Syrer fehlt in Ascheberg nur noch seine Familie

Sami ist zu Hause

„Ich bin richtig angekommen“, sagt Sami Alshikh. Der Syrer hat es geschafft. Eine feste Arbeitsstelle, eine eigene Wohnung, zu seinem Glück fehlt jetzt nur noch eines: seine Familie. Seine Geschichte zeigt, wie gut Integration funktionieren kann.

ASCHEBERG

09.09.2016, 17:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein mehr als gutes Beispiel für funktionierende Integration sind Sami Alshikh und sein Sprachpate Udo Roerig (r.).

Ein mehr als gutes Beispiel für funktionierende Integration sind Sami Alshikh und sein Sprachpate Udo Roerig (r.).

Im Oktober 2015 ist der 40-Jährige nach Ascheberg gekommen. Nach eineinhalb Monaten Flucht. Von Hama, seinem Heimatort in Syrien, führte ihn sein Weg über den Libanon, Beirut, die Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien, Kroatien und Ungarn bis nach Österreich. Von dort aus ging es nach Deutschland. Genauer gesagt in die Bultenstraße 23 nach Ascheberg.

Seiner Frau und seinen Kindern wollte er diese Reise nicht zumuten. „Das war einfach zu gefährlich“, sagt er. Gefährlich ist es auch in seiner Heimat. „Da ist man leider überhaupt nicht mehr sicher.“ Dass er es jedoch innerhalb weniger Monate soweit bringen würde, das hätte er niemals gedacht.

Sprachpate hilft bei allem

Er ist glücklich und dankbar. Dankbar für das, was viele Menschen für ihn getan haben. Einer davon ist Udo Roerig, Samis Sprachpate. „Und mein Freund“, sagt Sami. Er hatte bereits in Syrien ein wenig Deutsch gelernt. „Aber ich konnte nur verstehen, nicht sprechen.“ Heute beherrscht er beides. Vor allem, weil Freund Udo so viel mit ihm geübt hat. „Aber“, so sagt Udo Roerig, „Sami wollte auch, er war immer ein echt guter Schüler, sehr ehrgeizig. Und das zahlt sich aus.“

Dass Sprache der erste Schritt zur Integration ist, war beiden klar. Und an Samis Beispiel wird es überdeutlich. Nicht nur, dass er bei Udo Roerig und dessen Lebensgefährtin Helga Reher Familienanschluss gefunden hat. Sein Sprachpate ging auch die anderen Wege mit ihm gemeinsam.

Stolz auf seine Festanstellung

Er fragte für Sami bei der Firma Wecon an. Der syrische Maschinenbauingenieur begeisterte beim Vorstellungsgespräch und hat heute eine feste Anstellung. „Am 12. Juli habe ich angefangen“, sagt er stolz. Im Betrieb fühlt er sich bestens aufgenommen. „Ich habe dort sehr nette Kollegen.“

Seine Arbeit macht ihm großen Spaß und ist ein weiterer Schritt im Integrationsprozess. Dank Udo Roerig kennt er sich in Ascheberg und Umgebung bestens aus. „Wir haben schon viele Ausflüge unternommen“, so Roerig.

Nur die Familie fehlt

Der Ascheberger war seinem Schützling auch bei der Wohnungssuche behilflich. Am Aulkeweg ist Sami nun zuhause. In seiner eigenen kleinen Wohnung. Nur eines vermisst er sehr: „Meine Familie“, sagt er leise.

Momentan versucht er mithilfe von Freund Udo bei der Caritas Lüdinghausen das Nachholverfahren in die Wege zu leiten. Seine Frau, eine Gynäkologin, lernt schon fleißig Deutsch. „Aber sie sollen mit dem Flugzeug kommen und nicht den Weg nehmen, den ich nehmen musste“, erklärt Sami. In Ascheberg würden sie nicht nur eine Wohnung, sondern auch Freunde vorfinden. Freunde, dank denen Sami heute sagen kann: „Ich bin hier wirklich angekommen!“

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