Wie Ascheberg beim Schulbus-Verkehr spart

"Olfener Modell"

Der Unterricht ist zu Ende, die Schüler strömen zu den Schulbussen. Beim Einsteigen halten sie eine Karte vor einen Scanner. Damit sorgen sie dafür, dass die Gemeinde Ascheberg 2017 schon einen vierstelligen Betrag eingespart hat. Wir erklären, wie das funktioniert.

ASCHEBERG

, 05.10.2017, 17:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wie Ascheberg beim Schulbus-Verkehr spart

Per Chipkarte registrieren sich Schüler, wie hier in Olfen, wenn sie in einen Schulbus einsteigen. Anhand der erfassten Schüler wird die kürzeste Strecke berechnet, um alle zu ihren Zielhaltestellen zu bringen.

Nach ziemlich genau vier Jahren hat die Gemeinde Ascheberg beim Schulbusverkehr endgültig auf das „Olfener Modell“ umgestellt. Wir haben Fragen und Antworten zum Thema zusammengestellt.

Was genau ist das Olfener Modell?

In der Gemeinde Olfen werden Schüler per Chip erfasst, wenn sie einen Schulbus benutzen. Auf diesem Chip sind die Zielhaltestellen gespeichert. Der Computer errechnet die kürzeste Route, sodass die Schulbusse keine unnötigen Kilometer fahren. Das spart Kohlendioxid und Geld.

Wie viel Geld?

Für Ascheberg rechnet Fachbereichsleiter Helmut Sunderhaus mit Einsparungen von rund 5200 Euro pro Jahr. Das „Olfener Modell“ ist hier seit Februar auf den Linien 614, 615 und 616 in Betrieb, bisher hat die Gemeinde dadurch 3246,70 Euro gespart.

Wo kommt das Geld denn her?

Die Gemeinde zahlt Geld an die Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) für den Schülertransport – die sogenannten Planleistungen für eine bestimmte Zahl an Kilometern, die die Schulbusse zurücklegen. Nun werden die tatsächlich gefahrenen Kilometer mit diesen Planleistungen abgeglichen und pro eingespartem Kilometer 51 Cent gutgeschrieben. Im Jahr 2017 sind Ascheberger Schulbusse bisher rund 6400 Kilometer weniger gefahren als geplant.

Sind Politik und Verwaltung nicht sogar von einer höheren Ersparnis ausgegangen?

Ja, sagt Helmut Sunderhaus. Und zwar von rund 9800 Euro pro Jahr. „Allerdings nutzen derzeit viele Schüler die Ascheberger Busse, die gar nicht in Ascheberg zur Schule gehen“, so der Fachbereichsleiter. Natürlich spräche nichts dagegen, diese Kinder – zumal sie aus Ascheberg kommen – zu transportieren. „Aber wir müssen uns überlegen, ob und wie wir sie künftig erfassen.“

Wie hoch sind die Kosten für die Einführung des Modells?

Laut Gemeinde Ascheberg rund 11.000 Euro. Helmut Sunderhaus rechnet damit, dass die Grundpakete nach fünf Jahren abgeschrieben sind und es bei durchgehender Erfassung der Schüler voraussichtlich noch höhere Einsparungen geben könnte.

Wie wird die Entwicklung kontrolliert?

Helmut Sunderhaus geht davon aus, dass die Gemeinde der Politik einmal im Jahr Bericht erstatten wird.

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