SPD untermauert Bedeutung von Schwimmunterricht - und fordert mehr Personal

Schwimmen

Die Nichtschwimmer von heute dürfen nicht die Ertrunkenen von morgen werden - das sagt der Ascheberge Bundestagskandidat Johannes Waldmann. Die SPD stellt darum konkrete Forderungen.

Herbern, Ascheberg

, 10.03.2021, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christian Ley (l.), Vorsitzender der SPD Ratsfraktion in Ascheberg, sagt: „In normalen Zeiten ist das Schwimmbad eine ganz wichtige Einrichtung für Schulen, Vereine und Familien und die Zeit des Lockdowns und die Folgen sind sehr herausfordernd“. Bundestagskandidat Johannes Waldmann springt ihm zur Seite.

Christian Ley (l.), Vorsitzender der SPD Ratsfraktion in Ascheberg, sagt: „In normalen Zeiten ist das Schwimmbad eine ganz wichtige Einrichtung für Schulen, Vereine und Familien und die Zeit des Lockdowns und die Folgen sind sehr herausfordernd“. Bundestagskandidat Johannes Waldmann springt ihm zur Seite. © SPD

Lange geschlossene Frei- und Hallenbäder könnten ein Problem verschärfen, auf das Experten schon seit Jahren aufmerksam machen: Immer weniger Kinder können sicher schwimmen. Eine Studie des DLRG Nordrhein hatte den Trend bereits vor gut fünf Jahren aufgezeigt. Demnach verließ die Hälfte der Kinder die Grundschule damals ohne qualifiziertes Schwimmabzeichen. Und es ist kaum überraschend, dass das Thema gerade jetzt in Zeiten der Pandemie einmal mehr in den Fokus rückt. Denn die Schließung der Bäder hat natürlich nicht dazu beigetragen, dass sich die Situation bessert.

Bereits in der vergangenen Sitzung des Jugend-, Senioren-, Sozial- und Sportausschusses in der Gemeinde Ascheberg hatte die SPD das Thema angesprochen - und auch prompt eine Antwort der Verwaltung erhalten. Die will demnach so bald wie möglich verstärkt Schwimmkurse anbieten, etwa in den Osterferien. Im Zweifel sollen öffentliche Badezeiten dafür gekürzt werden. Man sei mit der Schwimmmeisterin und der DLRG im Gespräch, hieß es am vergangenen Dienstag (2. März).

SPD fordert Runden Tisch mit vielen Akteuren

Die SPD möchte nun allerdings einen Schritt weitergehen, wie Johannes Waldmann im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt: „Die Nichtschwimmer von heute dürfen nicht die Ertrunkenen von morgen werden. Deswegen müssen wir die Zeit jetzt nutzen, um uns abzusprechen und Angebote zu schaffen. Das, was die Verwaltung in Ascheberg tut, ist zu begrüßen. Aber die Frage ist, ob das wirklich ausreicht.“

Darum wirbt der Bundestagskandidat für einen Vorschlag der SPD-Kreistagsfraktion. Die möchte einen Runden Tisch mit vielen Akteuren ins Leben rufen: Lehrer, Eltern, Kinder, Sportverbände, Sport- und Schwimmvereine, Betreiber von Bädern, Schulbehörden sowie Städte und Gemeinden sollen daran teilnehmen. Wichtig ist aus Sicht Waldmanns auch der Blick in die Nachbarschaft. Bedarfe gebe es nämlich in vielen Gemeinden - auch in solchen, die kein eigenes Schwimmbad haben.

Die Forderungen der Partei:

  • Gutscheine für Schwimmunterricht und günstige Eintrittspreise stärken Familien
  • Schwimmunterricht für Kinder muss in den Bädern priorisiert werden, zum Beispiel durch ein tägliches Angebot in den Ferien
  • Stärkung und Förderung des Ehrenamtes in Bezug auf Schwimmlehrerausbildung
  • Anfallende Kosten sind durch die Schulträger und Kommunen zu übernehmen
  • Das Land muss zusätzliches Personal stellen, damit der Schwimmunterricht vollumfänglich erteilt werden kann und flexible Lehrplananpassungen vornehmen
  • Alle Bäder im Kreisgebiet müssen erhalten bleiben, damit jedem Kind ein Angebot zum Schwimmunterricht gemacht werden kann
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