Kamera zu Hause lassen? So geht die Marienschule in Herbern mit Fotos bei der Einschulung um

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Einzelne Schulen in NRW haben ein Foto-Verbot für die Einschulung ausgesprochen. Denn immer mehr Bilder landen im Netz. Auch die Mariengrundschule in Herbern geht sensibel mit dem Thema um.

Herbern

, 27.08.2019, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Einschulung naht. Mit Ranzen und prall gefüllter Schultüte starten die i-Männchen in den Ernst des Lebens. Und die Eltern? Haben ihre Kamera oder ihr Smartphone im Anschlag, um diesen Moment für die Ewigkeit festzuhalten. Aber: Dürfen sie überhaupt Fotos machen? Die später sogar ins Internet laden?

So kurz vor der Einschulung in NRW wird an mehreren Grundschulen über den Umgang mit Fotos bei den Feierlichkeiten diskutiert. Einige Schulen schränken das Fotografieren für Eltern wegen der Datenschutz-Grundverordnung ein. Den Bezirksregierungen wurde vom Schulministerium bereits im vergangenen Jahr empfohlen, die Schulleiter zu sensibilisieren.

Sensibilisiert sei man an der Mariengrundschule in Sachen Datenschutz bereits. Ähnlich sensibel soll dann auch der Umgang mit der Kamera am Donnerstag (29. August) sein.

Schule macht auf den Datenschutz aufmerksam

Ja, private und nicht kommerzielle Fotos sind am Tag der Einschulung auf dem Gelände der Marienschule an der Altenhammstraße in Herbern erlaubt, sagt die kommissarische Schulleiterin Sabine Küter am Dienstag (27. August) auf Anfrage unserer Redaktion. Ein „Aber“ schiebt sie hinterher.

„Wichtig ist, dass alle Eltern sensibel mit dem Thema umgehen.“
Sabine Küter, kommissarische Schulleiterin

„Es wird Hinweise an die Eltern geben“, sagt Küter. Sowohl per Mikro soll am Donnerstag auf den Datenschutz aufmerksam gemacht werden als auch durch Aushänge auf dem Gelände der Schule.

Wildes Fotografieren will man auf diesem Wege vermeiden – auch wenn die meisten Eltern ohnehin nur Interesse daran hätten, die Einschulung ihres eigenen Kindes zu dokumentieren, so Küter. „Vielleicht kommt noch die beste Freundin mit aufs Bild, aber fremde Kinder werden normalerweise gar nicht fotografiert.“

Fotos mit fremden Kindern gehören nicht ins Netz

Wichtigster Hinweis: Fotos mit fremden Kindern hinterher ins Netz zu stellen, um sie in sozialen Netzwerken mit anderen zu teilen, ist verboten. Denn in der Datenschutz-Grundverordnung geht es ebenso um die weitere Verwendung der Bilder. Wer nicht darauf verzichten kann, die Einschulung des Kindes mit der Welt zu teilen, braucht das Einverständnis aller abgelichteten Personen beziehungsweise das der Erziehungsberechtigten.

Die kommissarische Schulleiterin Sabine Küter weiß nach eigenen Angaben nichts von Klagen oder Ärgernissen aus der Vergangenheit. Grundsätzlich wolle man den Spaß an diesem so wichtigen Tag weder für die Kinder noch für die Eltern durch ein striktes Foto-Verbot mindern. „Wichtig ist, dass alle Eltern sensibel mit dem Thema umgehen“, sagt Küter. Sie sei zuversichtlich, dass das beim Start ins neue Schuljahr auch der Fall sein wird.

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