Die Gemeinde Ascheberg bewirbt sich gemeinsam mit einigen Nachbarkommunen um EU-Fördergelder von rund 3 Millionen Euro. © Eva-Maria Spiller
Ortskern Ascheberg

Stärkere Wirtschaft: Ascheberg bewirbt sich um 7-Jahres-Programm der EU

Dieses Mal soll es klappen: Die Gemeinde Ascheberg bewirbt sich gemeinsam mit Lüdinghausen, Nordkirchen und Senden um rund 3 Millionen Euro Fördergelder zum Ausbau der ländlichen Region.

Die Gemeinde Ascheberg bewirbt sich gemeinsam mit Lüdinghausen, Nordkirchen und Senden um Fördergelder der Europäischen Union, um die Region in Sachen Wirtschaft, Klima, Wohnen und Innenstadtentwicklung voranzubringen. Weitere Themenaspekte können Gesundheit, Arbeiten der Zukunft, Fachkräfte und Digitalisierung sein.

Das hat der Rat der Gemeinde in seiner vergangenen Sitzung entschieden. Auch die anderen Kommunen haben der Bewerbung mittlerweile zugestimmt, zuletzt Lüdinghausen einstimmig in seiner Ratssitzung am 7. Oktober. Damit kann Ascheberg, das die Federführung in dem Bewerbungsprozess übernommen hat, sich nun mit der konkreten Bewerbung befassen.

Stohldreier: „Dieses Mal haben wir gute Chancen“

Laut NRW-Umweltministerium soll das sogenannte Leader-Programm „erheblich“ dazu beitragen, „die ländlichen Räume als Wirtschafts-, Lebens- und Erholungsraum zu stärken, die Menschen zu qualifizieren und das regionale Natur- und Kulturerbe zu erhalten“. Statt vorgefertigter Förderbausteine lasse das Programm viel Spielraum, um individuelle Lösungen für jede Region zu finden.

Bereits im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss (HFWA) hatte die Gemeinde Ascheberg das Programm einstimmig vorentschieden. Die Gemeinde hatte sich schon einmal für das Programm, das jeweils auf 7 Jahre angelegt ist, beworben, war damals aber gescheitert. „Dieses Mal haben wir gute Chancen“, sagte Bürgermeister Thomas Stohldreier in der Ratssitzung in der neuen Aula in Herbern. Auch, da mehr Fördergeld zur Verfügung stehe. Die Projektphase läuft von 2021 bis 2027.

Konkret kann das Leader-Programm für die Region 2,3 Millionen Euro an Fördergeldern bedeuten, von denen mindestens 1.725.000 an Projekte gehen. Zusätzlich wird es im Falle einer erfolgreichen Bewerbung 1,26 Millionen Euro für Kleinprojekte geben, etwa zur Förderung von Vereinen. Die Kommunen müssen dafür mindestens 440.000 Euro an Eigenleistung erbringen – pro Kommune seien das jährlich rund 16.000 Euro, so die Gemeindeverwaltung. Oder 7 Euro der EU für 1 Euro aus kommunalen Mitteln.

„Das Leader-Programm eröffnet damit der Region die Chance, zentrale Zukunftsfelder der kommunalen Entwicklung im Schulterschluss mit der Bürgerschaft und bürgerschaftlichen Institutionen intensiv zu bearbeiten“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Bis Mitte Oktober muss Ascheberg einen Förderantrag beim Land NRW einreichen. Danach wird die regionale Entwicklungsstrategie erarbeitet, deren Kosten zu 65 Prozent gefördert werden. Neben einer lokalen Aktionsgruppe, die zu 51 Prozent aus Privatpersonen bestehen muss, sollen auch die Bürgerinnen und Bürger an den Prozessen beteiligt werden. Ende Juni 2022 soll dann feststehen, ob Ascheberg und die Region es ins Programm geschafft haben.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller