Der Westfälische Oldtimertag hatte viel zu bieten - wir haben viele Fotos mitgebracht

rnAlte Straßenkreuzer

Am Wochenende fand am Brauhaus am Ring in Kirchhellen der 9. Westfälische Oldtimertag statt. Zahlreiche alte und auch vergessene Schätze konnten die Besucher bewundern.

Kirchhellen

, 08.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Kennen Sie Edsel? Nein? Macht eigentlich nichts! Edsel war der Mega-Flop in der Geschichte der Ford Motor Company. Ein Auto, für das sich Ford noch heute schämt. Ende der 1950er-Jahre plante der amerikanische Autoproduzent den Edsel als Lückenfüller zwischen den Standard Ford-Modellen und den Luxus-Marken Mercury und Lincoln. Ein Auto, das teuer aussieht, aber dennoch günstig zu haben ist.

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So war der 9. Westfälischer Oldtimer-Tag

Am Wochenende fand am Brauhaus am Ring in Kirchhellen der 9. Westfälische Oldtimertag statt. Zalhreiche alte und auch vergessene Schätze konnten die Besucher bewundern.
08.07.2019
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Said Beljoudi und sein Citroen ID19 von 1963.© Ralf Pieper
Ein Zubehör das nicht fehlen darf!© Ralf Pieper
Der Edsel - Flop der Automobilgeschichte und Hingucker beim Oldtimertag.© Ralf Pieper
Design made in Amerika.© Ralf Pieper
Großer Mann, kleines Auto.© Ralf Pieper
Wer hat den Größten?© Ralf Pieper
Die amerikanischen Oldtimer zogen die Blicke auf sich.© Ralf Pieper
Auch Alf steht auf alte Autos.© Ralf Pieper
Said Beljoudi und sein Citroen ID19 von 1963.© Ralf Pieper
Der Oldtimertag ist für die Liebhaber alter Autos ein Treffpunkt, um mal richtig zu fachsimpeln.© Ralf Pieper
Die alten Schätze sind mitunter richtige Spritfresser.© Ralf Pieper
Beim Oldtimertag konnte man so manches alte Schätzchen bewundern.© Ralf Pieper
Beim Oldtimertag konnte man so manches alte Schätzchen bewundern.© Ralf Pieper
Beim Oldtimertag konnte man so manches alte Schätzchen bewundern.© Ralf Pieper
Beim Oldtimertag konnte man so manches alte Schätzchen bewundern.© Ralf Pieper
Beim Oldtimertag konnte man so manches alte Schätzchen bewundern.© Ralf Pieper
Beim Oldtimertag konnte man so manches alte Schätzchen bewundern.© Ralf Pieper
Beim Oldtimertag konnte man so manches alte Schätzchen bewundern.© Ralf Pieper
Beim Oldtimertag konnte man so manches alte Schätzchen bewundern.© Ralf Pieper
Die Liebhaber sind teilweise sehr penibel mit ihren Oldtimern.© Ralf Pieper
Beim Oldtimertag konnte man so manches alte Schätzchen bewundern.© Ralf Pieper
Beim Oldtimertag konnte man so manches alte Schätzchen bewundern.© Ralf Pieper

Die Erwartungen an das neue Ford-Modell waren enorm, wurden aber in keiner Weise erfüllt. Kaum jemand wollte das Auto, dessen vertikaler Kühlergrill aussieht wie das weibliche Geschlechtsteil, fahren. Außerdem gab es Qualitätsprobleme: Der Name Edsel stand schon bald für „Every day something else leaks“ - „jeden Tag ist etwas anderes undicht“.

Besser als die Design-Langeweile heutzutage

Beim 9. Westfälischen Oldtimertag am Sonntag (7. Juli) auf der Wiese vor dem Kirchhellener Brauhaus war dieser Edsel allerdings ein echter Hingucker. „Das ist kein Auto, das ist schon fast ein Boot“, sagte ein Besucher, beeindruckt von der Größe des Edsel. „Etwas ganz anderes“, meinte er wohlwollend zu den Design-Eskapaden der Autodesigner. Martin Fortmann aus Wesel brachte es auf den Punkt: „Lieber das übertriebene Design der amerikanischen Straßenkreuzer der 1950er- und 1960er-Jahre als die Design-Langeweile auf den Straßen heute.“

Die Liebe der Deutschen zu historischen Automobilen ist ungebrochen – das bewies die Zahl der Aussteller und der Besucher am Sonntag in Kirchhellen. Eine Fahrt im Klassiker aus vergangenen Tagen ließ das Herz der Autoliebhaber höherschlagen. Für viele Fans hat ihr Oldtimer nostalgischen Wert, denn sie verbinden damit Erinnerungen an ihre eigene Vergangenheit.

Ein Hobby für Normalos

Besitz und Pflege eines historischen Fahrzeuges sind nicht die Steckenpferde der Superreichen. Eine überwiegende Zahl der Besitzer von Oldtimern sind ganz normale Bürger. So auch Said Beljoudi aus Bottrop: „Seit zehn Jahren besitze ich einen Citroen ID19 von 1963. In dieser Zeit habe ich rund 14.000 Euro investiert, das meiste davon, 10.000 Euro, für eine komplette Überholung des Motors.

So kann man sagen, dass der Unterhalt eines Oldtimers mit rund 1400 Euro pro Jahr inklusive Versicherung und Garage kaum teurer ist als der eines Neuwagens. Diese jährliche Investition in einen Oldtimer, der 35.000 Euro wert ist, ist es mir allemal wert.“

Muscle-Cars und Hot-Rods

Tiefer in die Tasche greifen müssen Liebhaber amerikanischer Straßenkreuzer und Muscle-Cars. Aber auch hier, zwischen all den chromblitzenden Strahlemännern, grimmigen Musle-Cars und aufgemotzten Hot-Rods, gibt es sie noch: die Mauerblümchen, die Exoten, die kaum jemand auf dem Schirm hat. Autos, bei denen für einen Auspuff nicht ein ganzes Monatsgehalt einkalkuliert werden muss. Einer von ihnen ist der Chevrolet Caprice.

Michael Klein hat ein solches Fünf-Meter-Plus-Ungetüm aus den 1970ern zu Hause in der Garage stehen: „Ich habe ein top erhaltenes Exemplar für 10.000 Euro bekommen. Er genehmigt sich zwar über 15 Liter auf 100 Kilometer, aber bei einem Gewicht von fast zwei Tonnen und sieben Litern Hubraum ist das in Ordnung.“ Das Fünffache investierte Michael Schmidt aus Hünxe in seinen 55er Buick Drag Racer mit 600 Pferdestärken: „Ich habe ihn komplett restauriert in Amerika gekauft.“

Nach der Restauration ist vor der Restauration

Der 9. Westfälische Oldtimertag zeigte nicht nur für jeden Geschmack, sondern auch für jeden Geldbeutel das passende historische Gefährt. Den Käfer für weniger als 4000 Euro Anschaffungskosten und die Shelby Cobra, die mindestens mit dem Zwanzigfachen zu Buche schlägt. Aber Hobby ist eben Hobby. Said Beljoudi sagt: „Neben meinem 63er Citroen ist das Sammeln von historischen Fahrrädern mein zweites Hobby. Und dafür gebe ich mehr Geld aus.“

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