Ankündigung der Raupe sorgt für Empörung

Flüchtlingsunterbringung

Für Empörung bei vielen Bezirksvertretern sorgte Dieter Giebelstein, Bottroper Fachbereichsleiter Immobilienwirtschaft, am Donnerstagabend. Das Grundstück am Liboriweg (Feldhausen) müsse für die geplante Aufstellung von Wohncontainern zur Flüchtlingsunterbringung am 7. Dezember schnell hergerichtet werden: "Dass sich niemand wundert, wenn die Raupe morgen den Mutterboden abschiebt."

Kirchhellen

, 26.11.2015 / Lesedauer: 2 min
Ankündigung der Raupe sorgt für Empörung

Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder (r.) reagierte angefressen auf die Ankündigung der Erdarbeiten am Liboriweg.

Zu diesem Zeitpunkt war die Diskussion eigentlich bereits beendet. Zwei Stunden hatten die Bezirksvertreter über drei geplante Kirchhellener Standorte für Flüchtlinge (Auf der Bredde, Holthausener Straße und Liboriweg) geredet: als Vorberatung für den erst am 17. Dezember tagenden Sozialausschuss. Diesem hatten die Bezirksvertreter neben der grundsätzlichen Zustimmung zu den drei Standorten ausdrücklich auch Anregungen und Bedenken zum Standort Liboriweg (neben dem Parkplatz der Feuerwehr) mit auf den Weg gegeben.

„Situation ist spezieller“

60 Flüchtlinge will die Verwaltung dort in Containern unterbringen. Wie sich die Menschen dort versorgen könnten, fragte Willi Stratmann (SPD): ohne Einkaufsmöglichkeiten, Apotheke oder Ärzte. Sozialamtsleiter Peter Sommer: „Uns ist klar, dass die Situation am Liboriweg spezieller ist.“ Bis zum Ortskern Kirchhellen seien es vier Kilometer: „Das ist Fußweg“, so Sommer. Man werde versuchen, den Flüchtlingen Räder zur Verfügung zu stellen. Fehlende Kindergarten- und Schulplätze am Standort wurden von Oliver Mies (FDP) ins Feld geführt.

Richtig sauer

Als Giebelstein die Raupe erst unter dem Tagesordnungspunkt „Mitteilungen“ erwähnte, wurde Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder (CDU) richtig sauer. Er hatte zu Beginn der Sitzung den Informationsfluss der Verwaltung in der Flüchtlingsfrage bemängelt. Dass nun Tatsachen geschaffen werden sollten, bevor die Bedenken im entscheidungsbefugten Sozialausschuss diskutiert werden können, deutete er so, dass die Verwaltung nicht mit offenen Karten gespielt habe. „Das finde ich einfach daneben. Ich stelle mich da nicht hinter“, so Schnieder. Kämmerer Willi Loeven entgegnete: „Ich möchte einen Konsens haben, wenn es um Unterbringung von Flüchtlingen geht.“ Eine Zwischenlagerung der Container aus Ostdeutschland, so Giebelstein, würde 12 000 Euro kosten. Ob dies tatsächlich so teuer sein muss, will Loeven nun prüfen. Ob die Raupe wie angekündigt komme, könne er noch nicht sagen, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. 

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