Sozialkaufhaus muss noch diese Woche ausziehen - es hat noch keinen neuen Standort

Südstraße Herbern

Das Sozialkaufhaus an der Südstraße muss ausziehen. Das steht schon länger fest. Der genaue Termin kam nun aber wie aus dem Nichts. Und ein neuer Standort in Herbern ist noch nicht gefunden.

Herbern

, 03.09.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sozialkaufhaus muss noch diese Woche ausziehen - es hat noch keinen neuen Standort

Das Sozialkaufhaus war bislang in den Räumen des ehemaligen Modehauses Menninghaus untergebracht. Noch bis Ende der Woche muss es nun ausziehen. © Jörg Heckenkamp (A)

Jetzt muss alles recht zügig gehen im Sozialkaufhaus an der Südstraße 15. Schon Ende der Woche müssen die Räumlichkeiten leergezogen sein. Und ein neuer Standort ist bislang nicht in Sicht - zumindest nicht in Herbern. Das bestätigte Reinhard Hartwig, Mitglied des Pfarreirates St. Lambertus, auf Anfrage unserer Redaktion.

„Wir haben hier nach mehreren Alternativen gesucht, aber leider keine gefunden“, so Hartwig. Denn die Räume, die in Herbern groß genug und überhaupt frei wären, müssten aufwendig saniert werden. Und das sei schlichtweg zu teuer.

Erfolglose Suche nach Alternativen

Dass das Ende für den bewährten Sozialkaufhaus-Standort an der Südstraße naht, ist schon länger klar. Doch der konkrete Räumungstermin sei jetzt kurzfristig bekannt geworden.

Hintergrund sind anstehende Bauarbeiten für die Wohnungen für Pflegebedürftige, die Joachim Raguse an der Südstraße errichten will. Der Unternehmer hatte das Gebäude vor rund einem halben Jahr bei einer Zwangsversteigerung erworben.

Man arbeite jetzt daran, eine Ausweichmöglichkeit in Ascheberg zu finden, erklärte Hartwig. Und es seien auch schon Standorte im Gespräch: „Das wären aber wohl allenfalls Übergangslösungen.“

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Bald weite Wege für Kunden und Helfer

Unglücklich sei die Situation nicht nur für die Herberner Kunden, sondern auch für die ehrenamtlichen Helfer. „Für beide wäre der Weg nach Ascheberg natürlich weiter. Und das schafft nicht jeder“, sagte Hartwig. Immerhin hätten einige Helfer jedoch bereits signalisiert, dass sie auch in Ascheberg mit von der Partie wären.

Das ist laut Hartwig auch dringend nötig, denn der Bedarf nach einem Sozialkaufhaus sei nach wie vor vorhanden: „Es wird definitiv noch gebraucht.“ Zwar sei der Kundenanteil der Flüchtlinge deutlich zurückgegangen auf gut 30 Prozent, doch gebe es immer noch genügend bedürftige Menschen - darunter viele Hartz-4-Empfänger -, die auf das Sozialkaufhaus angewiesen sind.

Zumindest für die Ausstattung des Sozialkaufhauses habe man inzwischen eine Lagerungsmöglichkeit gefunden. Tische, Stühle und Co. werden also auch am voraussichtlich neuen Standort in Ascheberg Verwendung finden können.

Wohnungen für Pflegebedürftige
  • Das Sozialkaufhaus nutzte bislang die ehemaligen Verkaufsräume von Mode Menninghaus an der Südstraße 15.
  • Die Planungen von Unternehmer Joachim Raguse sehen vor, dort Wohnungen für Pflegebedürftige zu errichten. Der vordere, aus dem Jahre 1967 stammenden Baukörper soll im Zuge der Neugestaltung erhalten bleiben. Die Front an der Südstraße möchte der neue Besitzer verschönern. Den hinteren, versetzten Gebäudeteil will er abreißen lassen. „Allein schon aus Gründen der Barrierefreiheit“, wie er sagt.
  • Die Wohnungen für Pflegebedürftige will der Unternehmer gemeinsam mit dem Werner Pflegedienst Jakubke anbieten. Beide haben bereits ein gemeinsames Projekt in Herbern realisiert: die im vergangenen Sommer eröffnete Wohngemeinschaft an der Hombrede.
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