Von wegen Ferien: 50 Jugendliche schuften hart für den guten Zweck

rn100-Stunden-Aktion

100 Stunden lang rackern sich 50 Jugendliche ab, um zwei soziale Projekte in der Umgebung zu unterstützen. Doch nicht nur diese profitieren vom Einsatz der Jugendlichen.

Grafenwald

, 29.12.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es wird wieder gebacken, geputzt, gebastelt und gelaufen – 100 Stunden am Stück. Und alles für einen guten Zweck. Um die 50 Kinder und Jugendliche aus Grafenwald sind in diesem Jahr wieder bei der 100-Stunden-Aktion dabei, die seit 1978 alle zwei Jahre stattfindet. Geld wird in diesem Jahr für zwei Projekte gesammelt.

28 Stunden sind bereits vergangen, als wir Theresia Duckheim und Friederike Peters am Samstagmorgen (28. Dezember) im Pfarrheim treffen. Ein Countdown zählt die Zeit runter. Silvester um Punkt 12 Uhr mittags läuft er auf 0. Dann sind alle Aktionen beendet und die acht Läufer, die 500 Kilometer laufen, werden empfangen.

„Es ist ein Treffpunkt für die Menschen in Grafenwald“

„Das Schöne ist, dass wir zusammen für einen guten Zweck arbeiten“, erzählt Theresia Duckheim, die bereits zum vierten Mal an der 100-Stunden-Aktion teilnimmt. „Es ist generationsübergreifend und ein Treffpunkt für die Menschen aus Grafenwald“, ergänzt Friederike Peters. Beide Mädchen sind in diesem Jahr in der Bistro-AG tätig.

In der Küche wird gerade das Mittagessen zubereitet. Die Traktor Veteranen betreten das Pfarrheim, um hier gemeinsam zu speisen. Auf der Speisekarte finden sie Snacks und Getränke. Alles wird von den Jugendlichen frisch zubereitet. Die vier Abende stehen unter verschiedenen Themen. Dann gibt es ein 3-Gänge-Menü. Es wird indisch, italienisch und mexikanisch gekocht. Außerdem gibt es einen Suppenabend.

Von wegen Ferien: 50 Jugendliche schuften hart für den guten Zweck

Diese Teilnehmer bereiten gerade das Essen vor. © Julian Schäpertöns

Neben der Bistro-AG gibt es die Kreativ-AG, die Selbstgebasteltes und Genähtes anbietet. Außerdem konnten sich die Teilnehmer für die Dienstleistungs-AG entscheiden. Ein Teil davon sitzt am Samstagvormittag im Pfarrheim. Dort werden Fahrräder geputzt und repariert. „Eigentlich war geplant auf dem Parkplatz Autos zu waschen, aber die Temperaturen dafür sind zu kalt“, erzählt Theresia Duckheim.

Eine andere Gruppe der Dienstleistungs-AG befindet sich in einem Garten in Grafenwald. Hier räumen sie die Überreste einer ehemaligen Gartenhütte beiseite. „Die Menschen können die AG für verschiedene Dienstleistungen buchen“, erklärt Duckheim. Am Freitag wurde beispielsweise dabei geholfen, ein Haus auszuräumen; Hilfe gibt es aber auch bei der Gartenarbeit. An manche Haustüren in Grafenwald werden morgen Brötchen geliefert.

Von wegen Ferien: 50 Jugendliche schuften hart für den guten Zweck

Mitglieder der Dienstleistungs-AG räumten in einem Garten die Überreste einer ehmaligen Gartenhütte beiseite. © Julian Schäpertöns

Dann gibt es noch die Außen-AG. Diese besteht in diesem Jahr aus acht Läufern, die von Freiburg bis nach Grafenwald 500 Kilometer zu Fuß zurücklegen. Gestartet sind die Jugendlichen bereits am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages. Auf ihrem Weg durchqueren sie fünf Länder. Von Freiburg geht es nach Frankreich, Luxemburg, Belgien, die Niederlande und wieder zurück nach Deutschland. Über eine GPS-Übertragung können die Jugendlichen im Pfarrheim beobachten, wo sich die Läufer gerade befinden.

Gelaufen wird auch mitten in der Nacht

Gelaufen wird in Staffeln. Jeder Läufer ist circa eine Stunde unterwegs, bis gewechselt wird. Und das auch mitten in der Nacht. Sponsoren geben am Ende Geld für jeden zurückgelegten Kilometer. Am Dienstag um 12 Uhr treffen die sportlichen Jugendlichen in Grafenwald ein und werden gebührend empfangen.

Bereits seit 1978 findet im Pfarrheim die 100-Stunden-Aktion statt. Damals wurde 100 Stunden lang gestrickt, Tischtennis gespielt und Carrerabahn gefahren. Der Erlös von 1.060 DM ging an den Kreuzweg der Heiligen Familie. Bei der letzten Aktion im Jahr 2017 konnten sogar 20.126 Euro gesammelt werden, die an den Kinder- und Jugendhospizdienst Emscher-Lippe übergeben wurden.

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In diesem Jahr wird für zwei Einrichtungen gesammelt. Zum einen geht das Geld an den Verein „Rolli-Rockers-Sprösslinge“. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, sozial schwache, erkrankte und behinderte Kinder in und um Mülheim an der Ruhr herum zu unterstützen. Er hilft bei der Anschaffung von Kleidung, Schulsachen, Rollatoren und Kindermöbeln oder auch Eltern bei Gängen zu Behörden und Krankenkassen.

Förderverein braucht Geld für Rutsche und Gerätehaus

Als weiteres Spendenziel wurde der Förderverein PuBiMa des katholischen Kindergartens St. Cyriakus in Bottrop ausgewählt. Dieser Verein benötigt Geld für eine neue Rutsche und ein neues Gerätehaus. Der Förderverein wurde durch Eltern gegründet, die sich entschlossen haben, das Familienzentrum ehrenamtlich zu unterstützen.

Wie viel Geld zusammenkommt, erfahren die Jugendlichen erst beim Neujahresempfang der Pfarrei St. Johannes am 19. Januar. Hier wird der Scheck nach dem Gottesdienst in Feldhausen übergeben.

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