Während im Hintergrund der Bachforellenweg endausgebaut wird, haben die ersten Anwohner ihre Vorgärten bereits heimelig gestaltet. Dass die übrigens nicht à la „Mein schöner Steingarten“ versiegelt werden, darauf weist ein Gestaltungshandbuch für Eigentümer hin. © Greis
Wohnpark Emscherquelle

Schlüsselfertig Bauen im Ruhrgebiet: Auf gut vernetzte Nachbarschaft

Im Westen Holzwickedes entstehen derzeit 135 Wohnhäuser. Wer hier kauft, bekommt ein schlüsselfertiges Haus. Was dabei zu beachten ist, haben wir eine der ersten Anwohner und einen Vertreter des Bauträgers gefragt.

Im Juli und August sind die ersten 20 Familien am Bachforellenweg im Wohnpark Emscherquelle eingezogen: Bis zum Jahr 2024 werden noch viele folgen, dann soll das aktuell größte Bauprojekt in der Gemeinde abgeschlossen sein.

114 Doppelhaushälften und 15 Einfamilienhäuser standen und stehen zum Verkauf, die Vermarktung geht aktuell in die finale Phase. Vor Ort bereits sichtbar sind zudem sechs Mehrfamilienhäuser mit 66 Wohneinheiten, die aktuell hochgezogen werden.

Zu den ersten Bewohnern gehört auch ein Paar, das für ihr neues Wohnglück das bisherige Eigenheim in Hengsen aufgegeben hat. „Die Tochter ist ausgezogen und das Haus war uns zu groß. Wir wollten näher an die Gemeindemitte, um etwa einfacher zum Einkauf zu kommen“, sagt die Wohnpark-Bewohnerin, deren Name der Redaktion bekannt ist.

Im neuen Heim fühlt sich das Paar wohl, will den eigenen Namen aber nicht veröffentlicht sehen, denn: Im Zusammenspiel mit der Wilma Immobilien GmbH, die das Wohngebiet erschließt und die Häuser vertreibt, sei nicht immer alles rund gelaufen. Nach der Abnahme Anfang Juni, habe man das neue Eigenheim Ende Juni übernommen.

Mängel bei Schlüsselübergabe, Kritik an der Kommunikation

„Da waren einige aus der Abnahme bekannte Mängel, wie etwa zerkratzte Fensterscheiben, noch nicht behoben. Auch Garage und Zuwegung fehlten bei Übergabe“, sagt die Frau, was den Umzug im August erschwerte. Als Kundin sei es mit Schlüsselübergabe schwierig geworden, einen Ansprechpartner bei der Wilma zu erreichen, um die Mängel beheben zu lassen. „Wir mussten uns dann direkt mit den entsprechenden Firmen in Verbindung setzen, da kam man sich mitunter wie ein Bittsteller vor.“

Wilma-Prokurist Andreas Häcker verweist diesbezüglich auf das hohe Bauvolumen und organisatorische Grenzen für die Bauleitung vor Ort, die der rasant voranschreitende Verkauf erzeugt. „Ich nehme das als Hinweis mit, denn auch nach Schlüsselübergabe muss der Kontakt funktionieren. Wir sagen aber schon: Gehen Sie auf die Handwerker zu. Und dann auf die Bauleitung, wenn etwas nicht läuft.“

Rasant ist der Baufortschritt im Wohnpark zu beobachten: Vor wenigen Wochen stand im Osten des Wohngebietes noch nichts, nun stehen bereits mehrere Rohbauten. © Greis © Greis

Die Anwohnerin hätte sich zudem einen Ablaufplan gewünscht, um über einzelne Maßnahmen im Bilde zu sein. Und auch das beim nun erfolgten Straßenausbau keine Info kam, kritisiert sie. „Da klingelt morgens der Bauarbeiter und fragt, ob das Auto mal eben weg könne.“ Ein Kritikpunkt, den Häcker nachvollziehen kann. „Da bin ich bei ihr, das ist nicht gut. Anwohner müssen informiert sein, wenn etwa die Straße für einen halben Tag nicht genutzt werden kann“, verspricht er für die Zukunft Besserung.

Beim Ablaufplan muss der Prokurist hingegen widersprechen: „Wir haben interne Bauzeitenpläne, aber daraus einen Rahmenplan für die Kunden zu entwickeln – das funktioniert nicht. Abläufe ändern sich. Dem würde so ein Rahmenplan schnell nicht mehr entsprechen.“ Man schulde letztlich ein fertiges Gebäude in einer gewissen Zeit und das halte man ein.

