Aktion gegen Rechts

Wegen beschmierter Wahlplakate: Mehr als 30 Teilnehmer bei Demonstration an Herberner Friedhof

Eine Demo wegen beschmierter Wahlplakate? Tatsächlich hat genau das am Dienstagabend in Herbern stattgefunden. Die Aktion hatte allerdings einen ernsten Hintergrund.

Corona-Regeln, Klimawandel, Bauprojekte – Themen und Anlässe für Demonstrationen gibt es jede Menge. Manche erscheinen auf den ersten Blick jedoch etwas spezieller als andere. So las sich zumindest die Ankündigung zu einer Zusammenkunft am Herberner Friedhof an der Wernerstraße am Dienstag (31. August). Der Anlass: Beschmierte Wahlplakate.

Mehr als 30 Personen folgten nahmen daran teil – darunter engagierte Bürger und Vertreter aus der Politik. Die Teilnehmer präsentierten dabei unter anderem ein großes Transparent mit einem bunten Herz und der Aufschrift „Gemeinsam gegen Rechts“. Eine Botschaft, die sie im Namen der Einwohner in Ascheberg, Herbern und Davensberg vermitteln wollten.

Reichsflagge auf Plakate der Grünen geschmiert

Und das alles wegen beschmierter Wahlplakate? Ja, denn die Vorfälle, die die Kreispolizeibehörde in der vergangenen Woche gemeldet hatte, hatten eine besondere Brisanz. Unbekannte hatten in der Nacht von Samstag (21. August) auf Sonntag (22. August) in Herbern mehrere Plakate abgerissen und besprüht. Insbesondere hatten sie es dabei auf die Schilder der Grünen abgesehen – und unter anderem im Bereich der Straße Siegebrede in Herbern ein 2 mal 3 Meter großes Plakat mit schwarzer, weißer und roter Farbe unkenntlich gemacht und zu einer Reichsflagge (1933-1935) umgesprüht, hieß es in der Mitteilung der Polizei. Der Staatsschutz übernahm daraufhin die weitere Bearbeitung des Falls.

Auch in Nordkirchen und Capelle waren in dieser Nacht mehrere Wahlplakate beschädigt worden. Auch hier standen Plakate der Grünen im Fokus der unbekannten Täter. Die Demo am Herberner Friedhof diente nun dazu, ein sichtbares und direktes Zeichen gegen Rechts zu setzen. Geplant sei zudem, das Banner allen Vereinen der Gemeinde zur Verfügung zu stellen, um es bei besonderen Anlässen aufzuhängen, hieß es von Seiten der Initiatoren. Die Vereine wurden bereits durch die Gemeinde über die Ausleihmöglichkeiten informiert.

Mehr Fälle von Sachbeschädigung

  • Dass Wahlplakate beschmiert oder zerstört werden, ist keine Seltenheit. Auch wer einem auf dem Plakat abgebildeten Kandidaten beispielsweise einen Schnurrbart malt, begeht jedoch bereits eine Straftat – und zwar Sachbeschädigung.
  • In der Gemeinde Ascheberg ist die Zahl der gemeldeten Fälle von Sachbeschädigung im vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Von den 90 Fällen konnten 39 aufgeklärt werden. Im Jahr 2019 hatte es lediglich 69 Fälle gegeben (14 aufgeklärt). Im Jahr 2018 waren es 83 Delikte (21), 2017 hingegen 79 (18). Demzufolge ist neben der Zahl der Fälle allerdings auch die Aufklärungsquote gestiegen. Im Jahr 2020 lag sie bei rund 43 Prozent, in den Jahren davor zwischen 20 und 25 Prozent.
  • Hinweise nimmt in solchen Fällen die Polizei in Lüdinghausen entgegen unter Tel. (02591) 7930.