Vom Geist in Herbern

Historisches

"Komm, Heiliger Geist", singen Christen am Pfingstfest. Auch in Herbern. Doch dort ist der Geist schon längst da - genauso wie die Geist, das Haus Geist und die Geistgärten.

HERBERN

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 18.05.2013, 16:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Geist ist eine alte Flurbezeichnung. Das herrschaftliche Haus, das es im Mittelalter dort gegeben haben muss, hieß folglich Geisthaus. Ganz weltlich und ohne Spuk. Der Herberner Heimatforscher Josef Farwick, der das grundlegende Geschichtswerk „Herbern. Geschichte eines Dorfes im Münsterland“ verfasst hat, geht davon aus, dass sich das Geisthaus im Dreieck zwischen Bergstraße, Südstraße und Alten-Hamm-Straße befunden haben mag. Davon zu sehen ist heute nichts mehr. Nur die Straße „In den Geistgärten“ erinnert noch an das Anwesen, auf dem einst die Herren zu Herbern wohnten: nur eines von mehreren örtlichen Rittergeschlechtern im Dorf. Wie Josef Farwick in seinem Buch von 1995 schreibt, ist es anzunehmen, „dass die Herren von Herbern Dienstmannen des Domkapitels zu Münster waren.“ Der Heimatforscher hatte sich in Archiven auf Spurensuche nach Vertretern der Adelsfamilie gemacht. Der älteste, den er fand, ist „Engelbertus miles de Herenburne“, 1123 in einer Urkunde des Bischofs erwähnt. Sein rund 150 Jahre später lebende Nachfahre, ebenfalls Engelbert, wird gleich in 20 Urkunden genannt. Das hatte mit seiner Aufgabe zu tun: der Überwachung eines Nicht-Angriff-Bündnisses. Ein Herr vom Haus Geist, der sich für den Frieden einsetzt. Das ist im Sinne des Heiligen Geistes.