Mit Pflasterarbeiten für den Gehweg waren Arbeiter zuletzt im Bachforellenweg befasst. © Greis © Greis

Letztlich will die Anwohnerin auch nicht zu hart ins Gericht gehen: Schließlich wurden alle beanstandeten Mängel beseitigt und auch die Garage samt Zuwegung ist mittlerweile vorhanden. In den neu bezogenen 190 Quadratmetern samt Keller und Garten fühle sie sich mit ihrem Mann sehr wohl: „Nur die Kommunikation hätte eben besser sein können.“

Austausch mit den neuen Nachbarn übers Smartphone

Geklappt hat die wiederum mit den Nachbarn, mit denen der Austausch in Zeiten diverser Kommunikations-Apps unkompliziert übers Smartphone läuft. „Das würde ich jedem Hauskäufer auch empfehlen, sich schnell mit den neuen Nachbarn zu verbinden. Da bekommt man dann mit, was nebenan ansteht, was dort geht und was nicht. Der Austausch ist wichtig.“

Übers Smartphone digital vernetzte Nachbarn: Ein Thema, dass auch bei der Wilma eines ist. „Da gab es auch bei uns schon Versuche mit entsprechenden Baustellen-Apps für Kunden. Das ist aber nicht einfach und es würde keinen Sinn ergeben, da etwa die Bauleitung zu involvieren“, so Häcker.

Ergo begrüß es der Prokurist, wenn Nachbarn sich untereinander vernetzen. „Letztlich müssen die Nachbarn miteinander klarkommen. Von daher ist es sinnvoll, wenn man sich frühzeitig kennenlernt.“ Aus der Erfahrung heraus sagt er: „Wenn wir heute in ein fertiges Wohngebiet von uns kommen, sehen wir schon an der Gestaltung der Gärten, ob eine Nachbarschaft harmoniert.“

Auch wenn die ersten Zuzüge bereits erfolgt sind: Wer im Wohnpark Emscherquelle wohnt, muss damit leben, dass das Gesamtprojekt vollständig erst 2024 abgeschlossen sein soll. © Greis © Greis
Wohnpark Emscherquelle

Vermarktung für 6. Bauabschnitt läuft

  • Für das insgesamt knapp neun Hektar umfassende Wohngebiet ist mittlerweile die Vermarktung des sechsten Bauabschnitts angelaufen.
  • Drei Einfamilien- und 16 Doppelhäuser sind im Angebot, von denen bereits 14 verkauft und der Rest reserviert sind.
  • Bis Sommer kommenden Jahres sollen die Bauabschnitte sieben bis neun in den Verkauf gehen.
  • Zum Wohngebiet wird auch ein neuer Kindergarten gehören, der nach derzeitigen Plänen frühestens Ende 2022 in Betrieb gehen wird.
  • Das Gesamtinvestitionsvolumen beziffert die Wilma Immobilien GmbH auf rund 65 Millionen Euro.

Mit Blick auf den Wohnpark Emscherquelle, wo absehbar ist, dass ihn mehrheitlich Holzwickeder und Zuzügler aus Dortmund bewohnen werden, prognostiziert der Prokurist: „Das geht jetzt zügig voran und es kehrt Leben ein. Das wollen wir auch und es wird für die Anwohner ein schönes.“

Preise am Markt ziehen an – die Finanzierung muss stehen

Und das lassen sich Käuferinnen und Käufer auch etwas kosten: Um die 400.000 Euro zahlt man etwa für eine Doppelhaushälfte. Wer sich heute für den Kauf eines schlüsselfertigen Neubaus entscheidet, dem rät Andreas Häcker ganz klar: „Eine gesicherte Finanzierung auch über die Dauer der ersten Zinsfestschreibung hinaus muss stehen.“ Selbst für ihn seien die derzeit aufgerufenen Preise „bemerkenswert“.

Hohe energetische Anforderungen oder Materialprobleme durch Corona hätten zuletzt zu Preissteigerungen bis zu 30 Prozent geführt. „Die haben wir gar nicht komplett an die Kunden weitergegeben. Aber das sind alles Umstände, auf die wir aktiv in den Vertriebsgesprächen hinweisen“, sagt Häcker, dass man die Entwicklungen am Markt als potenzieller Hauseigentümer gründlich bedenken müsse.

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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Christian Greis

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