Tödlicher Motorradunfall in Ascheberg wird zur komplizierten Rechtsangelegenheit

rnSteinfurter Straße

Ein Motorradfahrer (20) aus Belgien ist auf der Steinfurter Straße in Ascheberg verunglückt. Das Auto, mit dem er kollidierte, hätte gar nicht auf der Straße unterwegs sein dürfen.

Ascheberg

, 08.04.2019, 15:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Motorradfahrer (20), der am Sonntag (7. April) bei einem Verkehrsunfall auf der Steinfurter Straße in Ascheberg mit einem Auto kollidierte, verstarb noch an der Unfallstelle.

Ob er zu schnell unterwegs war, als er den silberfarbenen Opel auf der Bundesstraße überholte, müssen Untersuchungen zeigen. Fest steht aber, dass der Opel, mit dem der Motorradfahrer zusammenstieß, gar nicht auf der Straße hätte unterwegs sein dürfen.

„Nein, das durfte er nicht“, machte eine Polizeisprecherin der Kreispolizeibehörde Coesfeld am Montag (8. April) unmissverständlich klar. Das Fahrzeug war nicht angemeldet, hätte auch kein rotes Kennzeichen gehabt, das für Probefahrten an einem zum Verkauf stehenden Auto angebracht werden muss.

Motorrad wurde in den Straßengraben geschleudert

Nach Angaben der Polizei war ein 64-jähriger Mann aus Hamm mit dem nicht angemeldeten silberfarbenen Opel von einem Parkplatz auf die B58 eingebogen, um nach wenigen Metern über eine zweite Zufahrt wieder auf den Parkplatz zu fahren.

In diesem Moment setzte der Motorradfahrer zum Überholen an. Der Belgier und seine Maschine prallten gegen die linke Fahrzeugseite und wurden in den Straßengraben geschleudert.

Tödlicher Motorradunfall in Ascheberg wird zur komplizierten Rechtsangelegenheit

Die Polizei markierte die Spuren des Zusammenstoßes. © Jörg Heckenkamp

„Das waren vielleicht 30, 40 Meter, auf denen das Auto unterwegs war“, so die Polizeisprecherin. 30 bis 40 Meter, auf denen es nicht hätte fahren dürfen und die für den Belgier zur Todesfalle wurden.

Besagter Parkplatz, der laut Polizei für den An- und Verkauf von Autos angemietet ist, „wird in der rechtlichen Verfügung aber als öffentlicher Parkplatz betrachtet“, so die Polizeisprecherin. Auch hier hätte das Fahrzeug unangemeldet gar nicht bewegt werden dürfen.

Einen Versicherungsschutz gibt es nicht

„Einen Versicherungsschutz gibt es in diesem Fall nicht“, sagt die Polizei. Und: „Wir prüfen außerdem, ob sich der Verkäufer der Autos verkehrsrechtlich strafbar gemacht hat.“

Den 64-jährigen Mann aus Hamm erwartet unter anderem eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr. Wer die Kosten des Rettungseinsatzes übernimmt, müsse in einem weiteren Verfahren geklärt werden.

Ein Gutachter ist in die Ursachenermittlung eingebunden und prüft auch, wie schnell der Motorradfahrer unterwegs war. 70 km/h sind an dieser Stelle erlaubt. Beide Fahrzeuge wurden sichergestellt. Der 64-Jährige blieb am Sonntag unverletzt.

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