Übler Scherz? „Letzter Wolf“ zwischen Werne und Herbern verschwindet unter Schmierschicht

rnDenkmal an der B54

Das Denkmal „Der letzte Wolf“ an der B54 zwischen Werne und Herbern ist unter einer weißen Deckschicht verschwunden. Wer hat sich da einen Spaß erlaubt?

Herbern, Werne

, 21.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Anfangs sah es aus wie eine hässliche Schmiererei – die ausgerechnet ein paar Tage nach der Nachricht auftauchte, dass in Herbern ein Wolf gesichtet worden sein soll. Tage später war das Denkmal an der B54 in Herbern komplett unter der weißen Deckschicht verschwunden. Ein übler Scherz?

Übler Scherz? „Letzter Wolf“ zwischen Werne und Herbern verschwindet unter Schmierschicht

So sah das Denkmal in der vergangenen Woche aus. Was ist denn da los? © Till Goerke

Dass etwas anders war an dem ehrwürdigen Denkmal, das an den letzten Wolf in Westfalen erinnert, war erstmals am 15. Mai aufgefallen. Nun steht fest: In mehreren Schritten wurde es in den vergangenen Tagen „eingekleistert“. In einer Art Gummi, das nach und nach aushärtet.

„Das sind keine Schmierereien“, sagt Stefan Grünert, Rentmeister des Grafen von Merveldt. „Da muss sich keiner Sorgen machen, das ist alles mit uns abgesprochen.“ Das Ganze würde ein paar Tage dauern, dann sei der Spuk auch wieder vorbei.

Sonderausstellung im Ruhr Museum in Essen

Das Ruhr Museum aus Essen nimmt einen Abdruck für eine Sonderausstellung, die im Juli laufen soll. Das bestätigte am Montag (20. Mai) Philipp Bänfer, Pressesprecher der Stiftung Ruhr Museum. Ein Mitarbeiter des Museums habe in der vergangenen Woche angefangen, den Abdruck zu nehmen. Eine weitere Woche werde das Ganze wahrscheinlich noch dauern.

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„Das ist quasi das Negativ“, sagt Bänfer. Wenn die Schicht ausgehärtet ist, wird sie abgenommen, mit Material verfüllt und ab dem 8. Juli 2019 als Ausstellungsstück im Ruhr Museum in Essen zu sehen sein.

Das Thema: „Mensch und Tier im Revier“. „Das Verhältnis von Mensch und Tier ist eine Jahrtausende lange Machtgeschichte. Tiere spielen in diesem Verhältnis eine untergeordnete, passive Rolle“, kündigt das Museum an, das die Ausstellung auf der sogenannten 21-Meter-Ebene zeigen wird.

„Tiere töten, Tiere nutzen, Tiere lieben, Tiere ordnen und Tiere deuten – in fünf Abteilungen thematisiert die Sonderausstellung die vielfältigen Beziehungen zwischen Mensch und Tier im Ruhrgebiet.“

Übler Scherz? „Letzter Wolf“ zwischen Werne und Herbern verschwindet unter Schmierschicht

Eine kleine Info-Tafel informiert aktuell über die Abgussarbeiten. © Till Goerke

Mehr als 100 Objekte sollen dabei das sich stetig wandelnde Verhältnis deutlich machen. Angesichts der massenhaften Fleischproduktion und der Zerstörung natürlicher Lebensräume fordere die aktuelle ethische Debatte ein Umdenken.

Mittlerweile hängt ein kleines Infotäfelchen an dem Denkmal zwischen Werne und Herbern: „Abgussarbeiten für das Ruhr Museum. Bitte nicht anfassen!“ Und der Rentmeister hat wohl recht: In ein paar Tagen ist der Spuk auch wieder vorbei.

„Mensch und Tier im Revier“: Die Ausstellung läuft vom 8. Juli 2019 bis zum 25. Februar 2020 auf der 21-Meter-Ebene des Ruhr Museums, Unesco-Welterbe Zollverein, Gelsenkirchener Straße 181. Weitere Informationen online auf der Homepage des Ruhr Museums. Öffnungszeiten: montags bis sonntags 10 bis 18 Uhr.
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