Ulrich Lehmann (AfD) teilte am Mittwoch mit, dass er die Regeln zur Teilnahme an der Wahlarena als entwürdigend betrachte. © Stefan Milk
Bundestagswahl 2021

„Werde mich 3G nicht unterwerfen“: Wahlarena ohne AfD-Kandidaten

AfD-Kandidat Ulrich Lehmann hat kurzfristig auf die Teilnahme an unserer Wahlarena zur Bundestagswahl verzichtet. Er war nicht bereit, die 3G-Regeln bei der Veranstaltung einzuhalten.

Ulrich Lehmann, Bundestagskandidat der AfD im Wahlkreis Unna I, hat entgegen einer ursprünglichen Zusage doch nicht an der Wahlarena des Hellweger Anzeigers und der Ruhr Nachrichten auf Haus Opherdicke teilgenommen. Am Mittwoch, wenige Stunden vor Beginn der Livesendung, teilte er der Redaktion in einer E-Mail mit, dass er die Regelungen zur Teilnahme an der Wahlarena als „entwürdigend“ betrachte und sich ihnen nicht unterwerfen werfe. Er sei gerne zu einer Teilnahme bereit, aber nicht unter den 3G-Bedingungen.

Die Regel basiert auf der aktuellen Coronaschutzverordnung

Diese sehen vor, dass vollständig Geimpfte und Genesene die Veranstaltung besuchen durften. Wer diese Nachweise nicht erbringen konnte, benötigte einen negativen Antigen-Schnelltest, der nicht älter als 48 Stunden sein durfte.

Diese Regeln hatte der Kreis Unna als Hausherr von Haus Opherdicke so vorgegeben – unter Bezug auf die derzeit gültige Coronaschutzverordnung des Landes NRW, die genau diese Regeln für Veranstaltungen in Innenräumen vorschreibt, wenn die 7-Tages-Inzidenz „in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt oder landesweit an fünf Tagen hintereinander bei dem Wert von 35 oder darüber“ liegt. Es handelt sich also um geltendes Recht, das der Hellweger Anzeiger und die Ruhr Nachrichten als Veranstalter einhalten mussten.

„Ich mache auch nicht jeden Scheiß mit, den die Regierung beschließt“

„Dann ist das so“, sagte Ulrich Lehmann, als unsere Redaktion ihn telefonisch darüber informierte, dass er unter den gegebenen Umständen nicht teilnehmen könne. Lehmann ist nach eigenem Bekunden nicht geimpft und will sich auch nicht impfen lassen.

Die 3G-Regel inklusive der Testungen halte er nicht für zielführend. „Wir sind jetzt im Monat 17 der Corona-Pandemie. Und wir hatten in der Vergangenheit mit viel höheren Ansteckungsraten zu tun und sind ohne diese Testungen ausgekommen. Ich halte das weder für sachgerecht noch für verhältnismäßig noch für zielführend. Ich mache auch nicht jeden Scheiß mit, den die Regierung beschließt“, sagte Lehmann im Gespräch mit unserer Redaktion.

Auf die Frage, ob er es für richtig halte, alle Schutzmöglichkeiten, die es derzeit gibt, für eine solche Veranstaltung mit rund 20 Teilnehmern vor oder hinter der Kamera außer Acht zu lassen, sagte Lehmann: „Im Hinblick auf die reale Gefahr halte ich das alles für maßlos übertrieben.“

Über den Autor
Chef vom Dienst
Jahrgang 1982. Aufgewachsen im Münsterland. Nach dem Politik-Studium in Münster über Dortmund ins schöne Holzwickede. Verheiratet, Familienvater. Seit 2000 Journalist, seit 2010 beim Hellweger. Mag das Ruhrgebiet, Currywurst und gut gemachte Nachrichten – digital und gedruckt.
Zur Autorenseite
Kevin Kohues

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.