Lina (7) muss die Fußgängerzone verlassen, bevor sie ihre Maske absetzen und dann ihr Eis essen darf. Eine Seniorin verhielt sich nicht so – und musste 50 Euro Strafe zahlen. © Stefan Milk (Symbolbild)
Coronaschutz-Kontrolle

Eis gegessen ohne Maske in der Fußgängerzone: 50 Euro Strafe

Eine 80-jährige Frau musste 50 Euro Strafe zahlen, weil sie keine Maske in der Kamener Fußgängerzone trug – mutmaßlich weil sie ein Eis aß. Die Stadtverwaltung rechtfertigt das Bußgeld.

Die siebenjährige Lina bekam am Freitag in der Fußgängerzone von ihrer Mutter ein Eis spendiert. Tapfer hielt sie das Hörnchen in der Hand, ohne daran zu schlecken, bis beide zusammen die Bummelmeile verlassen hatten. Denn im Umkreis von 50 Metern um die Eisdiele ist der Verzehr von Speisen verboten, dazu kommt noch die Maskenpflicht in der Fußgängerzone. Es ist nach strenger Auslegung der Paragrafen nicht erlaubt, die Maske zum Eisessen abzunehmen.

Dass es besser ist, diese Regel auch zu befolgen, obwohl keine Ansteckungsgefahr durch vereinzelte Eisesser besteht, zeigt sich an einem Beispiel, das derzeit für Gesprächsstoff in sozialen Medien sorgt. Einem Medienbericht zufolge soll eine 80 Jahre alte Frau von Ordnungshütern angezeigt worden sein, weil sie keine Maske trug. Die Frau soll gerade ein Eis aufgegessen haben, als sie von den Stadtmitarbeitern zur Rede gestellt wurde. Laut einem Bußgeldbescheid musste sie 50 Euro Strafe bezahlen.

Die Stadt Kamen bestätigte den Vorgang am Freitag. Dieser habe sich bereits Anfang März in der Kamener Fußgängerzone abgespielt. „Die Kollegen des Ordnungsdienstes beweisen in vielen Situationen jeden Tag sehr viel Fingerspitzengefühl“, erklärte Stadtsprecher Peter Büttner. In diesem Fall habe es sich „um eine Gleichbehandlung zweier Tatbestände in direktem zeitlichen und räumlichen Zusammenhang“ gehandelt.

Die Maskenpflicht in der Fußgängerzone gilt seit Dezember unbefristet und ist an den Hauptzugängen ausgeschildert. Die lokale Regelung geht über die Vorschriften der Coronaschutz-Verordnung hinaus. Diese sieht eine Maskenpflicht im Umkreis von zehn Metern um Geschäfte vor. Laut Coronaschutzverordnung dürfen Masken „zur notwendigen Einnahme von Speisen und Getränken“ abgenommen werden.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer

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