100 Jahre nach dem Brand der Johanneskirche

Ausstellung des Heimatvereins

Am 12. Juni 1917 brannte die alte Johanneskirche, mitten im Zentrum von Kirchhellen, nieder. Obwohl sich viele Feuerwehrleute bemühten, konnten nur wenige Dinge gerettet werden. Einige davon präsentiert der Verein für Orts- und Heimatkunde in seiner neuen Ausstellung „100 Jahre Kirchenbrand“, die am Samstag um 11 Uhr eröffnet wird.

KIRCHHELLEN

, 10.03.2017, 16:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ferdinand Schmitz, Richard Grütjen, Peter Pawliczek und Bärbel Grütjen (v.l.) freuen sich, am Samstag im Heimathaus die erste Ausstellung 2017 eröffnen zu können. Viele Besucher werden sich wohl um den hölzernen Nachbau der abgebrannten Kirche versammeln, durch die offene Tür einen Blick hineinwerfen und mal die Glocke läuten, wie Richard Grütjen es hier tut.

Ferdinand Schmitz, Richard Grütjen, Peter Pawliczek und Bärbel Grütjen (v.l.) freuen sich, am Samstag im Heimathaus die erste Ausstellung 2017 eröffnen zu können. Viele Besucher werden sich wohl um den hölzernen Nachbau der abgebrannten Kirche versammeln, durch die offene Tür einen Blick hineinwerfen und mal die Glocke läuten, wie Richard Grütjen es hier tut.

Viele Erinnerungen aus dieser Zeit haben die Mitglieder des Heimatvereins zusammengetragen, um den Kirchhellenern ein möglichst gutes Bild des Kirchenbrandes und der Zeit, in dem er stattfand, zu vermitteln. „Der Dank gilt allen Mitgliedern, die so viel mitgearbeitet haben“, sagt Heimatvereinsvorsitzender Peter Pawliczek.

Detailreicher Nachbau

Einen besonderen Dank hat Gunther Kluger verdient: Er fertigte extra für die Ausstellung einen detailreichen Nachbau der alten Kirche an, mit Kirchenbänken, Altar und einer kleinen Glocke. Die können die Besucher läuten, wenn sie durch die kleine offene Tür greifen, oder sie schauen einfach durch die kleinen Fenster in die Kirche, die Gunther Kluger nach alten Bilder und Skizzen erbaut hat. Rund um den Nachbau gibt es in einem Raum des Erdgeschosses alte Gebetsbücher zu sehen, ein Messgewand, das in der alten Kirche getragen wurde, ein kleines Kirchenfenster, das wohl aus dieser Zeit und vielleicht auch aus der abgebrannten Kirche stammt, und eine alte Fahne, die aus Kirchhellen mit zur Wallfahrt nach Kevelaer genommen wurde.

Im anderen Raum des Erdgeschosses finden sich neben Beschreibungen aller Kirchen Kirchhellens weitere historische Zeugnisse. Über manche können die Besucher schmunzeln, wie die nicht geöffnete Flasche Wacholderschnaps, die ein Original aus der alten Kneipe Steinmann ist, und die „Straßenordnung für Kirchhellen 1885“.

Franz Xanten

Auch Franz Xanten ist ein Teil der Ausstellung gewidmet. 71 Jahre, von 1826 bis 1897, war er Kaplan und Schulvikar in Kirchhellen. Außerdem hatte er eine eigene Obstbaumschule und war Gründer des Kirchenchores. „Angebote als Pastor in eine andere Pfarrgemeinde zu wechseln, hat er immer abgelehnt“, weiß Peter Pawliczek zu berichten. „Er war mit Kirchhellen verwachsen und wurde geehrt und geachtet.“ Ein Sterbebuch mit allen Toten des Bistums aus dem Jahr 1897, in dem „use olle Kaplon“ aufgeführt ist, haben Ferdinand Schmitz und Peter Pawliczek extra aus Münster geholt, ebenso das Taufbuch.

Bärbel Grütjen hat sich für die Ausstellung mit den Glocken Kirchhellens beschäftigt und interessante Dinge herausgefunden. „Zum Beispiel, dass die Glocke auf Haus Brabeck immer noch die Glocke aus dem Jahre 1655 ist.“ Die Ergebnisse ihrer Recherche können die Besucher der Ausstellung am Samstag entdecken. Dann können sie auch Norbert „Nonno“ Hollender begegnen, der als Kirchenschweizer die Gäste begrüßen wird, und zwar im Gewand seines Großvaters Johann Hollender. 

Die Ausstellung „100 Jahre Kirchenbrand“ wird am Samstag (11. März) um 11 Uhr eröffnet. Außerdem ist sie bis zum 28. Mai donnerstags von 10 bis 13 Uhr und sonntags von 11 bis 14 Uhr zu sehen.

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