkeit ihren Weg durch das Sieb und landet in dem silbernen Auffangbehälter. Tröpfchen für Tröpfchen und fast lautlos. Nur ein kleines melodisches Summen ist zu hören, das ab und zu von einem klackenden Geräusch unterbrochen wird. Dieses rührt von dem silbernen Spatel her. Denn ab und zu muss Michael Irmen ein wenig nachhelfen, damit die vielen Walnusskerne durch den Trichter rutschen.

Dabei hat er am Samstag viel zu tun gehabt. Erstmals haben er und seine Frau Carmen in ihrer Walnuss-Manufaktur die Möglichkeit des Ölpressens angeboten. Die Resonanz dabei ist außerordentlich gut gewesen. Längere Anfahrtswege, darunter aus Werne oder Senden, haben dafür Besucher hinter sich gebracht.

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So entsteht Öl in der Walnuss-Manufaktur

Erstmals haben Michael Irmen und seine Frau Carmen in ihrer Walnuss-Manufaktur in Davensberg die Möglichkeit des Ölpressens angeboten. Viele Besucher kamen vorbei, um diese Gelegenheit zu nutzen.
25.07.2016
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Auch Ludger Bohnenkamp nutze das Angebot in Davensberg und füllte sich sein Öl selbst ab, das aus seinen Walnusskernen gewonnen wurde.© Foto: Tina Nitsche
Aufgabenteilung: Während Carmen Irmen die gebrachten Walnüsse auswog, verarbeitete ihr Mann Michael sie zu Öl.© Foto: Tina Nitsche
Walnüsse gelten als gesund.© Foto: Tina Nitsche
Während hinten Öl rauskommt, wirft die Presse vorne den Trester raus, der sicher als Mehlersatz zum Backen eignet.© Foto: Tina Nitsche
Aus einem Pfund Walnusskernen wurden 250 Milliliter Walnussöl gewonnen. Dieses muss jetzt allerdings noch eine Woche dunkel stehen, damit es sich absetzen kann und goldklar wird.© Foto: Tina Nitsche
Gutgelaunt bei der Arbeit: Michael Irmen hatte an der Walnusspresse viel zu tun.© Foto: Tina Nitsche
Viele Infos über die Walnüsse gab es dazu.© Foto: Tina Nitsche
Das Öl läuft in einen Auffangbehälter.© Foto: Tina Nitsche
Die Schröders reisten aus der Nähe von Herford an, um ihre Walnüse zu Öl verarbeiten zu lassen.© Foto: Tina Nitsche
Die Spindel in der Presse gleicht der in einem Fleischwolf.© Foto: Tina Nitsche
Die Leute nutzten das Angebot und brachten ihre Walnusskerne zu den Irmens.© Foto: Tina Nitsche
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Auch Ludger Bohnenkamp hat dieses Angebot gerne wahrgenommen. Ein Pfund Walnüsse hat er von seinem Baum im Garten geerntet. Und das war noch das einfachste Stück Arbeit. "Die Sisyphusarbeit kam erst anschließend", sagt der Ascheberger grinsend. Denn schließlich musste er erst die harten Nüsse knacken, um an die Walnusskerne zu kommen. "Für ein Pfund braucht man rund eineinhalb bis zwei Stunden", erzählt er.

Etwa 40 bis 50 Prozent Ertrag

Roswitha Schröder-Deter und ihr Mann geben ihm Recht. Auch sie haben ungefähr so lange gebraucht, um an die Walnusskerne zu kommen. Nun sind sie alle gespannt, wie viel Öl das gibt. Carmen Irmen steht an der Waage und nimmt die Walnüsse entgegen. Sie wiegt sie, versieht die Behälter mit Namen und Gewichtsangaben. Ludger Bohnenkamp hat ein Pfund Walnusskerne mitgebracht. "Das ergibt ungefähr 200 bis 250 Milliliter Öl", rechnet Carmen Irmen aus. Der Ertrag pro Kilo Walnusskerne liegt bei 400 bis 500 Milliliter Öl.

Roswitha Schröder-Deter beobachtet, wie sich vorne an der großen Ölpresse eine beige Masse durch die silberne Öffnung presst und in einer orangefarbenen Schüssel landet. "Das ist der Walnuss-Trester", erklärt Michael Irmen. Und das ist kein Abfallprodukt. "Nein, das lässt sich herrlich zum Kuchen- oder Brotbacken verwenden. Anstelle von Mehl und Butter", so Carmen Irmens Tipp.

Roswitha ist begeistert. Sie ist mit ihrem Mann eigens aus Bielefeld angereist, um aus ihren Walnusskernen Öl pressen zu lassen. Was sie mit dem Öl anstellt? "Na, auf jeden Fall findet das in der kalten Küche für Salate Verwendung", sagt sie. Außerdem hat sie schon die Geschenkideen zu Weihnachten oder andere Anlässe. "Ein Fläschchen Öl von den eigenen Nüssen, ist doch ein tolles und mal ganz anderes Präsent."  Vor allem deshalb, weil es sich dabei um ein reines Naturprodukt handelt, das komplett ohne Zusatzstoffe auskommt.

Die Nussart macht die Geschmacksrichtung

"Die Geschmacksrichtung ergibt sich aus den Nussarten. Manche haben milde Nüsse, andere kräftigere Sorten", so Carmen Irmen. Mittlerweile ist der letzte Tropfen Öl aus der Charge von Ludger Bohnenkamp im Auffangbehälter gelandet. Er füllt die milchige Flüssigkeit in ein helles Glas. "Genau 250 Milliliter", sagt er und beäugt die Flasche näher. "Doch warum nur ist die Flüssigkeit so milchig?" Carmen Irmen, die "Walnussfee", kann helfen. Sie erklärt, dass das Walnussöl zunächst wie naturtrüber Apfelsaft aussieht, Es braucht eine Woche, damit sich die winzigen Nusspartikel absetzen können. "Erst dann hat das Walnussöl seine goldklare Farbe", sagt sie abschließend.

Lagerung von Walnussöl
Das Walnussöl muss nach dem Pressen kühl und dunkel gelagert werden. Am besten eignen sich dunkle Flaschen für die Lagerung. Weitere Infos finden Sie .

 

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