Straßen.NRW erklärt Pläne für den Ausbau der A1

Infos für Bürger

Die Autobahn 1 wird zwischen dem Kamener Kreuz und dem Kreuz Münster Süd Stück für Stück auf sechs Spuren verbreitert. Aktuell liegen die Pläne für einen Abschnitt bei Ascheberg aus, Bürger können Einwände erheben. Doch was soll dort eigentlich geschehen?

ASCHEBERG

, 22.11.2016, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Straßen.NRW erklärt Pläne für den Ausbau der A1

Die A1 bei Ascheberg.

Im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten hatten sich Projektleiter Karl-Heinz Sicking und sein Team von Straßen NRW Gedanken zum sechsspurigen Ausbau der A1 zwischen Ascheberg und Münster gemacht. Diese Pläne stellte er am Montag im Saal des Bürgerforums im Rathaus Ascheberg der Öffentlichkeit vor. Dabei hatte er nicht mit so vielen Zwischenfragen und Kritikpunkten gerechnet. „Ich bitte, von Detailfragen abzusehen. Ich stelle Ihnen zunächst die Pläne vor“, so der Projektleiter.

Von der Anschlussstelle Ascheberg (Kreuzung zur B58) bis zur Dortmund-Ems-Kanal-Brücke kurz vor dem Hansa-Businesspark in Münster-Amelsbüren verläuft der aktuell geplante Abschnitt. Insgesamt 9,5 Kilometer beträgt die Strecke. Sechs Kilometer davon liegen auf dem Gebiet der Gemeinde Ascheberg.

Erhöhtes Verkehrsaufkommen ist Grund für Ausbau

Die Kosten sollen bei circa 58,5 Millionen Euro liegen. Nötig sei der Ausbau, weil bis 2025 mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen von 73.982 Kraftfahrzeugen pro Stunde gerechnet werde. Im Vergleich waren es 2010 „nur“ 53.665 in der Stunde.

An insgesamt neun Kompensationspunkten werden Eingriffe in die Natur und in landwirtschaftliche Nutzflächen erfolgen, die angemessen ausgeglichen würden, heißt es von Straßen.NRW. Insgesamt sind 10,58 Hektar davon betroffen. Der Flächenbedarf für die Straßenbauzwecke beträgt 3,51 Hektar, für Ausgleichsmaßnahmen 8,84 Hektar und für Einzelmaßnahmen 1,4 Hektar.

Kritikpunkt Kommunikationsdefizit

Kritik gab es vom Vorsitzenden des Wasser- und Bodenverbandes Emmerbach, Dirk Schulze Pellengahr. Er spricht sich wegen erheblicher Kommunikationsdefizite und Unvereinbarkeiten gegen die Pläne aus. „Sie wollen Land von mir haben. Bisher ist aber noch niemand auf mich zugekommen“, sagte Schulze Pellengahr. So sei auch die Umlegung des Emmerbaches im Kreuzungsbereich zur A1 fahrlässig. Zudem müsse die Böschung im Bereich der Davert stabilisiert werden.

Kritikpunkt Lärmschutz

Ein weiterer Kritikpunkt war der Lärmschutz im Bereich Schenkenwaldweg in Davensberg. Dort soll eine 3,5 Meter hohe Lärmschutzwand und sogenannter „Flüsterasphalt“ das südliche Wohngebiet vor Lärm schützen. Zwei nördlich der A1 gelegene Wohnobjekte würden dabei aber total vernachlässigt. „Das muss nachgebessert werden. Ich werde mich gegen die Pläne wehren“, so Schulze Pellengahr. Sicking versprach Kooperationsbereitschaft und Klaus von Roje vom Fachbereich Bauen und Wohnen referierte zusätzlich über Grunderwerb und mögliche Entschädigungen.

Einwendungen bis zum 8. Dezember

Einwendungen gegen die Pläne der Autobahn können bis Donnerstag, 8. Dezember, bei der Bezirksregierung Münster oder bei der Gemeinde Ascheberg schriftlich oder zur Niederschrift vorgetragen werden.

Die A1 in Stichpunkten 
Die Autobahn misst insgesamt eine Strecke von 732 Kilometern und reicht von Oldenburg in Holstein bis nach Saarbrücken.
In Nordrhein-Westfalen laufen 253 Kilometer der Autobahn entlang.
Seit 1939 ist die A1 fertiggestellt. Der Bau dauerte in NRW fünf Jahre.
Es gibt in NRW 42 Anschlussstellen, davon sind elf Autobahnkreuze.
Sechs Raststellen gibt es an der A 1, von denen eine eigene Autobahnkirche hat.