Wirtschaft in Corona-Zeiten – So steht Ascheberg im Vergleich da

Wirtschaftsförderung

Die Corona-Krise hat in der Wirtschaft ihre Spuren hinterlassen. An manchem Ort aber deutlich stärker als an anderen. Die Gemeinde Ascheberg steht laut einer Studie sogar recht gut da.

Ascheberg

, 21.08.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Städtevergleich steht die Gemeinde Ascheberg recht gut da - trotz Corona-Krise.

Im Städtevergleich steht die Gemeinde Ascheberg recht gut da - trotz Corona-Krise. © Jörg Heckenkamp

Natürlich seien der Lockdown und die starken Einschränkungen auch für die Gemeinde Ascheberg keine einfache Zeit gewesen, sagt Simone Böhnisch von der Wirtschaftsförderung auf Anfrage unserer Redaktion. Allerdings sei man vergleichsweise gut durch diese Zeit gekommen. Verharmlosen möchte Böhnisch die Situation natürlich nicht - schließlich sei es bei den Unternehmern teils um Existenzen gegangen -, jedoch sei ihr kein Fall bekannt, bei dem eine Firma in der Gemeinde nun dauerhaft habe schließen müssen.

Was hingegen durchaus vorgekommen ist: Unternehmen baten um Stundung der Gewerbesteuer. Und auch der Beratungsbedarf war groß. Genauso wie die Verunsicherung. „Die Dienstleister wussten beispielsweise nicht: ‚Kann ich jetzt überhaupt öffnen?‘ Da mussten wir als Wirtschaftsförderung dann eine Lotsenfunktion übernehmen - in Abstimmung mit dem Ordnungsamt, aber auch wenn es die Beantragung von Fördermitteln ging“, sagt Böhnisch. Vor allem für kleine Betriebe sei die Situation „total unübersichtlich“ gewesen - zumal sich die Vorgaben von Bund und Land ja durchaus das ein oder andere Mal änderten.

Politik spricht sich dennoch für Gutscheine aus

Doch auch wenn Katastrophenszenarien für die Ascheberger Geschäftsleute ausblieben, möchte die Politik der lokalen Wirtschaft stärker unter die Arme greifen. So hatte die CDU im Juni die Einführung eines „Ascheberg-Gutscheins“ gefordert.

Nach dem Vorbild anderer Kommunen - etwa Selm und Dülmen - sollten unter Federführung des Ascheberger Marketings Gutscheine in unterschiedlicher Staffelung herausgegeben werden. Kunden würden dann beispielsweise einen Gutschein im Wert von 25 Euro für 18 Euro erwerben können. Die Stadt würde dann die Differenz zum Nennbetrag zahlen.

Mit ihrem Vorschlag stieß die Union bei den anderen Parteien auf Zustimmung. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses stimmten 12 von 15 stimmberechtigten Mitgliedern für die Einführung eines solchen Gutscheins. Was bleibt, ist die Frage nach der konkreten Umsetzung.

Eine Möglichkeit wurde am Mittwoch (19. August) in Abstimmung mit den Gewerbevereinen der Gemeinde besprochen. Entschieden sei aber noch nichts, wie Böhnisch erklärte. Der Schwerpunkt dürfte allerdings wohl im digitalen Bereich liegen. Heißt: Per App könnten Kunden einen Gutschein erwerben und ihn mittels QR-Code einlösen. Ein solches System ließe sich recht schnell einführen. „Wenn wir zusätzlich gedruckte Gutscheine herausgeben würden, bräuchten wir mehr Zeit für die Planung“, so Böhnisch.

Auch wenn die Corona-Krise nicht spurlos an der Ascheberger Wirtschaft vorbeigezogen ist und sich die Folgen noch nicht genau abschätzen ließen, stehe die Gemeinde im Städtevergleich nach wie vor gut da. Das belegt eine im Juni veröffentlichte Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft im Auftrag der Landesvereinigung der Unternehmensverbände in NRW erstellt hat: das Kommunalranking NRW 2020.

Ascheberg ist im Landesvergleich ganz weit vorne

Dabei wurden alle 396 Kommunen in NRW anhand verschiedener Kriterien miteinander verglichen - nämlich:

  • Wirtschaft (Gemeindliche Steuerkraft, Breitbandversorgung, Patentanmeldungen und Gewerbesteuerhebesätze)
  • Arbeiten (Arbeitsplatzversorgung, Beschäftigungsrate Frauen, Wanderungen der 30- bis 50-Jährigen)
  • Wohnen (Baugenehmigungen, Wohnungsneubau, Wohnfläche, Breitbandversorgung)
  • Lebensqualität (Kaufkraft, Wanderungen, Altersquotient, PKW-Fahrzeit zur nächsten Autobahn, Anteil der naturnahen Flächen, Arztpraxen-Dichte)

Im Niveau-Ranking liegt Ascheberg dabei auf Platz 25 von 396 (im deutschlandweiten Vergleich auf Rang 3.363 von 10.554) und im Dynamik-Ranking, das die Entwicklung der Kommunen im Hinblick auf die verschiedenen Indikatoren in den letzten Jahren abbildet, auf Platz 124 (deutschlandweit auf Rang 4.558).

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