Viele Pläne für die Aula, doch entschieden ist nichts

Ehemalige Fontane-Schule in Herbern

Wie soll die neue Aula in der ehemaligen Theodor-Fontane-Schule in Herbern in Zukunft aussehen? Architekt Bernhard Kröger gab darauf am Dienstagabend im Planungsausschuss Antworten – die allerdings nicht verbindlich waren. Zunächst muss geklärt werden, wer die Aula überhaupt nutzen wird.

HERBERN

, 14.09.2016, 17:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Aula der ehemaligen Theodor-Fontane-Schule in Herbern.

Die Aula der ehemaligen Theodor-Fontane-Schule in Herbern.

Neue Fassade aus Glas und Sichtbeton, eine verschiebbare Trennwand zwischen zwei Sälen, die als Pausenhalle, Musiksaal oder gemeinsam als großer Theatersaal genutzt werden können; dazu ein Anbau mit einer ein Meter hohen Bühne, unter der Stühle verstaut werden, während dahinter Künstler und Schauspieler Umkleiden und Teeküche nutzen können; und im Bestandsgebäude ein Schülercafé, das gleichzeitig die Mitte der Schule markiert. Das alles soll rund 1,7 Millionen Euro kosten, knapp 140.000 Euro mehr als ursprünglich geplant.„Brandschutzbestimmungen und die notwendige Erneuerung von technischen Anlagen wie zum Beispiel der Lüftung“ sind, laut Kröger, für den Kostenanstieg verantwortlich.

"Wir gucken, was wir machen können"

Ob alles auch so entsteht, wie vom Architekten dargestellt, ist noch völlig unklar. „Wir entscheiden heute nur über die Entwurfsplanung, die einer Baugenehmigung zugrunde liegt“, erläuterte Bauamtsleiter Klaus van Roje. „Das heißt, wir gucken, was wir machen können, wie viel Geld das kostet und was wir für das Geld bekommen.“

Der Entschluss, der bei einer Enthaltung angenommen wurde, ist für das endgültige Aussehen der Aula nicht verbindlich. Und das ist auch gut so, wie Jochen Wismann (FDP) bemerkte: „Wir reden hier über die Weiterentwicklung einer Aula, obwohl wir noch nicht einmal wissen, wie wir in Zukunft mit dem Gebäude verfahren.“

Fest stehe, dass eine Nutzung der Aula durch die Profilschule nicht mehr Thema ist. „Folglich ist der Hauptgrund für eine Umgestaltung nicht mehr vorhanden.“

Eine Gemeindehalle sieht Wismann in Herbern auch nicht, weil zum einen nur Herberner Vereine in die Planungen mit einbezogen wurden, zum anderen andere Vereine der Gemeinde schon eigene Räume haben. „Wenn wir den Herberner Vereinen nun die Aula zur Verfügung stellen, ziehen wir sie zudem aus den Versammlungsräumen der Gastronomie ab“, so Wismann weiter.

Beschluss sichert "Maximallösung"

Ganz so negativ sahen es die politischen Gegner Wismanns nicht. „Viele Vereine nutzen die Aula bereits“, so CDU-Fraktionschef Ludger Wobbe. „Und bei einem Umzug der Mariengrundschule in das Gebäude wäre auch die Folgenutzung gesichert.“ Michael Krieger wies darauf hin, dass man sich mit dem Beschluss die „Maximallösung“ sichern würde: „Wenn wir kein Geld haben oder eine kleinere Lösung wollen, wird uns diese Genehmigung nicht schaden.“ Und weitere Kosten entstünden der Gemeinde bis dato auch nicht

Abschließend wies Klaus van Roje auf den eigentlichen Anlass der Genehmigung hin: „Ein Versammlungsort kann durch das integrierte kommunale Entwicklungskonzept gefördert werden.“ Allerdings warte man noch auf die endgültigen Richtlinien, welche Maßnahmen im Rahmen des Baus förderfähig sind.

Bereits 2014 hatte die Politik in Ascheberg über eine Sanierung oder Erweiterung der Aula in Herbern nachgedacht. Die Idee einer Bürgerhalle wurde zwar verworfen, doch die „abgespeckte“ große Version für nun rund 1,7 Millionen Euro fand mehrheitliche Zustimmung. Laut Architekt Bernhard Kröger könne die Ausführungsplanung im März 2017 beginnen, Baustart wäre frühestens Oktober 2017, Eröffnung ein Jahr später.

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