So lebt es sich in einem barocken Wasserschloss

Schloss Westerwinkel

Wie wohnt es sich wohl in einem barocken Wasserschloss? Der ein oder andere Spaziergänger wird im Schlosspark Westerwinkel über diese Frage schon nachgedacht haben. Das Ehepaar Truus und Bernhard Ruhmöller wohnt dort seit rund einem Jahr – sie können die Frage inzwischen beantworten.

HERBERN

, 13.08.2017, 08:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es ist einfach herrlich hier“, sagt Truus Ruhmüller. „Ob beim Frühstück an meinem Lieblingsplatz, dem Esstisch mit Blick auf das Schloss, oder beim Spaziergang mit Hundedame Judy durch den Wald – der Umzug hierher war die richtige Entscheidung“, erzählt die Ballettlehrerin, die auch nach ihrem achtzigsten Geburtstag noch einen Ballettkurs gibt.

Ihre Tochter Friederike habe mit ihrer Familie rund acht Jahre hier gewohnt, erzählt Truus Ruhmöller. „Als die Autorin Jutta Richter dann aus der Wohnung links am Torbogen ausgezogen ist, hat unsere Tochter gemeinsam mit ihrer Familie beschlossen, dort einzuziehen.“ Die Wohnung rechts am Torbogen bewohnt seit gut vier Jahren Sohn Nicol-Leon.

Überredungskraft nötig

Die Nachmieter für den verlassenen Uhrenturm waren schnell gefunden. „Ich war sofort Feuer und Flamme“, sagt Truus. Bei Ehemann Bernhard (78) hingegen brauchte es schon eine Menge Überredungskraft von der ganzen Familie, die Wohnung in der Gerhart-Hauptmann-Straße aufzugeben. „Ich wollte nicht so gerne weg aus dem Dorf“, sagt er. „Inzwischen fühl ich mich aber auch sehr wohl hier draußen.“

Die gebürtige Holländerin und der ehemalige Verwaltungsangestellte aus Münster lernten sich bei einem Pfadfindertreffen kennen. „Truus hat damals ein holländisches Pfadfinderlied zum Besten gegeben und so herrlich laut und falsch gesungen“, erzählt Ehemann Bernhard. „Ich habe ihr gesagt: Das geht auch besser.“ Das war der Startschuss für eine gemeinsame Zukunft. 1968 kamen die Ruhmöllers nach Herbern. Fünf Kinder machten das Familienglück komplett – im Jahr 2014 feierten die beiden ihre Goldene Hochzeit.

19 Stufen zum ersten Stock

Beim Renovieren der Räume packte die ganz Familie tatkräftig mit an. „Auch beim Umzug hatten wir ganz viele liebe Helferlein, und so ging das ganz schnell.“

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es für die beiden aber dennoch. „Die Heizkosten sind schon sehr hoch, was der Deckenhöhe geschuldet ist. Zum Glück haben wir aber auch einen Kachelofen, der schnell gemütliche Wärme verbreitet.“

Auf Trab hält das Ehepaar „die Musik, das Tanzen und unsere sieben Enkelkinder“, meint Truus – und auch: „Die 19 Stufen vom Erdgeschoss in den ersten Stock.“

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