Spendenkampagne für Schwerkranke: Silvia Sester wünscht sich mehr Lebensqualität

rnSchwere Form von Multiple Sklerose

Silvia Sester (50) leidet unter einer schweren Form von Multipler Sklerose. Sie hat einen Spezial-Rollstuhl, der ihr hilft, aber nicht ins Auto passt. Ein neues Auto muss her - mit Hilfe von Spenden.

Ascheberg, Nordkirchen

, 10.04.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Silvia Sester kneift die Augen zusammen. Sie hat sichtlich große Schmerzen, wenn ihr Mann Jürgen (45) sie aus dem Rollstuhl hebt und versucht, sie ins Auto zu setzen. Denn Silvia Sester kann ihre Beine nicht beugen. Die 50-Jährige aus Lüdinghausen leidet unter primär-progredienter Multipler Sklerose - einer seltenen und besonders aggressive Form von MS.

Dabei nimmt die Einschränkung der Betroffenen stetig zu. „Es wird immer schlimmer“, erklärt Silvia Sester, die 2017 die Diagnose bekommt. Ein Jahr später ist sie auf einen Rollstuhl angewiesen, mittlerweile hat sie einen speziellen Rollstuhl mit einer Stehfunktion.

Spezial-Rollstuhl hilft, aber passt nicht ins Auto

Die Technik hilft ihr im Alltag, um künftig wieder etwas selbst kochen zu können, was sich Sester schon länger wünscht. „Das ist der Ferrari unter den Rollstühlen“, erzählt Silvia Sester und lächelt. Für sie bedeutet er ein Stück mehr Lebensqualität.

Der Spezial-Rollstuhl, der mehr als 200 Kilogramm wiegt, passt jedoch nicht in das Auto der Familie.

Jürgen und Silvia Sester hoffen, dass sie sich bald ein neues, behindertengerechtes Auto leisten können.

Jürgen und Silvia Sester hoffen, dass sie sich bald ein neues, behindertengerechtes Auto leisten können. © Andrea Wellerdiek

Deshalb suchen die Sesters ein behindertengerechtes Fahrzeug, in das der Spezial-Rollstuhl gefahren werden kann. Dann müsste Silvia Sester auch nicht wie bislang auf den Beifahrersitz gehoben werden - unter starken Schmerzen. Ein solches Auto kostet etwa 31.000 Euro. Ein Betrag, den die Familie nicht allein stemmen kann.

Spendenkampagne über die Plattform „Gofundme“

Deshalb hat Tochter Michele Theisinger (24) aus Ascheberg einen Spendenaufruf gestartet. Und zwar über die Internetplattform „Gofundme“. Dort erzählt Michele Theisinger die Leidensgeschichte ihrer Mutter und bittet um eine Unterstützung.

„Der Kauf von so einem Auto würde für uns als Familie viel bringen. Zusammen wegfahren, Einkäufe erledigen, Unternehmung mit Enkelkind und vieles mehr. Für jede Unterstützung, die wir bekommen, sind wir jetzt schon dankbar“, schreibt die 24-Jährige in der Spendenkampagne.

Bislang hebt Jürgen seine Frau Silvia noch auf den Beifahrersitz des Autos. Denn der neue Spezial-Rollstuhl passt nicht in das Fahrzeug. Hilfreich wäre ein Fahrzeug, in das Silvia mit ihrem Rollstuhl fahren kann.

Bislang hebt Jürgen seine Frau Silvia noch auf den Beifahrersitz des Autos. Denn der neue Spezial-Rollstuhl passt nicht in das Fahrzeug. Hilfreich wäre ein Fahrzeug, in das Silvia mit ihrem Rollstuhl hinein fahren kann. © Andrea Wellerdiek

Nachdem sie den Aufruf Anfang Februar geschaltet hat, sind zwei Monate später bereits 660 Euro zusammen gekommen. Es sind 17 Spender, die unterschiedliche Beträge überwiesen haben. Viele von ihnen bleiben anonym. Auch aus der Firma, in der Silvia Sester als Reinigungskraft beschäftigt war, gibt es eine Finanzspritze.

Während ihrer Arbeit spürte Silvia Sester im Jahr 2016 die ersten Anzeichen der Multiplen Sklerose. Erst fing es mit Rückenschmerzen an.

Unter starken Schmerzen wird Silvia Sester von ihrem Mann Jürgen in den Wagen gehoben. Die Beine kann Silvia Sester, die an einer aggressiven Form von MS leidet, nicht beugen.

Unter starken Schmerzen wird Silvia Sester von ihrem Mann Jürgen in den Wagen gehoben. Die Beine kann Silvia Sester, die an einer aggressiven Form von MS leidet, nicht beugen. © Andrea Wellerdiek

„Plötzlich konnte ich nicht mehr stehen. Die Beine sackten einfach ab“, erzählt die heute 50-Jährige. Auch das Laufen fiel ihr immer schwerer. Anfang 2017 wurde schließlich eine primär-progrediente Multiple Sklerose diagnostiziert. Nur drei Jahre später ist die Lüdinghauserin auf einen Spezial-Rollstuhl angewiesen.

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